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Die Stadtteilfeuerwehr Dresden-Kaitz feiert am Sonnabend ihr 50-jähriges Jubiläum

Die Stadtteilfeuerwehr Dresden-Kaitz feiert am Sonnabend ihr 50-jähriges Jubiläum

www.stf-kaitz. Direkt neben einer Ansiedlung neu gebauter Mehrfamilienhäuser hat sie einen ruhigen, fast idyllischen Standort - die Wache der Freiwilligen Feuerwehr Kaitz.

Wann: am Sonnabend zwischen 11 und 23 Uhr

Wo: Franzweg 7, 01217 Dresden

Programm: 11.30 Uhr Eröffnung durch Wehrleiter Michael Murrmann; 11.30 Uhr Platzkonzert des Feuerwehrorchesters Dresden; ab 11.45 Uhr Ausstellung 50 Jahre Feuerwehr Kaitz; 12.30 Uhr Polizei zum Anfassen; 13.15 Stellen zum Umzug; 13.30 Uhr Festumzug; 15 Uhr Technikschau; 15.30 geführtes Reiten; 16 Uhr Kinderschminken; 16 Uhr Drehleitereinsatz und THW zu Gast; 16.30 Uhr Vorstellung des Wettkampfes, an dem die Jugendfeuerwehr Kaitz in Niederösterreich jüngst erfolgreich teilgenommen hat; 17 Uhr Einsatzübung; 19 Uhr Konzert Roland-Kaiser-Double; 21.30 Uhr Höhenfeuerwerk

www.stf-kaitz.de

Von Göran Kügler

Direkt neben einer Ansiedlung neu gebauter Mehrfamilienhäuser hat sie einen ruhigen, fast idyllischen Standort - die Wache der Freiwilligen Feuerwehr Kaitz. Hier proben die Kaitzer Feuerwehrmänner den Ernstfall. Hinter dem roten Garagentor steht ein Mercedes LF 16/12, der Einsatzwagen der Brandschützer.

Vor mehr als 50 Jahren, am 23. Februar 1962, wurde die Freiwillige Feuerwehr im Ratskeller Kaitz gegründet. Anfangs nutzten die Kameraden die LPG-Werkstatt auf der Possendorfer Straße, ehe die Feuerwehr im August 1963 einsatztauglich wurde. "Damals hatten wir nur einen alten TSA", sagt Frank May, der seit 1964 seinen Dienst in der Feuerwehr versieht. Er meint einen Tragkraftspritzenanhänger, der per Handzug durch Kaitz geschoben werden musste. Über einen LF8 auf Mercedesbasis mit Schlauchtransportanhänger und unter anderem ab 1972 einen fabrikneuen Barkas B 1000 führte die Historie der Kaitzer Löschwagen schließlich zum heutigen von der Stadt Dresden finanzierten Einsatzfahrzeug.

Nicht immer verlief alles nach Plan bei den Brandschützern: Ein herber Schlag traf die Kaitzer Kameraden im November 1972 - da brannte es bei der Feuerwehr selbst, der Dachstuhl des Gerätehauses stand in Flammen. Laut May war "ein Kabelbrand nach Mäusebiss" die Ursache - erst im Jahre 1977 konnte das neue Gerätehaus eingeweiht werden.

Der größte Brand, den May "ausmachen musste", wie er sagt, war das Großfeuer des Reifenwerks Dresden-Coschütz am 12. Oktober 1987. "Das war definitiv Brandstiftung. Da muss jemand die Mischanlage abgefeuert haben, die brannte lichterloh", erinnert sich der ehemalige Wehrleiter - von 1973 bis 2003 bekleidete er das Amt. "Richtig große Tropfen von glühendem Eisen sind da vor mir auf den Boden gefallen", sagt er und zeichnet deren Größe mit den Fingern nach.

Heute fahren die Kameraden um Wehrleiter Michael Murrmann - 23 Mann umfasst die Einsatzabteilung - jährlich durchschnittlich 160 Einsätze.Wobei die Einsatzdichte sehr unterschiedlich sein kann: "Manchmal rücken wir drei Wochen am Stück nicht aus - und dann sind es auf einmal vier Einsätze in einer Woche", berichtet Michael Hauck, Organisationsleiter der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 1996 ist der 50-jährige Diplomingenieur Feuerwehrmann im Dresdner Süden, davor diente er bei den Freiwilligen Feuerwehren in Werdau und Cottbus-Ströbitz.

Dass man auf Freiwillige Feuerwehren auch in einer Großstadt nicht verzichten kann, liegt für May und Hauck auf der Hand - die vielen Einsätze könnten nicht ausschließlich von der Berufsfeuerwehr bewältigt werden. "Umso wichtiger ist es, dass die Kameraden für den Feuerwehrdienst von der Arbeit freigestellt werden. Das ist heute gar nicht mehr so einfach", erzählt May. Und Hauck ergänzt: "Obwohl die Arbeitgeber von der Stadt für die versäumten Arbeitsstunden entschädigt werden, drohen sie den Kameraden unter Umständen dennoch mit Entlassung. Rechtlich gesehen ist ihr Handeln sogar korrekt."

Seit Jahren klagen Feuerwachen über mangelndes Interesse Jugendlicher am Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr. In den vergangenen 50 Jahren sei die Bereitschaft der Jüngeren, unentgeltlich etwas für die Allgemeinheit zu leisten, stark zurückgegangen. "Die haben alle Handys und Computer, umsonst machen die nichts", sagt May mit grimmiger Miene. Doch mit Blick auf die zehn Mitglieder der Jugendfeuerwehr Kaitz, zu denen auch eine junge Dame zählt, fügt der 65-jährige hinzu: "Diejenigen Jugendlichen, die hier Mitglied sind, sind auch bestrebt, weiter mitzumachen."

Die Stadtteilfeuerwehr Kaitz zählt zu den jüngsten der 22 Freiwilligen Feuerwehren in und um Dresden - und kann mit ihren nun 50 Jahren dennoch ein stolzes Alter vorweisen. Dieses Jubiläum feiert sie am Sonnabend mit einem Tag der offenen Tür auf ihrem Gelände an der Possendorfer Straße. Interessenten und zukünftige Mitglieder sind ab 11.30 Uhr gern gesehene Gäste.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.09.2012

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