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Die Dresdner Volkshochschule bietet einen Mundharmonikakurs an

Viel mehr als Volksmusik Die Dresdner Volkshochschule bietet einen Mundharmonikakurs an

Wir schreiben das Jahr 2008. Das Finale der Show „Das Supertalent“ läuft. Wer wird gewinnen? Die Spannung steigt. Dann die Entscheidung: Michael Hirte, der „Mann mit der Mundharmonika“, ist der Sieger der zweiten Staffel des Wettbewerbs. In diesem Moment sind Tausende Zuschauer vom Mundharmonikaspiel begeistert. Doch das entspricht nicht dem Normalzustand

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Gerhard Ziermann leitet das Dresdner Mundharmonika-Orchester und wünscht sich jüngere Nachwuchs-Mitspieler.

Quelle: Archiv

Dresden. Wir schreiben das Jahr 2008. Das Finale der Show „Das Supertalent“ läuft. Wer wird gewinnen? Die Spannung steigt. Dann die Entscheidung: Michael Hirte, der „Mann mit der Mundharmonika“, ist der Sieger der zweiten Staffel des Wettbewerbs. In diesem Moment sind Tausende Zuschauer vom Mundharmonikaspiel begeistert. Doch das entspricht nicht dem Normalzustand. Tatsache ist: Die Zahl der Mundharmonikaspieler und -spielerinnen ist seit Jahren rückläufig.

Diese Erfahrung muss auch Gerhard Ziermann, Leiter des „Dresdner Mundharmonikaorchester e. V.“ machen. „Vor 80 Jahren gab es mal 1,5 Millionen Mundharmonikaspieler in Deutschland – jetzt muss man sie suchen“, stellt er fest. So geht auch die Zahl der Mundharmonikaorchester zurück. Gab es zu DDR-Zeiten noch sieben Orchester in Dresden, steht Ziermanns Ensemble heute alleine da. Einen Grund sieht der Musiker vor allem in den stetig steigenden Kosten für die Instrumente. Früher kostete eine Mundharmonika bei der Firma „Seidel und Söhne“ 1,28 Mark; heute bezahlt man dafür mindestens 30 Euro – die Preise reichen bis in den vierstelligen Bereich für besonders spezielle Geräte. Außerdem wird die Mundharmonika besonders bei Jugendlichen mit Volksmusik in Verbindung gebracht, die längst nicht mehr so populär wie vor 50 Jahren ist. Nachvollziehbar also, dass besonders junge Menschen lieber das Spielen auf einem anderem Instrument erlernen wollen.

Ziermann möchte das nun ändern und die Begeisterung für „sein“ Instrument auch bei anderen wecken und so das Mundharmonikaorchester verstärken. Deshalb wird unter der Leitung von Horst Schubert, dem ehemaligen musikalischen Leiter des Orchesters, zum zweiten Mal nach 2003 ein Volkshochschulkurs stattfinden. Von Oktober bis Dezember können Interessierte einmal wöchentlich circa zwei Stunden Grundlagen des Mundharmonikaspielens und der Notenlehre erlernen. Die Kosten betragen pro Person 48 Euro, bei Finanzierungsproblemen würde aber das Orchester unterstützend eingreifen. Notenkenntnisse sind dabei nicht erforderlich, lediglich eine Mundharmonika in C-Dur muss mitgebracht werden.

Ziermann, der selber Mundharmonika spielt, seit er neun Jahre alt ist, hofft, „dass etwas hängenbleibt“. Das Dresdner Orchester ist zwar mit 16 Mitgliedern eines der größten in den neuen Bundesländern. Allerdings liegt der Altersdurchschnitt bei über 60 Jahren, der Fortbestand ist also keinesfalls hundertprozentig gesichert. „Verstärkung“, so Ziermann, „könnten wir dringend gebrauchen.“

Von Richard Gänzle

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