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Dresdens Zoo-Chef wünscht sich ein Giraffenbaby

DNN-Interview Dresdens Zoo-Chef wünscht sich ein Giraffenbaby

Hinter dem Dresdner Zoo liegt ein erfolgreiches Jahr - auch wenn die Mannschaft um Karl-Heinz Ukena den Tod von Publikumsliebling Max verkraften musste. Geduld ist bei den Giraffen gefragt, noch scheint kein Nachwuchs unterwegs zu sein. Welche Aufgaben warten im neuen Jahr?

 Die drei Dresdner Giraffen Tessa, Gaia und Diko (v.l.).

Quelle: Sickert, Zoo Dresden

Dreden. Hinter dem Dresdner Zoo liegt ein erfolgreiches Jahr – auch wenn die Mannschaft um Geschäftsführer Karl-Heinz Ukena den Tod von Publikumsliebling Max verkraften musste. Das Leistenkrokodil hat inzwischen einen Nachfolger, auf ein Koala-Weibchen wartet der Zoo allerdings noch vergebens. Geduld ist auch bei den Giraffen gefragt, noch scheint kein Nachwuchs unterwegs zu sein. Welche Aufgaben im neuen Jahr warten, berichtet Ukena im DNN-Interview.

Zoo-Direktor Karl-Heinz Ukena

Frage: 2014 konnten Sie mit 890 000 Besuchern so viele Gäste begrüßen wie seit 1990 nicht mehr. Auch wirtschaftlich lief es sehr gut. Wie fällt Ihr Fazit für 2015 aus?

Karl-Heinz Ukena: Wirtschaftlich stehen wir in diesem Jahr sogar noch ein bisschen besser da, weil wir mehr Spenden und Erbschaften eingenommen haben. Dafür kamen etwas weniger Besucher. Das war nach dem exorbitant guten Vorjahr aber auch nicht anders zu erwarten. Wir hatten zwei heiße Wochen in den Sommerferien, und zwei Feiertage fielen auf das Wochenende, was die Gästezahl ein wenig schrumpfen ließ. Unterm Strich werden wir bei 830 000 bis 840 000 Besuchern landen, was immer noch Topwerte sind. Insgesamt war es ein schönes und erfolgreiches Jahr für uns.

Ein Wermutstropfen war aber sicher der Tod von Publikumsliebling Max.

Das stimmt. Es hat uns komplett überrascht, wie emphatisch die Leute reagiert haben. Es gab seitenlange Beileidsbekundungen auf unserer Facebookseite. Und viele Besucher ließen uns an ihren Erinnerungen teilhaben.

Wird das Leistenkrokodil den Besuchern in gewisser Weise erhalten bleiben?

Ja, ab Januar werden wir die Nachbildung von Max' Schädel im Prof. Brandes-Haus ausstellen. Auch eine Tafel wird an ihn erinnern.

Hat sich Max' Nachfolger, der Sundagavial De Gaulle, der im November nach Dresden kam, inzwischen an seine neue Umgebung gewöhnt?

Er lebt sich ein. De Gaulle ist immer noch viel im Wasser, weil er sich dort sicher fühlt. Mit unseren Kameras können wir aber sehen, dass er nachts sein Gehege erkundet. Die Eingewöhnung dauert, aber das war zu erwarten.

Sunda-Gavial De Gaulle bei seiner Ankunft in Dresden.

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Können wir uns im kommenden Jahr auf ein Giraffenbaby freuen?

Das wäre schön, auch für mich als Direktor würde sich ein Wunsch erfüllen. Diko und Tessa üben fleißig, bisher allerdings noch ohne Resultat.

Wie geht es auf der Baustelle im Afrikahaus voran?

Es läuft sehr gut. Wir haben gute Firmen gefunden, die auch preislich im Rahmen sind. Das Budget von 7,5 Millionen Euro werden wir also halten. Die Abrissarbeiten sind so gut wie beendet. Wenn das Wetter so bleibt, wollen wir gern durchbauen. Dann wäre das Haus im kommenden Herbst fertig und die Elefanten können wieder auf ihre Anlage ziehen.

Sind 2016 weitere Baumaßnahmen geplant?

Die Baustelle Afrikahaus ist für unsere kleine Mannschaft bereits groß genug. Deshalb sind andere Projekte erst einmal nicht geplant. Wir wür- den allerdings gern das Pinguincafé abreißen und er- neuern. Dafür sind wir im Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde. Die muss entscheiden, ob und wann wir mit der Maßnahme beginnen können. Finanziell würden wir es schaffen.

Wird es weitere Neuankömmlinge im Dresdner Zoo geben?

Es wäre schön, wenn wir endlich ein Weibchen für unsere Koalas Mullaya und Iraga bekommen würden. Da warten wir immer noch auf eine Zusage vom Zuchtbuchführer. Wir können Koalas halten, das wissen wir. Auch die Futterversorgung mit der Eukalyptusplantage in Pirna läuft gut. Das Problem ist, dass zu wenig Weibchen gebo- ren werden. Und da unsere Männchen noch relativ unerfahren sind, bekommen Zoos mit erfahrenen Zuchtmännchen meist den Zuschlag.

Interview: Christin Grödel

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