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Dresdner demonstrieren am Donnerstag gegen Gema-Reform

Dresdner demonstrieren am Donnerstag gegen Gema-Reform

Mit einer Demo durch die Neustadt wollen zahlreiche Dresdner am Donnerstag gegen die geplante Reform der Gema-Tarife protestieren. Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages beginnt der Protestzug 13 Uhr an der Schauburg und führt über die Alaunstraße und die Katharinenstraße zum Albertplatz und weiter zur Glacisstraße an die Geschäftsstelle des Sächsischen Städte- und Gemeindetages.

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Die Gema steht derzeit heftig in der Kritik. Auch in Dresden wird am Donnerstag demonstriert.

Quelle: Frank Leonhardt

"Mit Hilfe des Städte- und Gemeindetages möchten wir es erreichen, dass die Gema an den Verhandlungstisch zurückkehrt“, erklärt Magnus Hecht, einer der Organisatoren der Dresdner Demo. "Eine Sammelklage über den Hotel- und Gaststättenverband (Dehoha) dauert zu lange. Wir hoffen, dass wir auf dem Verhandlungsweg eine Lösung erzielen."

"Die angebliche Vereinfachung der Tarifstrukturen wird zu aberwitzigen Gebührenerhöhungen führen. Klubs müssen unter bestimmten Bedingungen mit Kostensteigerungen von 800 Prozent oder mehr rechnen. Das gefährdet nicht nur die kulturelle Lebendigkeit unserer Städte und Regionen, sondern ist für die gesamte Veranstaltungsbranche enorm problematisch", so der Landesvorsitzende der sächsischen Grünen, Volkmar Zschocke. „Die Kulturmetropole Dresden ist ohne eine florierende und vielfältige Clublandschaft einfach nicht vorstellbar“, warnen auch die Dresdner Piraten und rufen zur Teilnahme auf.

Mit den Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet soll die Reform zum 1. April 2013 verhindert und Neuverhandlungen erreicht werden. Nach den Plänen der Gema sollen die bisher unübersichtlichen Lizenzgebühren für Veranstalter und Clubbesitzer künftig vereinheitlicht werden. Ab April soll die Abgabe anhand der Grundfläche des Veranstaltungsraumes und des geforderten Eintrittspreises berechnet werden. Vor allem regelmäßige Musikangebote, wie in Clubs und Konzerthallen, müssten nach Angaben der Dehoga zufolge deutlich mehr Geld an die Gema abführen, als bisher.

Schätzungen sagen einen Anstieg von bis zu 2000 Prozent voraus. "Vor allem viele kleine Stadtteilfeste stehen vor dem Aus, weil sie Gebühren in Zukunft nicht mehr bezahlen können“, befürchtet Magnus Hecht. "Problematisch ist auch das Kleingedruckte der Gema, denn in Zukunft fällt nicht nur der pauschale Diskotarif weg und man bezahlt gemäß der Raumgröße und des Eintrittspreises, auch Veranstaltungen, die länger als sieben Stunden dauern werden teurer. Einen Zuschlag verlangt die Gema zudem, wenn jemand selbst gebrannte CD's verwendet."

Laut der Gema sind diese Befürchtungen ungegründet und überzogen. Nur ein Teil der Lizenznehmer werde überhaupt von steigenden Abgaben betroffen sein, heißt es dazu vom Verband. Die Vergütung betrage maximal zehn Prozent der Eintrittsgelder und sei angesichts des noch deutlich höheren Gesamtumsatzes in den Clubs verträglich. In einer aktuellen Stellungnahme weist die Gema zudem daraufhin, dass „ein Club ohne Musik eine leere Betonhülle ist“ und es ohne die angemessene Vergütung der Musikurheber künftig auch keine Clubs und Diskotheken mehr geben kann.

Seit Bekanntwerden der Pläne haben vor allem die großen Veranstaltungshäuser in Berlin lautstark gegen die Reform argumentiert und den Protest organisiert. Bei einem Kongress mit Betroffenen aus dem gesamten Bundesgebiet wurde ein gemeinsamer Aktionstag am 6. September angeregt.

STH / mpu / sl

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