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Dresden feiert in den Weltuntergang - Maya-Codex begehrt

Dresden feiert in den Weltuntergang - Maya-Codex begehrt

Der Maya-Codex hat der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden wegen der Weltuntergangs-Prophezeiungen einen einzigartigen Besucheransturm beschert.

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Die alte Maya-Handschrift „Codex Dresdensis“, für Apokalyptiker ein Beleg für den Weltuntergang, liegt in Dresden.

Quelle: dpa

„So etwas haben wir noch nicht erlebt und werden es wohl auch nicht wieder erleben“, sagte die Sprecherin der Bibliothek, Katrin Matteschk, der Nachrichtenagentur dpa. Da der Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 endet, gibt es die Theorie, dass an jenem Tag die Welt untergeht.

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Mit Kind und Kegel: Auch für Mexikaner sind die Maya-Stätten des eigenen Landes beliebt für einen Urlaubsausflug. Foto: Michael Juhran

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Das weltweite Interesse an der rund 800 Jahre alten Handschrift sei ungebrochen - und nehme wenige Tage vor dem vermeintlichen Weltuntergangstermin am 21. Dezember 2012 noch zu. „Jetzt kommen all die Besucher, die Angst haben, dass der Codex dann nicht mehr zu sehen ist“, sagte Matteschk. Allerdings ist das nach eigenen Angaben wertvollste Stück der Bibliothek auch danach noch in der Schatzkammer zu besichtigen.In den Augen der Maya endet am 21- Dezember allerdings nur ein 400-jähriger Zyklus der Maya-Zeitrechnung, worauf ein nächster folgt - sagt etwa Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik an der Universität Bonn. Eine konkrete Prophezeiung für ein angekündigtes Weltende, wie es von Esoterikern vorhergesagt wird, gebe es nicht.

Zur Ausstellung „Weltuntergang 2012?“ kamen rund 7000 Besucher, rund 800 Führungen durch die Schatzkammer und das Buchmuseum mussten die Mitarbeiter stemmen - und damit doppelt so viele wie normalerweise. Unter den Besuchern waren auch zahlreiche Nachfahren der Maya aus Guatemala oder Mexiko. „Die Einträge in das Gästebuch zeigen, dass viele sehr berührt waren“, sagte Katrin Matteschk.

Der „Codex Dresdensis“ lagert in der Schatzkammer der Dresdner Bibliothek und besteht aus 39 ursprünglich als Leporello gefalteten Blättern aus Feigenbaumrinde, die zusammen rund 3,50 Meter lang sind. Der Codex ist nach Bibliotheksangaben eines der bedeutendsten schriftlichen Zeugnisse der vorspanischen Zeit in Amerika. Die im 13. Jahrhundert entstandene Dresdner Maya-Handschrift gilt als älteste der drei weltweit erhaltenen Maya-Codices - und dazu als weltweit einzige Handschrift der Maya, die noch im Original zu sehen ist.

Mit Theateraufführungen, Diskussionsrunden und Konzerten feiert Dresden am 21. Dezember in den vermeintlichen Weltuntergang. So diskutiert in der SLUB unter anderem der Philosoph Peter Sloterdijk über das Thema „Apokalypse“. Im Anschluss begrüßen die Dresdner Sinfoniker das neue Zeitalter der Maya mit einem „Konzert zum Ende der Zeit“, Maya-Sängerin Sara Curuchich wird live aus Mexiko zugeschaltet. Eine Überlebensparty beendet das Spektakel. Auch das Tanztheater Derevo widmet sich in seinem neuen Stück „Die Fünfte Sonne“ dem Weltuntergang - Uraufführung ist am 20. Dezember.

Die Idee eines Bürgers aus Lohmen (Sächsische Schweiz) zum vermeintlichen Weltuntergang hat unterdessen für Aufregung in ganz Deutschland gesorgt: Rund 400 Parzellen in einem Schutzbunker sollten auf Ebay versteigert werden. „Wir haben Drohbriefe und Beschwerden bekommen, da haben wir die Aktion abgeblasen“, hieß es.

dpa

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