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Dresdens Uniklinik hilft Eltern von Frühchen

Dresdens Uniklinik hilft Eltern von Frühchen

Dresden ist seit Jahren die geburtenreichste Stadt in Deutschland. Zehn Prozent aller Kinder kommen aber zu zeitig auf die Welt und ein Prozent aller Geburten sind "Extrem-Frühchen", die noch vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden und weniger als 1500 Gramm wiegen.

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Juliane Krauss ist seit der Geburt ihrer Zwillinge permanent im Krankenhaus, um für ihren Nachwuchs Kim und Lea da zu sein.

Quelle: Nadine Steinmann

Von Nadine Steinmann

Auch die Zwillinge Kim Luna und Lea Stella gehören zu diesem einen Prozent. Bei ihrer Geburt vor sieben Wochen wogen sie 1040 und 850 Gramm. Seither sind sie im Uniklinikum Carl Gustav Carus unter ständiger Beobachtung. Damit sie die bestmöglichste Versorgung erhalten, hat der Bereich der Neonatologie (Neugeborenenmedizin) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin vor drei Jahren das Projekt "FamilienNetz" ins Leben gerufen. Nach erfolgreicher Pilotphase wird die neue Vorsorge nun unter Führung der AOK von den Krankenkassen mit einem sechsstelligen Betrag finanziert. Auch die betroffenen Eltern müssen nichts dazu zahlen, die Kosten werden von den Kassen übernommen.

Idee des Projektes ist die gezielte Unterstützung der Eltern von Frühchen. "In den vergangenen Jahren haben wir es geschafft, die Sterblichkeit dieser Fälle in Sachsen und Thüringen auf die bundesweit geringste Rate zu drücken. Nun sollen die Eltern im Mittelpunkt stehen", erklärt Professor Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie. Grund für den neuen Fokus: Anhand von Studien wurde ermittelt, dass gerade die ersten Wochen nach der Geburt entscheidend für die Entwicklung der Kinder sind. Eine intensive Interaktion zwischen den Neugeborenen und den Eltern ist dabei extrem wichtig. "Viele Eltern haben aber Angst mit ihren Kindern umzugehen, weil sie noch so zerbrechlich wirken", erzählt Rüdiger. Mit Seminaren und einer Rund-um-Betreuung soll die Angst genommen werden. Dafür wurde eigens ein neues Team aus Pädagogen und Psychologen in die Neonatologie geholt, die seit dem Start des Projektes 1800 Familien betreuten.

Auch Juliane Krauss, die Mutter von Kim und Lea, wird in dem neuen Projekt betreut. "Ich fühle mich wirklich gut aufgehoben", resümiert die Mutter. In Zukunft soll "FamilienNetz" weiter ausgebaut werden, so dass die Klinik noch mehr Neugeborenen und ihren Eltern helfen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.09.2012

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