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"Elbhangzombies" sorgen bei der Schlössernacht in Dresden für Musik und historischen Klamauk

"Elbhangzombies" sorgen bei der Schlössernacht in Dresden für Musik und historischen Klamauk

Prinz Albrecht von Preußen, Karl August Lingner, 7. Earl of Findlater und der Jungpionier Max - vier historische Personen, vier verschiedene Geschichten, vier verschiedene Vergangenheiten.

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Mit Banjo, Kilt und Zylinder: Wolf-Dieter Gööck, Max Lorenz, Robby Langer und Dieter Beckert (v.l.) kehren als "Elbhangzombies" bei der Schlössernacht wieder.

Quelle: PR

Aber dennoch, eine Gemeinsamkeit gibt es: Alle haben sie bereits das Zeitliche gesegnet. Doch das wird sich diesen Sonnabend ändern. Vom Lärm der Schlössernacht in ihrer ewigen Ruhe gestört, kehren die Vier an den Ort des Geschehens, den Elbhang, zurück. Als Elbhangzombies, versteht sich.

Die Elbhangzombies bieten bei der Schlössernacht eine, wie sie selbst sagen, "musikalisch-verbale Pöbelei". Auf der Bühne wird dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm geboten. Das Repertoire der Band erstreckt sich von Rock, Folk und irischen Volksweisen bis hin zu Pionierliedern aus DDR-Zeiten. Denn: Jede Figur singt die Lieder, die sich direkt oder indirekt mit ihrer Geschichte verbinden. So liegt es nahe, dass Jungpionier Max das Lied "Wenn Mutti früh zur Arbeit geht" vorträgt.

Zwischen den einzelnen musikalischen Darbietungen erzählen die Akteure Historisches über ihre Figuren. "Aber auf Quatschebene", erklärt Wolf-Dieter Gööck, der den Prinzen Albrecht von Preußen mimt. Sein Bandkollege Dieter Beckert, er übernimmt die Rolle des 7. Earl of Findlater, findet es in so einer "lustig-lauen Sommernacht" ebenso wichtig, dass man die Geschichte des Elbhangs nicht außen vor lässt. "Es gehört sich einfach, etwas Historisches ins Programm mit reinzunehmen", so Beckert.

Zu Wolf-Dieter Gööck und Dieter Beckert gesellen sich noch Gööcks Sohn Max und Robby Langer. Max übernimmt die Rolle des Jungpioniers, Langer spielt Karl August Lingner. Mit stilechten Kostümen und eher neuzeitlichen Instrumenten unterhalten die "Elbhangzombies" die Gäste der Schlössernacht ganze drei Mal.

"Wir haben recherchiert und geschaut, wer in der Vergangenheit wichtig war", erklärt Wolf-Dieter Gööck. Die vier Figuren, für die sie sich entschieden haben, waren "von der Erschließung des Elbhangs bis zur letzten Nutzung die wichtigsten." Dieter Beckert nennt sie die "Schutzheiligen der Schlössernacht".

Die Geschichte beginnt mit dem schottischen Earl of Findlater, der 1802 Sachsen und Böhmen bereiste. Mit Hilfe seines deutschen Sekretärs Johann G. C. Fischer gelang es ihm, fünf Weinberge auf Dresdner Grund zu erwerben. An der Stelle des heutigen Schlosses Albrechtsberg ließ Findlater das Palais Findlater errichten. Allzu lange konnte er Sachsen jedoch nicht genießen, bereits 1811 starb der Schotte und vermachte Johann G. C. Fischer seinen gesamten Grundbesitz. Über die Jahre und viele Besitzerwechsel später gelangte das Anwesen Findlaters in den Besitz der preußischen Adelsfamilie. Prinz Albrecht von Preußen wurde gezwungen, den preußischen Hof zu verlassen, da er eine nicht standesgemäße, zweite Ehe mit der Hofdame Rosalie von Rauch einging. Da der Prinz jedoch dennoch privilegiert wohnen wollte, folgte der Ankauf von Findlaters Grund und Boden.

Einige Zeit später verdiente sich Karl August Lingner mit der Vermarktung des Mundwassers Odol eine goldene Nase und erwarb als seinen letzten Wohnsitz die Villa Stockhausen, genannt Lingnerschloss. Er vermachte dieses "zum Besten der Bevölkerung von Dresden und Umgebung". In DDR-Zeiten wurde dies wörtlich genommen. Das Schloss wurde zum Pionierpalast.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2012

Annette Thoma

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