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Die Erdmännchen kommen: Im August ist Baubeginn für neue Anlage im Zoo

Die Erdmännchen kommen: Im August ist Baubeginn für neue Anlage im Zoo

Manchmal zeigt Joe, der letzte seiner Art auf dem alten Rhesusaffenfelsen, vorübergehenden Besuchern den Stinkefinger. Behauptet jedenfalls Dresdens Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena mit einem Augenzwinkern.

Von Katrin Richter

Was der einsame Joe noch nicht ahnt: Im August muss der fast 20 Jahre alte Affe umziehen ins Prof. Brandes-Haus hinter die Kulissen, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Denn dann geht's los mit dem Bau der neuen, 400 000 Euro teuren Anlage. "Bis zum 20. Juli erwarten wir die Baugenehmigung, dann beginnen die Ausschreibungen, schon Ende Oktober wollen wir fertig sein", umreißt Ukena den zeitlichen Rahmen.

Sechs Erdmännchen - fünf Damen und ein Herr - sowie ein Klippschlieferpärchen werden sich die neue Anlage teilen. Die hellgrauen Erdmännchen gehören zur Familie der Mangusten, stehen nach Menschenart oft auf zwei Beinen, wiegen um die 700 Gramm und leben im südlichen Afrika. Sie sind sehr gesellig. Bis zu 30 dieser Geschöpfe leben in einer Kolonie. Im Zuge der Arbeitsteilung hocken mehrere Erdmännchen vor den Eingängen zu ihrem Bau und halten auf den Hinterbeinen sitzend nach Feinden Ausschau. Ist Gefahr im Verzug, geben sie ihr charakteristisches Bellen von sich. Andere Artgenossen suchen nach Nahrung, die zu fast 90 Prozent aus Insekten besteht. Ihre Mitbewohner, die Klippschliefer, sind braun, sehen aus wie kaninchengroße Murmeltiere und kommen in den felsigen Gegenden Afrikas vor.

Nach Informationen von Projektleiter Wolfgang Ludwig geht ein Großteil der alten Felsen in der neuen Anlage auf. "Die Felskulisse ist dann aber etwas kleiner und nicht mehr so massiv", erklärt Ludwig. Der jetzt noch bestehende Graben, der die Besucher vom einsamen Joe trennt, werde zu großen Teilen aufgefüllt. Von einem sich um die Anlage schlängelnden Rundweg aus könnten die Besucher den possierlichen Tieren zum Teil durch Glasbarrieren hindurch zuschauen. Drei Ställe verstecken sich dann im Felsmassiv: ein einsehbarer Schaustall für die Erdmännchen, ein weiterer für die Klippschliefer und ein dritter Abtrennstall. Ein Landschaftsarchitekt sei speziell für neue Bäume, darunter Ahorn, Büsche und Sträucher zuständig.

Übrigens: Etwa 60 Rhesusaffen bevölkerten 1925 die Anlage im Ostteil des Dresdner Zoos, die mit Steinhaus und Metalllaufrad damals eher einem Spielplatz geglichen haben muss. Das geht aus der Chronik von Zoo-Archivar Winfried Gensch hervor.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2012

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