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Die Drei von der Bank-Stelle in Kleinzschachwitz

Prominente Sitzgelegenheit Die Drei von der Bank-Stelle in Kleinzschachwitz

Ein Treffen mit Freunden, ein Gläschen Sekt und keine Termine: Viel schöner kann ein Mittwochvormittag kaum sein. War er aber gestern für drei Pensionäre, die sich an der Elbe in Kleinzschachwitz getroffen haben. Klärchen strahlte vom wolkenlosen Himmel und sie saßen auf einer neuen Bank gleich beim Fährhaus.

Die Ex-DVB-Vorstände Hans-Jürgen Credé (links) und Reiner Zieschank plaudern mit der früheren Oberbürgermeisterin Helma Orosz.
 

Quelle: D. Flechtner

Dresden.  Ein Treffen mit Freunden, ein Gläschen Sekt und keine Termine: Viel schöner kann ein Mittwochvormittag kaum sein. War er aber gestern für drei Pensionäre, die sich an der Elbe in Kleinzschachwitz getroffen haben. Klärchen strahlte vom wolkenlosen Himmel und sie saßen auf einer neuen Bank gleich beim Fährhaus. Mit Blick aufs Lustschloss von August dem Starken auf der anderen Seite der Elbe. „Wir drei Banksionäre“, lachte Helma Orosz. Die Ex-Oberbürgermeisterin war mit dem Fahrrad aus Loschwitz gekommen, um sich mit Reiner Zieschank und Hans-Jürgen Credé zu treffen, den zwei Vorständen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB), die im vergangenen Jahr wie sie in den Ruhestand gegangen sind. Das Trio saß auf der neuen Bank, nippte an den Gläsern mit kühlem Sekt, den Jörg Lämmerhirt, der Ortsamtsleiter aus Leuben eingeschenkt hatte, und genoss den schönen Ausblick.

„Ihr habt ein paar Tage gebraucht, um sie aufzustellen“, erinnerte die Ex-OB an den Kampf, den Lämmerhirt ausfechten musste, bevor die Bank auf ein kleines Betonfundament inmitten der Wiese an der Elbe geschraubt werden konnte. Lämmerhirt bestätigte – genau ein Jahr hat es gedauert, diesen Platz zu finden. Umweltschützer und Naturexperten, Wasserfachleute und Vogelkundler mussten zustimmen, bevor die Sitzgelegenheit aufgestellt werden durfte. Sogar die Europäische Union war gefragt, schließlich steht die Bank auf einer Wiese, für die ein Bauer Fördergeld aus Brüssel bekommt. Schließlich fand sich ein Fundament, auf dem früher ein Schild für die Schifffahrt stand. Genau auf diesen Betonklotz, das nicht mehr gebraucht wurde, hat Lämmerhirt die Bank schrauben lassen. 500 Euro hat sie gekostet, sagt Zieschank, das Geld kam von den Verkehrsbetrieben. Deshalb sei es ganz gut, dass man auch die Fähre sieht. Marketing für die DVB. Zwei weitere Bänke stehen am Kleinzschachwitzer Ufer in Laubegast, gleich neben der Feuchten Kurve, und am Loschwitzer Elbufer nahe der Schwebebahn. Die Papierkörbe in Kleinzschachwitz und Laubegast hat Lämmerhirt aus dem Etat des Ortsamtes beigesteuert.

Sekt und Sonne, die Ruhe und das Rentnerleben – die drei „Banksionäre“ nutzten den schönen Vormittag, um über ihre neue Freiheit zu philosophieren. „Alles, was ich jetzt schrecklich finde, habe ich selbst zu verantworten“, beschrieb Orosz die neue Qualität ihrer Termine. Sie arbeitet unter anderem im Sonnenstrahl-Verein mit, wirbt für den Kreuzchor und setzt sich für die Konrad-Adenauer-Stiftung ein. „Man kriegt den Kalender voll, weil man alles selbst macht“, wissen Zieschank und Credé zu berichten. Termine müssen selbst verabredet, Reisen selbst geplant, Hotelzimmer selbst gebucht und Abrechnungen selbst geschrieben werden. „Abtrainieren“, nennt Zieschank sein Engagement. Daneben ist Zeit für die Familie und den Sport. Zieschank spielt wieder mehr Tennis, Credé läuft mehr und Helma Orosz hat ihr Fahrrad aus dem Keller geholt. Jetzt radelt sie damit fast täglich durch Dresden. Und die Ex-OB denkt darüber nach, endlich auch den Tennisschläger in die Hand zu nehmen, den sie geschenkt bekommen hat. „Dann können wir eine Runde spielen“, fordert sie schon mal Ex-DVB-Vorstand Zieschank heraus. Gestern aber ging es aber erst einmal um eine neue Bank, einen schönen Ausblick, ein Glas Sekt und ein vergnügliches Treffen. Neue Freiheit für die Drei von der Bank-Stelle.

Von Christoph Springer

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