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Dresdner Softeis aus originalen DDR-Maschinen

Dresdner Softeis aus originalen DDR-Maschinen

35 Grad, wolkenfreier Himmel und eine 30 Meter lange Schlange vor "Willy Vanillis" Softeisbude. "Im Sommer kein seltener Anblick", erzählt Jörn Schleider, Teilhaber von Willy Vanillis Softeis.

Von Nadine Steinmann

An der Eisbude am Georg-Arnhold-Bad wurde mittlerweile sogar ein zweites Fenster eingebaut, um im Sommer den Eisliebhabern die Wartezeit zu verkürzen. "Wir hatten gedacht, wenn wir zwei Fenster haben, wird die Warteschlange aufgeteilt, allerdings hatten wir dann zwei 30 Meter lange Schlangen", sagt Schleider lachend.

Er ist vor fünf Jahren in das Softeis-Geschäft eingestiegen. "Ich war treuer Kunde an der Softeisbude in Coschütz. Irgendwann bin ich mit Willy ins Gespräch gekommen und seitdem arbeiten wir zusammen in dem Geschäft", erklärt Schleider.

Aber was ist so besonders am Softeis? "Das Softeis ist wärmer als Kugel-eis. Die Temperatur liegt bei circa minus sechs Grad, das Kugeleis hat eine Temperatur von minus 18 Grad", erzählt der Softeishersteller. "Die Rezeptoren der menschlichen Zunge nehmen den Geschmack bei diesen Temperaturen besser auf, deswegen wird auch weniger Zucker beim Softeis benötigt." Außergewöhnlich ist auch die Herstellung, denn in allen fünf Filialen von Willy Vanillis Softeis werden noch die alten DDR-Maschinen eingesetzt.

Die erste Softeisbude

Die erste Softeis-Milchbar wurde 1997 in Coschütz eröffnet. Begonnen hatte damals alles mit zwei Stofteis-Maschinen, die Inhaber Ullrich per Zufall gefunden hat. Eigentlich wollte er mit den Maschinen handeln, entschied sich aber dagegen und produzierte selbst Eis. Das Konzept ging auf und die Softeis-Milchbar wurde zur beliebtesten der Umgebung. In den nachfolgenden Jahren folgten weitere Standorte, unter anderem in Laubegast und in der Neustadt.

Mittlerweile gibt es beim Softeis mehr als 30 Kombinationsmöglichkeiten. Am beliebtesten ist aber nach wie vor Schoko-Vanille. "Das bieten wir jeden Tag an. Die zweite Sorte kann jeder Verkäufer am Tag selbst bestimmen. Er ist sozusagen der König in seiner Softeisbude", erzählt Schleider.

Insgesamt beschäftigen er und Willy Ullrich elf Mitarbeiter. Zu ihren Aufgaben gehört neben dem Verkauf auch die tägliche Reinigung der Maschinen. "Das ist wirklich eine langwierige Prozedur. Die Maschinen werden komplett auseinander gebaut, durchgespült und über Nacht getrocknet. Am nächsten Morgen werden sie von den Mitarbeitern dann wieder zusammen gebaut", beschreibt Schleider den aufwendigen Reinigungsprozess. Sollten die Geräte kaputt gehen, haben die beiden Unternehmer noch mehrere weitere auf Lager.

"Die Maschinen sind einmalig. In ihnen steckt eine einzigartige Technologie. Ihr Aufbau ist eigentlich das Geheimnis des Softeises, nicht die Rezeptur", so der 42-Jährige. Das genaue Geheimnis will er natürlich nicht verraten.

Ein altes Geheimrezept

Auch Carolin Kallenbach, Inhaberin des Cafe "Lösch", hat so ihre kleinen Geheimnisse beim Softeis. Die 28-jährige benutzt ebenfalls die alten Maschinen aus der DDR, ihr Trick liegt allerdings im Rezept: "Wir haben die Zutaten von der Familie Lösch übernommen. Aber was daran so einzigartig ist, verraten wir auch nicht", erzählt Kallenbach. Nur einen kleinen Hinweis gibt sie: "Die Softeismischungen der Firma 'anona' werden von uns noch weiter verfeinert. So wird das Pulver beispielsweise nicht immer nur mit Wasser angerührt."

Das Rezept kommt bei den Gästen des Cafés auf jeden Fall gut an: "Wir sind in Striesen sehr bekannt", erzählt die gelernte Konditormeisterin. Auch sie bietet jeden Tag zwei verschiedene Eissorten an: Schoko-Vanille und eine Fruchteis-Mischung. Dabei richtet sie sich nach den Wünschen ihrer Kunden. "Wenn jemand sagt: 'Die Sorte möchte ich gerne mal wieder haben', versuche ich, das am nächsten Tag zu berücksichtigen." Außergewöhnlich im Café Lösch: Es gibt sogar Softeisbecher. Garniert mit Früchten, Streuseln und Sahne werden auch diese Kreationen immer gern genommen.

Café Lösch, Niederwaldstr. 22: kleine Portion 0,60 Euro, mittlere 0,90 Euro, große 1,20 Euro

Café Komisch, Bischofsweg 50: kleine Portion 0,80 Euro, mittlere 1,10 Euro, große 1,40 Euro

Willy Vanilli, Borsbergstr. 31, Potschappler Str. 2, Hauptallee 2a, Laubegaster Ufer 22 und Bischofsweg 6: kleine Portion 1 Euro, mittlere 1,20, große 1,50 Euro.

Johann's Eisfenster, Bönischplatz 13: kleine Portion 0,80 Euro, mittlere 1,10 Euro, große 1,40 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2012

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