Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Dresdner Pullunder-Komiker Olaf Schubert als Räuchermann: Skurile Figuren sind beliebt

Dresdner Pullunder-Komiker Olaf Schubert als Räuchermann: Skurile Figuren sind beliebt

Mancher hält Holzfiguren aus dem Erzgebirge für hausbacken und etwas verstaubt. Dass Tradition und Brauchtum auch humorig sein kann, beweist der Dresdner Komiker Olaf Schubert.

Voriger Artikel
Playmates feiern Playboy-Party in Dresden
Nächster Artikel
Die Bunte Republik Neustadt findet vom 21. bis 23. Juni 2013 statt

Der Dresdner Komiker Olaf Schubert als Räuchermännchen.

Quelle: dapd

Der verrückte Pullunder-Ossi hat eine Räuchermannfigur von sich anfertigen lassen, die seit Kurzem im Handel ist. Ob originell oder eher volkstümlich: Sächsische Räuchermännl, Nussknacker, Schwibbögen und Weihnachtspyramiden sind zunehmend auch bei jüngeren Menschen beliebt.

Stilecht mit dem typischen gelb-grünen Rauten-Pullunder als Markenzeichen, wenn auch nicht ganz so schlaksig wie das Original, dampft der Räucherolaf die Fans des selbsternannten Betroffenheitslyrikers ordentlich ein. Hergestellt wird die qualmende Olaf-Schubert-Figur in Handarbeit in einer Traditionswerkstatt im erzgebirgischen Seiffen.

Doch was halten die Hüter der Tradition von dem Spaß? „Das Problem der Exoten" sieht der Vorsitzende des Verbands Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller, Dieter Uhlmann, bei dem originellen Räuchermännl nicht. „Räuchermänner sind traditionell Figuren, die Personen des Alltags und der Zeitgeschichte abbilden", sagt Uhlmann. Weniger Spaß versteht der Verbandsvorsitzende hingegen, wenn der Nussknacker veräppelt wird. Der Nussknacker sei traditionell ein Vertreter der Obrigkeit und werde vorzugsweise als König, Husar oder Polizist dargestellt.

Skurrile Nussknacker für den US-Markt

In den USA sind außergewöhnliche Nussknacker schon seit einigen Jahren der Renner. Zu den skurrilsten Produktionen vom Nussknackerfabrikanten Steinbach zählen Darth Vader, Mickey Mouse und der Papst. „Unsere Nussknacker sind nicht so verstaubt, sondern bunter. Wer kauft denn das traditionelle Zeug noch?", sagt Christa Mustac von der Firma Steinbach, die ihre Figuren im niedersächsischen Hohenhameln und im erzgebirgischen Marienberg drechselt.

Die verrückten Sammler aus den USA würden immer neue Varianten nachfragen und sich ganze Zimmer mit den Figuren voll stellen. Während den Amerikanern die Figuren nicht ausgefallen genug sein können, gibt es für den deutschen Geschmack bei der Originalität klare Grenzen: „Es gab einmal einen GI-Nussknacker im Golfkrieg. Das war eher grenzwertig", sagt Uhlmann. „Für den deutschen Markt spielen die Exoten aber fast keine Rolle." Hier würden die Käufer vor allem die traditionellen Varianten bevorzugen.

Traditionelles auch bei Jüngeren begehrt

 War der US-Markt in der Wirtschaftskrise deutlich eingebrochen, ist die Nachfrage nach handgemachter Volkskunst aus dem Erzgebirge hierzulande eher gestiegen. Der Gesamtumsatz der Branche liegt bei 50 Millionen Euro pro Jahr. Besonders häufig seien hochwertige Erzeugnisse gefragt, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Erzgebirgische Volkskunst werde häufiger auch als Wertanlage verstanden. Beispielsweise gebe es Engel mit Swarovski-Steinen. „Der Trend geht dahin, dass auf Werte, die man aus seiner Kindheit kennt, zurückgreift. Mit der Euro-Krise hat sich das noch verstärkt", sagt Uhlmann. „Viele kaufen die Sachen aus regionaler Verbundenheit und weil man damit aufgewachsen ist", beobachtet auch Stefan Schenk von der Firma Christian Ulbricht in Seiffen, die nicht nur den Räucherolaf produziert, sondern auch traditionelle Handwerkskunst.

„Schön zu sehen ist, dass mittlerweile auch sehr viele jüngere Menschen unsere Produkte kaufen. Früher hieß es immer, das ist nur was für Rentner." Der verrückte Räucherolaf sei schon nach kurzer Zeit heiß begehrt. Wegen der hohen Nachfrage sei die Produktion bereits in die zweite Runde gegangen. Bisher wurden rund 700 der 20 Zentimeter großen Figuren produziert. Während andere Berühmtheiten ihre eigenen Parfums vermarkten, verbreitet der sächsische Komiker mit den Räuchermännern bald vielerorts Weihnachtsduft.

Von Lisa Marie-Eckardt, dapd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr