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Dresdner Kleingärten gehen weg wie warme Semmeln

Dresdner Kleingärten gehen weg wie warme Semmeln

"Zur Zeit keine freien Gärten" steht noch auf der Internetseite des Kleingärtnervereins Elbgrund e.V. Aber dem Vereinsvorsitzenden Heinz Kohlmann (58) liegen elf Kündigungen vor.

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Schöne Schrebersiedlung: Die Wege sind zu beiden Seiten gesäumt mit üppig blühenden Blumenbeeten.

Quelle: C. Steinbach

Drei der frei werdenden Gärten, die zumeist altersbedingt aufgegeben werden, sind allerdings schon wieder vergeben. "Die anderen müssen wir noch besichtigen und schätzen. Voraussichtlich Ende Oktober stellen wir dann die noch zu vergebenden Gärten ins Internet", sagt Kohlmann.

Wenn es dazu überhaupt kommt, denn fünf Bewerbungen für einen Kleingarten hat er schon wieder auf dem Tisch. "Je nach Ausstattung muss man in der Regel zwischen 500 und 2000 Euro Ablösesumme an den vorherigen Pächter zahlen - je nachdem, in welchem Zustand die Laube ist und welche Pflanzen sich auf der Parzelle befinden. Die jährlichen Kosten für eine Parzelle betragen dann zwischen 150 und 200 Euro - je nach Größe. Im Preis enthalten sind Pacht, Wasser, Strom und auch der Mitgliedsbeitrag für den Verein", rechnet der Vorsitzende vor.

Vor allem junge Leute interessieren sich für wieder für einen Kleingarten, hat Kohlmann beobachtet. "80 Prozent aller jährlichen Neuvergaben gehen in unserem Verein an Familien mit Kindern." Nicht von ungefähr hat der Kleingartenverein jetzt seinen kleinen Kinderspielplatz mit Schaukeln, zwei Recks, Rutsche, Sandkasten und Ballspielmöglichkeit erneuert. "Zum Gartenfest wird der Spielplatz eingeweiht", kündigt der Vereinschef an.

Die Party findet am 8. (10-0 Uhr) und 9. September (10-14 Uhr) statt und ist öffentlich. Auf dem Festplatz werden Bier, Fischsemmeln, Gegrilltes und Eis verkauft, ein Kinderkarussell und eine Ballwurfbude aufgebaut. Nachmittags gibt's eine Disko mit Kinderbelustigung und ein großes Kuchenbuffet. "Die Kuchen dafür backen unsere Gärtnerfrauen. Da kommen sicher wieder unzählige verschiedene leckere Kuchen zusammen", freut sich Kohlmann schon jetzt. Das Stück und eine Tasse Kaffee gibt's für einen Euro. Das Geld wandert in die Vereinskasse. Samstagabend wird ein Lagerfeuer angezündet, ist Gelegenheit zum Knüppelkuchenbacken. Am Sonntag spielen dann von 11 bis 13 Uhr zum Frühschoppen die Original Dresdner Elbtalmusikanten.

"Der Kleingärtnerverein Elbgrund ist eine der größten Kleingartenanlagen in Dresden", gibt Heinz Kohlmann Auskunft. Auf einer Fläche von 17,5 Hektar befinden sich 453 Gärten. Zudem wurde die Anlage in diesem Jahr zur zweitschönsten in Dresden gekürt. Kein Wunder. Die breiten Wege, die alle einen Namen haben wie "Schreberallee" oder "Liliensteinblickweg", sind zu beiden Seiten gesäumt mit üppig blühenden Blumenbeeten und laden zum Spaziergang ein. Eine öffentliche Gaststätte gibt es in der Kleingartenanlage allerdings nicht.

Die ersten Kleingärten auf dem Areal des KGV Elbgrund entstanden 1930 an der Marienberger Straße auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Böhme. "Gleichzeitig wurde daneben ein Streifen für neue Gärten erschlossen, den man als 'Arbeitslosensiedlung' oder auch 'Kohlrabi-Insel' bezeichnete, ein Verweis auf die schwierige wirtschaftliche Situation damals", kann man in der Vereinschronik nachlesen. Und dass während des Hochwassers im August 2002 in den tiefer liegenden Parzellen das Wasser zwei Meter hoch stand.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.08.2012

Catrin Steinbach

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