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Die Maine Coons aus Dresden-Seidnitz: Kita-Leiterin Kathrin Decker züchtet Rassekatzen

Die Maine Coons aus Dresden-Seidnitz: Kita-Leiterin Kathrin Decker züchtet Rassekatzen

Cara Mia of Miriquidi-Coons lautet der feudale Name der stolzen Katzendame, die ganz im Gegensatz dazu im Mo- ment etwas derangiert wirkt. Das lange, seidige Fell in der Farbe black torbie classic - Unkundige würden wohl sagen: schwarz-rot getupft - ist ein bisschen zerzaust, die Grazie im Schritt ein wenig abhanden gekommen.

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Erste Erkundungsversuche aus dem Körbchen in die große Welt. Mit zwölf Wochen werden die kleine Maine Coons für etwa 600 Euro verkauft.

Quelle: Christian Juppe

Der Grund wuselt in einem Körbchen im Obergeschoss des Einfamilienhauses von Kathrin Decker in Dresden-Seidnitz herum: fünf kleine, furchtbar niedliche Maine-Coon-Kitten, die gerade ihre ersten Schritte aus der Sicherheit ihres Rückzugsortes wagen. Noch haben die Kleinen keine offiziellen Namen, sondern heißen E1 bis E5. Es ist der fünfte Wurf, den Züchterin Kathrin Decker vermelden kann - der E-Wurf - deshalb werden alle Kitten später einen Namen tragen, der mit E beginnt.

Die 54-Jährige, die hauptberuflich eine Kindertagesstätte leitet, ist froh, dass es alle Kätzchen geschafft haben. Insbesondere der zarte E5, der später einmal Eros von Dresden-Seidnitz heißen soll, hat ihr Sorgen gemacht. "Der Kleine wog nur 150 Gramm, als seine Geschwister schon mehr als das Doppelte auf die Waage brachten", erzählt sie besorgt. Täglich vor und nach der Arbeit fütterte sie den Kleinen zusätzlich, versuchte ihn aufzupäppeln. Lange stand sein Schicksal auf der Kippe. "Ich versuche alles", sagt sie - und es hat geklappt, Eros ist über den Berg.

Mit zwölf Wochen können die Jungen von der Mama Cara Mia getrennt und an Katzenfreunde in aller Welt verkauft werden. 600 Euro nimmt Decker für eine ihrer Rassekatzen mit Stammbaum. "Für Zuchtkatzen geht der Preis auch schon mal über 1000 Euro", weiß die Dresdnerin. Für professionelle Züchter lohnt sich das Geschäft. Für Kathrin Decker ist die Katzenzucht ein Hobby und gleichzeitig ein Nullsummengeschäft. Dabei hatte die blonde Frau ziemliches Pech mit ihrer Zucht. Kater Talisman und Katze El Domenica starben ganz plötzlich und auch Hugo Boss weilt nach kurzer Krankheit nicht mehr im Hause der Deckers. Bei den A- und B-Würfen gab die Katzenmutter nicht genügend Milch, der D-Wurf holte sich trotz Impfung einen Katzenschnupfen und ließ die Tierarztrechnung nach oben schnellen. C'est la vie von Seidnitz musste nach der Entdeckung mumifizierter Embryos in der Gebärmutter zur Notoperation. Auch ihr Leben hing am seidenen Faden, doch sie hat es geschafft.

Im Moment lebt sie mit dem stattlichen Neun-Kilo-Kater Non stop of Miriquidi-Coons in einem Außengehege auf dem Deckerschen Grundstück, damit die frisch gebackene Katzenmama im Hause ihre Ruhe hat. Der dreijährige Non stop ist der Papa der fünf Kitten. Er wie auch die sechsjährige Cara Mia tragen den Titel "Internationaler Champion", der ihnen auf Katzenausstellungen verliehen worden ist. Erst mit einer Bewertung eines Preisrichters auf einer Ausstellung ist es nach Vereinsstatuten - Decker ist beim Edelkatzenclub Stollberg & Umgebung Mitglied - erlaubt, Nachwuchs zu züchten. Und auch das nur, wenn beide Elternkatzen einen reinrassigen Stammbaum vorweisen können. Bei erfolgreicher Zucht macht die Züchterin dann eine Wurfmeldung beim Verein mit Geschlechts- und Farbangaben sowie Gesundheitszeugnis vom Tierarzt. Dieser prüft auch, ob die Rassenstandards eingehalten werden. Ein Knickschwanz zum Beispiel würde einen Ausschluss der Katze von der weiteren Zucht bedeuten. Der Verein erstellt aus all diesen Angaben einen Stammbaum für die Katze, der wiederum für den Verkauf und die weitere Zucht wichtig ist.

"Es macht mir Spaß, bringt aber auch jede Menge Arbeit", erklärt Decker zu diesem ganzen Aufwand. Zu vielen der Maine Coons, die in ihrem Haus das Licht der Welt erblickten, hat sie noch Kontakt. "Man baut schon eine Bindung zu ihnen auf." Aus diesem Grund und zur weiteren Zucht wird wahrscheinlich auch ein Kätzchen des E-Wurfs in Dresden-Seidnitz bleiben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.08.2014

Franziska Schmieder

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