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Die Gläserne Manufaktur beim Super Bowl - Neuer VW-Spot wurde in der Produktion in Dresden gedreht

Die Gläserne Manufaktur beim Super Bowl - Neuer VW-Spot wurde in der Produktion in Dresden gedreht

Er gilt als das größte Sportereignis der Welt: der Super Bowl. Wenn sich in der Nacht von Sonntag zu Montag die Denver Broncos und die Seattle Seahawks im großen Football-Finale gegenüberstehen, werden bis zu 150 Millionen US-Amerikaner gebannt vor den Fernsehern sitzen.

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Die Dreharbeiten in Dresden waren extrem aufwändig.

Quelle: Christian Juppe

Kein Wunder, dass der Super Bowl angesichts dieser gigantischen Zuschauerzahlen die teuersten Werbeblöcke verkauft, die es gibt. Für einen 60-Sekunden-Spot müssen Firmen unglaubliche 7,6 Millionen Dollar hinblättern. Trotz dieser Preise wird gegen Ende des zweiten Viertels der Super-Bowl-Übertragung Dresden für kurze Zeit über die Bildschirme „flimmern“ –­ in New York genauso wie in Chicago, in den Steppen von Kansas ebenso wie in Kalifornien.

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VW betrieb für den Werbespot einen riesigen Aufwand.

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Für das begehrte Werbefenster tief in die Tasche gegriffen hat der Volkswagen-Konzern. Große Teile des eine Minute langen Spots wurden Mitte Januar in der Gläsernen Manufaktur gedreht. Die Story ist noch streng geheim, allerdings erfuhren die DNN bei einem Vor-Ort-Termin, dass Qualitätsbesessenheit und Gründlichkeit deutscher Ingenieurskunst im Mittelpunkt stehen. Das Ganze ist selbstverständlich in Super-Bowl-Manier witzig verpackt. „Unser Spot dreht sich um die Botschaft, dass wir von VW zuverlässige Autos bauen. Deshalb zeigen wir, was alles passiert, wenn ein VW 100 000 Meilen runter hat“, erzählt Jeff Sayen, Marketingverantwortlicher bei VW America. Hintergrund ist, dass statistisch gesehen die Fahrzeuge anderer Fabrikate vorher kaputt gehen.

Kampf um den witzigsten, originellsten Werbespot

Der in Dresden produzierte Phaeton wird in der Super-Bowl-Werbung zwar nicht explizit angepriesen, ist aber trotzdem zu sehen. Denn die eigens aus den USA eingeflogenen Filmprofis um Regisseur Tom Kuntz haben ihr Set unter anderem in der so genannten Reserveradmulde aufgebaut – dem Raum, in dem das gleichnamige Kunststoffteil an die Luxuswagen montiert wird. „Die Gläserne Manufaktur ist ein einzigartiger Ort. Solch eine Kulisse habe ich vorher noch nicht gesehen“, betont Sayen.

VWs Botschaft an die Amerikaner ist eindeutig: „Wir haben einen starken Mittelklassewagen.“ Deshalb steht nicht der Phaeton im Mittelpunkt des Spots, sondern der Passat. Bislang liegt der Marktanteil von Volkswagen in den USA bei reichlich drei Prozent. Die Super-Bowl-Werbung ist übrigens nicht nur extrem teuer, sondern auch Kult. „Wie die Football-Teams im Stadion um den Titel kämpfen die großen Firmen im Fernsehen um den besten, originellsten, witzigsten Super-Bowl-Spot“, meint Hayen. Was das Staraufgebot angeht, braucht sich VW mit Carmen Electra (die Schauspielerin drehte woanders) zwar nicht zu verstecken, steht aber auch nicht in der vordersten Reihe. So verpflichtete beispielsweise Konkurrent Jaguar Ben Kingsley als Werbebotschafter und die Modekette H&M ist mit Fußball-Ikone David Beckham am Start. „Der Aufwand, den wir alle betreiben, ist also durchaus berechtigt“, erklärt Hayen.

Ein ganzes Wochenende für wenige Sekunden Werbung

Der VW-Super-Bowl-Spot „The Force“ aus dem Jahr 2011 wurde bei YouTube über 50 Millionen Mal angeschaut. Für die Dreharbeiten in Dresden hat das Unternehmen entsprechend Aufwand betrieben. Zur Filmcrew gehörten mehr als 100 Personen: Schauspieler, Komparsen, Kameraleute, Visagisten, Techniker, Produzenten und Cutter. Letztere kümmerten sich schon vor Ort am Laptop um den Rohschnitt der einzelnen Szenen. Bei der Produktion eines deutschen Spielfilms ist der Mitarbeiterstab in aller Regel deutlich kleiner. Der Super-Bowl-Spot kann durchaus auf eine Stufe mit Hollywood gestellt werden, bloß eben im Fall von VW ohne die ganz großen Namen der Branche.

Während der Dreharbeiten lag der Teufel im Detail. Tom Kuntz und sein Assistent mussten an ihren Bildschirmen durchweg hochkonzentriert bleiben und auf jede noch so kleine, möglicherweise falsche Nuance achten. Derweil war es die Aufgabe von Kreativdirektor Dan Watson aus San Francisco, die Arbeit der acht verschiedenen Teams in der Gläsernen Manufaktur effektiv zu koordinieren. Für wenige Sekunden Werbung nahm sich die Crew in Dresden unterm Strich ein ganzes Wochenende Zeit.

Den fertigen Werbespot will Volkswagen am Dienstagnachmittag deutscher Zeit veröffentlichen. Den Super Bowl verfolgen weltweit fast eine Milliarde Menschen im Fernsehen. Außerhalb der USA gibt es allerdings andere Werbeblöcke.

Christoph Stephan

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