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Dresdner Sexshop profitiert von "Shades of Grey"

Dresdner Sexshop profitiert von "Shades of Grey"

Der große Erfolg des Buches "Shades of Grey", das sadomasochistische Praktiken schildert, bleibt auch in Dresdner Sexshops nicht ohne Wirkung. "Ich habe es am Anfang nicht für möglich gehalten, aber das Buch hat unseren Verkauf durchaus angekurbelt", sagt der Inhaber von "Erotic Maxx" in der St.

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Verkäuferin Romy Varga vom "Erotic Maxx" zeigt genietete rote Lackschuhe, die in der SM-Szene gut ankommen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Petersburger Straße, Michael Kling. So habe sich im Vergleich zu den Vorjahren der Absatz an Peitschen um 300 Prozent und der von Liebeskugeln um 1200 Prozent gesteigert, berichtet der 49-Jährige. Und das, obwohl seine Kunden viele Dinge eigentlich auch im Internet bestellen könnten.

Warum sie dennoch den Weg in den Laden finden, weiß Kling genau: "Es geht um das Einkaufserlebnis. Die Kunden möchten sich gern alles vor Ort ansehen." Außerdem sei es gerade bei Kleidungsstücken wie Reizwäsche besser, sie im Geschäft anzuprobieren, um die optimale Größe zu finden.

Sein Publikum ist altersmäßig bunt gemischt. "Von 18 bis 84 sind alle Altersgruppen vertreten", sagt der Geschäftsinhaber. Den überwiegenden Anteil bilden jedoch junge Menschen, die gern auch als Paare gemeinsam vorbeikommen.

Dass sich die Ansprüche in den vergangenen zehn Jahren deutlich geändert haben, stellt Mitarbeiterin Romy Varga fest: "Die Vibratoren müssen beispielsweise heutzutage deutlich mehr Anforderungen erfüllen. Während es früher nur ein kleiner Stab war, der ein bisschen gewackelt hat, verfügt das Gerät heute über verschiedene Stufen, ist wieder aufladbar und obendrein wasserdicht", sagt Varga. Auch das Material habe sich geändert. "Am Anfang waren die Vibratoren in der Regel aus Hartplaste. Die waren so laut wie eine elektrische Zahnbürste", erinnert sich die 36-jährige Verkäuferin. Die heutigen Modelle seien hingegen aus Silikon und sehr viel leiser.

Auch Pornos verkauft der Laden trotz der Konkurrenz aus dem Netz nach wie vor. "Nachdem die Verkaufszahlen zunächst zurückgegangen waren, läuft es seit zwei Jahren wieder recht gut", sagt Kling. Die Spezialisierung habe den Ausschlag gegeben. "Bei uns gibt es sehr hochwertige Pornos, die mit viel Geld produziert worden sind, und die im Internet nicht abgerufen werden können." Statt der einst dominanten Heidi-Filme gebe es heute erotische Nachahmungen großer Blockbuster wie Avatar oder Batman zu kaufen, die teils auch in 3D angeboten werden.

Doch auch bevor der Video-Umsatz wieder angesprungen ist, konnte sich Michael Kling nicht über mangelndes Interesse an seinem Laden beklagen. "Vor allem auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zwischen 2007 und 2009 war die Resonanz besonders gut", betont der 49-Jährige, der sein Geschäft mittlerweile seit zehn Jahren betreibt. Bis 2011 war er Franchise-Nehmer bei Beate Uhse, aber das hat sich für ihn irgendwann nicht mehr gelohnt. "Ich habe jeden Monat etwa 1000 Euro für die Lizenz bezahlt, ohne jedoch weitere Unterstützung zu bekommen. Sonderangebote und Aktionen für die Kunden gab es schon lange nicht mehr."

Aus diesem Grund hat sich auch mit dem neuen Namen "Erotic Maxx" nicht viel für ihn geändert. "Ich hatte zwar erst Bedenken, ob weniger Leute vorbeikommen. Das war aber nicht der Fall. Ich habe sogar neue Käufergruppen gewonnen." Vor allem der Anteil der ausländischen Besucher habe sich seit der Umbenennung erhöht. Kling: "Auf einmal war jede Menge englisch- oder russischsprachiges Publikum da, das vorher nicht den Weg zu uns gefunden hat."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.03.2013

Stephan Hönigschmid

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