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Dresdner SLUB feiert mit Gästen in die Apokalypse hinein

Dresdner SLUB feiert mit Gästen in die Apokalypse hinein

Forscher, Bibliothekare und Musiker wollen am 21. Dezember 2012 in der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB am Zelleschen Weg gemeinsam mit rund 200 Dresdnern auf die Maya-Apokalypse warten - und fröhlich-kulturell in die Zeitenwende hineinfeiern.

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Dreh- und Angelpunkt aller Weltuntergangsphantasien: Der Dresdner Maya-Kodex in der SLUB-Schatzkammer ist einer von nur drei erhaltenen Maya-Büchern.

Quelle: Flechtner

Von Heiko Weckbrodt

Mit philosophisch-eschatologischen Gesprächen, bei Maya-Musik, Mexikofilmen und allerlei Weltuntergangs-Überraschungen werden sie sich die Zeit bis zur Geisterstunde vertreiben. Dann nämlich beginnt nach Meinung von Wissenschaftlern eine neue Großzeitperiode im Maya-Kalender - nach Ansicht von Esoterikern hingegen wird uns Punkt Mitternacht das große Himmelskrokodil mit einer gigantischen Sintflut ersäufen.

Zum Auftakt des Maya-Festes will Brigitte Trübenbach aus dem "Peloponnesischen Krieg" lesen, in dem Thukydides über den Niedergang Athens berichtet. Danach diskutiert Prof. Peter Sloterdijk mit den Besuchern über den "Weltuntergang auf der Bühne". Auf den Höhepunkt steuert dann ein ganz besonderes "Konzert zum Ende der Zeit" hin: Die "Dresdner Sinfoniker" werden gemeinsam mit einer Maya-Sängerin, die sich aus Mexiko zuschaltet, teils eigens für diesen Abend komponierte Stücke, teils jahrtausendealte Strophen vortragen. "Eine mitreißende Musik, die sich bis Mitternacht immer mehr verdichtet", verspricht Sinfoniker-Intendant Markus Rindt. Auch kann das Publikum Ausschnitte aus einem Maya-Dokumentarfilm sehen und nach Mitternacht lustig weiterfeiern - wenn nicht irgendetwas dazwischen kommt.

Apropos mögliche Katastrophen: SLUB-Direktor Thomas Bürger hängt der ganze "Weltuntergangs-Hype" inzwischen sichtlich zum Hals heraus. Die alte Maya-Kultur wolle man mit diesem Veranstaltungsreigen würdigen, betont er. Und den weltweit nahezu einzigartigen Maya-Kodex ehren, den die SLUB in ihrer Schatzkammer verwahrt.

Um apokalyptische Facebook-Parties oder gar einen Massenansturm von Esoterikern zu unterbinden, will Bürger die SLUB an diesem Abend abriegeln: Nur jene 200 Gäste, die sich vorher Karten für Konzert und Philosophengespräch gesichert haben, kommen rein. "Wenn hier Tausende angestürzt kämen, würde keiner etwas sehen - da hätte niemand etwas davon", sagt er. Damit die Dresdner und der Rest der Welt auch etwas vomZeitenende-Konzert haben, wird das Ereignis auf "Arte Live Web", "MDR Figaro", "Deutschlandradio Kultur" und im Saarländischen Rundfunk in Echtzeit übertragen.

Als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts ist Bürger natürlich überzeugt, dass es am Abend des 21. Dezembers zu keinen apokalyptischen Szenen kommt. Aber Restzweifel bleiben wohl: "Wir haben ja jetzt in Dresden einen recht soliden Hochwasserschutz aufgebaut", meint er mit einem Augenzwinkern.

Mehr Infos im Netz: computer-oiger.de

19 Uhr: Lesung aus Thukydides' "Peloponnesischem Krieg"

Im Anschluss: Der Philosoph Peter Sloterdijk grübelt mit dem Publikum über den "Weltuntergang auf der Bühne" (kartenpflichtig, aber gratis)

22.30 Uhr: "Konzert zum Ende der Zeit" (kartenpflichtig, 69 Euro): Dresdner Sinfoniker spielen unter Leitung von José Areán mexikanische und Maya-Weisen, Maya-Sängerin schaltet sich aus Mexiko zu.

Ab 0 Uhr: Überlebens-Party (alternativ: Weltuntergang)

Karten: Dresdner Vorverkaufsstellen

Internet-Infos: www.codex-dresdensis.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.11.2012

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