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Dresdens Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena: Giraffenbulle Abidemi wurde nicht verfüttert

Dresdens Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena: Giraffenbulle Abidemi wurde nicht verfüttert

Die öffentliche Zerlegung des anderthalbjährigen Giraffenbullen Marius am Sonntag im Kopenhagener Zoo sorgt für heftige Proteste. DNN sprachen mit Dresdens Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena.

Frage: Drei Jahre ist es her, dass Giraffenbulle Abidemi eingeschläfert wurde. Haben Sie ihn auch verfüttern lassen?

Karl-Heinz Ukena: Nein. Abidemi ist zunächst in der Landesuntersuchungsanstalt seziert und dann nach Lenz in die Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht worden. Der Magen der jungen Rothschildgiraffe hatte sich damals um die Längsachse gedreht und dem Tier tagelang starke Schmerzen verursacht. Es war aussichtslos, es am Leben erhalten zu wollen. Der Magen hätte sich nicht wieder zurückgedreht.

Was halten Sie davon, eine Giraffe öffentlich an die Löwen zu verfüttern?

Ich will das nicht bewerten. Die Dänen gehen halt anders damit um als wir. Löwen sind nun mal keine Veganer, sagt man sich im Kopenhagener Zoo und kommuniziert das auch so in der Öffentlichkeit. Rechtlich ist das sicherlich in Ordnung.

Gesetzt den Fall, Sie hätten zu wenig Platz auf der Anlage. Wie hätten Sie sich der Giraffe entledigt?

Wir hätten mit Sicherheit versucht, die Giraffe auch in Zoos außerhalb Europas anzubieten bzw. in private Hände zu geben, wenn sie nicht übers europäische Zuchtbuch vermittelt werden kann.

Bis Sommer soll ja ein weiteres Giraffenweibchen in Dresden einziehen und ebenso wie Artgenossin Tessa für Nachwuchs sorgen. Für wieviele Tiere ist denn Platz in Dresden?

Für insgesamt sechs.

Was machen Sie sonst so mit überzähligen Tieren?

Ziegen und Schafe z.B. schlachten wir hier im Zoo und verfüttern sie an die Löwen. Und Leistenkrokodil Max bekommt sein Huhn, auch wenn sich gerade Besucher im Prof. Brandes-Haus aufhalten und zuschauen.

Verfüttern Sie auch lebende Tiere - beispielsweise an die Schlangen?

Nein. Nur ganz frisch getötete Tiere. Mäuse zum Beispiel.

Bringen Kinder manchmal ihre Haustiere im Zoo vorbei?

Ja. Wenn ich ihnen dann aber sage, dass ihre Tiere mit Sicherheit als Futter dienen, packen die meisten Mädchen ihren Hamster wieder ein und die Jungs fragen, ob sie da mal zuschauen dürfen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.02.2014

Katrin Richter

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