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Dresdner Autobahnhuhn Gerda hat nun eine neue Heimat in Nickern

Alterssitz Dresdner Autobahnhuhn Gerda hat nun eine neue Heimat in Nickern

Mehrere Wochen verbrachte Huhn Gerda auf der Autobahn A4 zwischen der Anschlussstelle Altstadt und dem Dreieck Dresden-West. Am Dienstag fing Marco Müller das Federvieh beherzt ein. Nun hat Gerda eine neue Heimat in Dresden-Nickern gefunden – und auch Gesellschaft.

Autobahnhenne Gerda findet bei Romy Mosch ein neues Heim. Das zutrauliche Huhn und die Dresdnerin sind sich auf Anhieb sympathisch.
 

Quelle: Paul Felix Michaelis

Dresden.  Mehrere Wochen verbrachte Huhn Gerda auf der Autobahn A4 zwischen der Anschlussstelle Altstadt und dem Dreieck Dresden-West. Mehrfach entkam die Henne, die den Mittelstreifen der A4 ihr Zuhause nannte, nur knapp dem Unfalltod – rannte sie doch ohne Rücksicht auf Verluste und unter Missachtung jeglicher Verkehrsregeln über die Fahrbahn. Das Spiel mit dem Tod machte sie zu einer lokalen Berühmtheit.

Dieses Foto von Huhn Gerda in ihrer selbstgewählten Heimat an der Autobahn veröffentlichte die Polizei Dresden

Dieses Foto von Huhn Gerda in ihrer selbstgewählten Heimat an der Autobahn veröffentlichte die Polizei Dresden.

Quelle: Polizei Dresden

Am Dienstag war jedoch Schluss mit lustig. Marco Müller aus Rippien startete seine ganz private Hühnerrettungsaktion und beförderte Gerda mit gekonntem Griff vom Mittelstreifen in den Kofferraum seines Seats. Nach kurzem Intermezzo auf dem Autobahnpolizeirevier an der Stauffenbergallee übergaben die Beamten die todesmutige Henne an Yvonne Heine. Die Tierschützerin begab sich auf die Suche nach einer Bleibe für Gerda.

Wenn jemand nach einer Auffangstation für entlaufene Hühner sucht, führt kein Weg an Familie Mosch aus Nickern vorbei. „Wir haben nie geplant in unserem Garten Hühner zu halten“, erklärt Romy Mosch. Gerda ist jetzt der dritte Schützling der Familie. Im heimischen Hühnerstall mit Fußbodenheizung leben bereits Henne Frida, ebenfalls ein Autobahnhuhn, und Gockel Glubschie – bei vier sei aber Schluss, so Mosch.

 „Gerda macht insgesamt einen guten Eindruck“, beschreibt Heine die Gesundheit der Henne. „Sie ist sehr zutraulich, hat schönes Gefieder und zeigt keinerlei Anzeichen jemals in einer Legebatterie gelebt zu haben.“ Sie sei zwar etwas schmal um die Brust, überstand ihr Autobahnabenteuer aber unverletzt.

Nach der Übergabe begutachtete Gerda sogleich ihr neues Heim und ließ sich von Tochter Minou Mosch streicheln und füttern. Nur der junge Gockel Glubschie tanzte aus der Reihe und legte erstmal die Hackordnung mit der fast doppelt so großen Henne fest. Dabei ging es etwas unzüchtig zu – sehr zur Belustigung der anwesenden Nachbarskinder und Journalisten.

Auch Kater Fetty hat keinerlei Probleme mit dem gefiederten Trio. Nachdem er die neue Mitbewohnerin beschnuppert hatte, wurde er von Gerda in die Schranken verwiesen und lief davon. Fetty interessiere sich eh nur fürs Schlafen und Fressen – Hühnerjagen wäre ihm zu anstrengend, erzählt Familie Mosch. Eines steht für Romy Mosch fest: „Sollte sich der Besitzer melden und Gerda schlachten wollen, würde ich sie nicht hergeben. Sie ist viel zu schön für den Kochtopf.“ Nach den vielen Abenteuern und dem Rampenlicht steht einem angenehmen Lebensabend der kecken Henne nichts mehr im Weg.

Von Paul Felix Michaelis

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