Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Google+
Dresdner Nachtskater müssen Ausfahrten reduzieren: Lässig fühlt sich übel vom Finanzamt geknechtet

Dresdner Nachtskater müssen Ausfahrten reduzieren: Lässig fühlt sich übel vom Finanzamt geknechtet

Knappe Kassen zwingen Dresdens Nachtskater, in diesem Jahr die Bremse zu ziehen. Das teilten jetzt Vereinschef Matteo Böhme und "Skatermutter" Barbara Lässig vor dem bevorstehenden Saisonstart mit.

Voriger Artikel
Salsa-Flashmob lädt zum 3. Salsa-Festival in Dresden ein
Nächster Artikel
Zauberer Jens Kießling entführt seine Gäste in die eigene Kindheit

2000 bis 2500 Skater kamen regelmäßig zum Nachtskaten. Doch in diesem Jahr wird die Zahl der Ausfahrten auf acht reduziert.

Quelle: Archiv

"Wir werden in diesem Sommer nur noch jeden zweiten Freitag fahren können", kündigte Böhme die gravierendste Änderung an. Nur noch acht Termine seien insgesamt in dieser Saison geplant. Traditionell rollten die etwa 2000 bis 2500 Skater in den vergangenen Jahren einmal wöchentlich auf abgesperrten Strecken durch die Stadt.

50.000 Euro kostet den Förderverein jährlich die für die Teilnehmer kostenlose Veranstaltung. Bisher konnten diese Kosten durch eine Reihe von Sponsoren abgedeckt werden. Das hat sich nun jedoch geändert, da es bei den Steuerverordnungen für gemeinnützige Vereine rückwirkende Änderungen gegeben haben soll. "Wir wurden vom Finanzamt ganz übel geknechtet", beklagte sich Lässig, die wie Böhme für die FDP im Stadtrat sitzt. Konkret habe dies dem Verein Nachzahlungen in Höhe von etwa 14.000 Euro für die Jahre 2010 bis 2012 beschert.

Was bisher als Sachspenden der Sponsoren an die Skater verteilt worden sei, müsse nun versteuert werden, erklärte die "Skatermutter". "Das schreckt natürlich die Sponsoren ab", so die Mitbegründerin von Deutschlands erstem Nachtskater-Verein. So seien kürzlich die Hotelkette NH und der Fastfood-Anbieter McDonalds als Sponsoren abgesprungen. Zwar habe man die Ausfälle vorerst verkraften können, die Nachtskater müssten jedoch künftig Mittel einsparen. Zudem bemühe sich der Verein intensiv um neue Geldgeber und werbe mit der Aktion "1000 Sterne für unser Dresdner Nachtskaten" auch verstärkt um Mitglieder.

Trotz der finanziellen Engpässe rief Barbara Lässig zu einem "positiven Start in die Saison" auf. Denn die bringe den Skaterfreunden vier attraktive neue Fahrstrecken zwischen 20 und 16 Kilometern. Zwei davon überqueren auch die im vergangenen Jahr eingeweihte Waldschlößchenbrücke. Da können die Skater gleich mal selbst testen, was an den behaupteten Fahrbahnunebenheiten dran ist.

Eine weitere Neuerung: "Wir wollen den sozialen Charakter der Veranstaltung mehr hervorheben und dafür den sportlichen Anspruch zurücknehmen", erklärt der Vorsitzende Böhme die Reaktion auf Wünsche der Teilnehmer. Also: Kürzere Strecken, langsameres Tempo und weniger steile Anstiege oder unebene Straßen. Zudem gebe die in zwei Runden von je acht Kilometern geteilte "Drewag-Strecke" den Skatern die Möglichkeit zu einem früheren Aus- oder späteren Einsteigen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.04.2014

Mareike Hauff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard

Viele können ihn kaum erwarten, den Herbst. Denn dann geht es mit Korb und Messer los in den Wald, um Pilze zu sammeln. Gut, wenn man sich ein wenig in Sachen Pilzen auskennt. Wir verlosen drei Bücher "Welcher Pilz ist das? Extra. Pilze und ihre Baumpartner" vom Kosmos Verlag. mehr