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Fast 100 Jahre Tradition - Der älteste Ansichtskartenverlag Dresdens

Fast 100 Jahre Tradition - Der älteste Ansichtskartenverlag Dresdens

100 Jahre Tradition, Qualität und Familiensinn: Im nächsten Jahr macht der A. & R. Adam Verlag, der älteste noch verbliebene Ansichtskartenverlag in Dresden, das Jahrhundert voll.

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Hans-Jörg Kluge betreibt den Adam-Verlag in Alttolkewitz (siehe Gebäude rechts) seit 1989. Mittlerweile hat sich das Angebot über den Ansichtskarten-Vertrieb hinaus entwickelt.

Von Christin Grödel

"Ansichtskarten?", fragt sich nun vermutlich der ein oder andere, "verschickt man die überhaupt noch?". Die Nachfrage ist zurückgegangen, das stimmt. Als reiner Postkartenvertrieb könnte das Unternehmen nicht mehr bestehen und hat seine Angebotspalette deshalb erweitert.

Aber von Anfang an: Am 1. Juli 1912 gründeten die Kaufleute Arno und Rudolf Adam eine offene Handelsgesellschaft unter dem Namen "Adam Kunstverlag" in der Dresdner Altstadt. Sie verlegten Ansichts- und Glückwunschkarten und betrieben einen Großhandel mit Papierwaren. 1948 übernahm Fritz Adam, der Sohn von Rudolf, das Unternehmen, das seit 1968 an der Adresse Alttolkewitz 9 zu finden ist, und leitete die Geschäfte bis 1989. Und hier kommt Hans-Jörg Kluge ins Spiel, der heute noch der Inhaber ist.

"Meine Mutter arbeitete damals in der Bettfederreinigung gleich nebenan und erzählte mir, dass Herr Adam das Geschäft verkaufen möchte", erinnert sich der 62-Jährige. Kluge arbeitete als Regiekameramann, beschäftigte sich mit Werbung und hatte folglich Vorkenntnisse in den Bereichen Fotografie und Werbung. 1987 fing er als Angestellter bei Fritz Adam an, lernte das Verlagsgeschäft von Grund auf kennen und übernahm zwei Jahre später das Unternehmen.

Mit einer Angestellten startete der 62-Jährige in die Geschäftswelt und musste gleich mit ersten Schwierigkeiten kämpfen. "Wir haben damals nur Schwarz-Weiß-Ansichtskarten produziert. Mit der Wende wuchs dann aber die Konkurrenz für farbige Postkarten", erzählt er. Von allen wichtigen Sehenswürdigkeiten in Dresden und der Sächsischen Schweiz musste er neue Fotos anfertigen, um auf dem Markt zu bestehen. Ab 1993 kam die Produktion von Prospekten und Werbebroschüren hinzu. Im Tourismusverband Sächsische Schweiz wurde ein konstanter Partner gefunden, auch für das Musikfestival Sandstein & Musik fertigt das Dresdner Traditionsunternehmen seit vielen Jahren das Programmheft an.

Mittlerweile hat sich das Angebot des Adamverlags stark erweitert. Neben dem Verlag betreibt Kluge auch eine Werbeagentur, bietet unter anderem Digitaldruck, Sichtwerbung und Autobeschriftung an. Die neueste Geschäftsidee ist Webdesign, dafür hat der Unternehmer eigens einen Programmierer ins Team geholt. "Wir haben uns weiterentwickelt, uns der modernen Technik angenähert", beschreibt Kluge seine Geschäftsphilosophie. Kundenaufträge, zum Beispiel von Hotels, die sich neue Ansichtskarten wünschen, bearbeitet der 62-Jährige immer noch selbst, fotografiert und textet.

An einer Tradition hat Kluge trotz aller Modernisierungsmaßnahmen jedoch festgehalten. Sein Geschäft ist, wie damals bei den Brüdern Adam, ein Familienunternehmen. Neben drei weiteren Angestellten arbeiten sein Bruder, seine Schwiegertochter und sein Sohn mit ihm zusammen. Thomas Kluge, so ist sich sein Vater sicher, soll den Laden übernehmen. Das Fortbestehen des Verlags ist also gesichert.

www.verlag-adam.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2011

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