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Die ersten sieben Modedesign-Absolventinnen schließen FHD-Studiengang in Dresden ab

Die ersten sieben Modedesign-Absolventinnen schließen FHD-Studiengang in Dresden ab

Kann man mit Mode Sehnsüchte ausdrücken? Oder eine Leidenschaft für Paläontologie? Madeleine Bott und Friederike Damme können.

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Madeleine Bott und Friederike Damme

Quelle: Dietrich Flechtner

Die beiden gehören zu den sieben ersten Absolventinnen des Studienganges Modedesign an der Fachhochschule Dresden – Private Fachhochschule gGmbH (FHD) und haben sich in ihren Abschlusskollektionen genau dieser Themen angenommen.

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Dabei zeigt sie ihren Lesern die neueste Mode, die ihr häufig kostenlos von Firmen zugeschickt wird. (Foto: Kleinstadtcarrie.de)

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Mit sieben Outfits, die alle gänzlich in weiß gehalten sind, geht die 22-jährige Bott Sehnsüchten auf die Spur: Ein bequemer Jersey-Pullover erinnert an den Freund, ein Mantel aus Stepp lässt an die kuschlige Decke denken. Erst auf dem Laufsteg aber zeigt die Kleidung ihr wahres Potenzial. Dann nämlich werden die Stoffe dank Lichtinstallationen zu Projektionsflächen für verborgene Wünsche.

Prähistorisch hingegen geht es bei Friederike Damme zu. Die Dresdnerin ist seit ihrer Kindheit von Sauriern fasziniert und hat diese Leidenschaft mit ihrer Liebe zum Textil verknüpft. „Es war die erste Kollektion, bei der wir das Thema frei wählen durften. Ich habe mich für Haute Couture entschieden, also für Kleider, die nicht für die Straße gedacht sind“, erzählt sie. Ein Ledergürtel mit Hörnern und eine Jacke aus 350 ausgestanzten Dino-Köpfen zeugen davon.

Seit dreieinhalb Jahren studieren beide an der FHD, mit drei anderen Studierenden haben sie 2011 begonnen, zwei weitere kamen als Quereinsteiger hinzu. Inzwischen hat der Studiengang Modedesign, den es in Sachsen nur noch in Schneeberg gibt, 27 Immatrikulierte. Neun bis zehn Interessierte bewerben sich pro Jahr, zu vergeben hätte die private Hochschule eigentlich 15 Plätze. „Dieser Studiengang ist eine Nische. Viele kämpfen mit dem Berufsbild, weil sie nicht wissen, was genau sie damit machen können. Zudem ist Dresden nicht gerade eine Modehochburg“, sagt Sprecherin Katja Solbach.

Für Madeleine Bott und Friederike Damme war das kein Hindernis. Bott, die ursprünglich aus Hannover kommt, hat bereits eine Ausbildung zur Assistentin für Mode und Design abgeschlossen. Nach einem Praktikum bei einer Kostümbildnerin war auch für Damme die Richtung klar. „Das fiel in die Zeit, als die Eignungstests an der FHD begannen, passte also perfekt“, erzählt die 23-Jährige. Dass beide die richtige Wahl getroffen hatten, war schnell klar. „Ab dem 5. Semester haben wir mehrere Outfits geschneidert, da ging der Stress los. Aber es hat unheimlich Spaß gemacht“, erinnert sich Madeleine Bott. „Das Studium fordert einen, aber man wächst daran“, pflichtet ihre Kommilitonin bei.

Gerade die vergangenen Wochen stecken den Frauen in den Knochen. Zwei bis drei Monate haben sie an ihren Abschlussarbeiten gearbeitet, vorbereitet, entworfen, nach Stoffen gesucht. „Allein zwei Wochen haben wir jeden Tag genäht, von früh bis spät. Natürlich gibt es Momente, in denen man denkt, man schafft es nicht. Aber wenn man das Kleid dann am Modell sieht, bestätigt das enorm“, erzählt Damme. Ein eigenes Mode-Label aber bleibt für die beiden trotz des Bachelor-Abschlusses in der Tasche erst einmal Zukunftsmusik. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, erleben, wie es in der Industrie läuft. Erst, wenn man genügend Kontakte geknüpft hat, kann man an Selbständigkeit denken“, sagt Bott.

Was Friederike Damme, Madeleine Bott und die anderen fünf Absolventinnen geschneidert haben, stellen sie morgen der Öffentlichkeit vor. Im Club „My House“ auf der Gothaer Straße 11 zeigen sie alle Abschlusskollektionen und Arbeiten früherer Semester auf der Veranstaltung „Lift off“. Nachdem sich die jungen Frauen zunächst einer Prüfungskommission stellen müssen, öffnet der Club ab 21 Uhr für alle Modeinteressierten. Ab 23 Uhr präsentieren professionelle Models die Outfits, dann kann zu Housemusik getanzt werden. Der Eintritt kostet für Frauen fünf Euro, Männer zahlen zehn Euro. Studenten müssen bis 23 Uhr drei bzw. fünf Euro ausgeben.

www.fh-dresden.eu

Christin Grödel

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