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Die Schlacht von Sachsen: Poetry-Slam-Meisterschaft steigt in der Dresdner Saloppe

Die Schlacht von Sachsen: Poetry-Slam-Meisterschaft steigt in der Dresdner Saloppe

Ein paar Monate ist es nun schon wieder her, dass der "Aufbau Ost" in den Medien für durchaus erfolgreich erklärt wurde. Den Soli abschaffen, forderten klamme westdeutsche Kommunen, oder zumindest auf alle nicht blühenden Landschaften in Deutschland verteilen.

Autor Volker Strübing hält auf seinem Blog dagegen und findet, dass der "Aufbau Ost" erst abgeschlossen ist, wenn er sich so ein Aquariumsvideo in seinem Klo leisten kann, auf dem er die Fische anpinkeln kann, so wie in der Toilette der Hallenser Moritzburg. Dieses Erlebnis war ihm offensichtlich einen kritischen Beitrag wert.

Ja, sie kommen rum in Deutschland, die Poetry Slammer. Sie erleben die spannendsten Dinge und sie halten sie für uns fest. Der "Grand Slam of Saxony" ist so etwas wie ein regionales Klassentreffen für Slammer und die Vorstufe zur nationalen Herausforderung. Heute treten die zehn erfolgreichsten Autoren, also die, die in sächsischen Poetry Slams in der letzten Saison am besten abgeschnitten haben, zum neunten Mal gegeneinander an und reden um die Gunst des Publikums, das seine drei Favoriten erst ins Finale und einen davon dann zu den deutschsprachigen Meisterschaften des Poetry Slams in Heidelberg klatscht. Ein klassischer Fall von Demokratie, das Volk wählt mit einer Quote von nahezu 100 Prozent, wo gibt es das schon noch?

Der gemeine Slam hat sich mittlerweile in viele Sub-Slams spezialisiert. Es gibt Team-, Song-, Rap, Theater-, Science- oder U-20-Wettbewerbe, immer geht es um den unterhaltsamsten Weg zur Erkenntnis. Der Inhalt mag noch so banal oder abstrakt sein, ist gern sprach- oder sozialwissenschaftlicher Natur und arbeitet sich häufig und nicht zwingend klischeefrei an Klischees ab. Vermutlich werden auch diesmal wieder die Hipster dran sein, von denen sich die Literaten gerne distanzieren, auch wenn sie selbst mit engen Hosen und Jutebeutel angereist kommen. Widersprüche sind aber noch lange kein Grund, nicht anzutreten. Hauptsache es wird gelacht, gedacht und gerafft. Nicht selten gewinnt der oder die mit der höchsten Lacherquote, erlaubt aber ist alles, was sich mit Worten ausdrücken lässt.

In diesem Jahr findet der "Grand Slam" nicht mehr in der Jungen Garde, sondern in der Saloppe statt. Sie bietet schlicht eine Regenalternative. Rund 1000 Leute passen in die neue Location. Sie haben dieses Mal einige Champions vor sich auf der Bühne stehen. Udo Tiffert gewann den Sachsen-Slam im Jahr 2009, Volker Strübing − der Mann der so gern das Pinkelaquarium hätte − ist sogar mehrmaliger Landessieger. Vom Dresdner Stammpersonal ist Thomas Jurisch dabei, dann noch Bleu Broode, der Gewinner von 2010, und auch neue Gesichter. Moderieren werden die Sax Royalisten Stefan Seyfarth und Michael Bittner. Jetzt, wo der "Aufbau Ost" so gut wie abgeschlossen scheint, kann der oder die Gewinnerin des Sachsen-Slams in Heidelberg ja einfach ein bisschen mehr Geld ausgeben.Juliane Hanka

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.07.2012

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