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Die Amphibien-Athleten - Jugendfrei-Redakteurin Lisa probiert sich bei Dresdner Triathleten aus

Die Amphibien-Athleten - Jugendfrei-Redakteurin Lisa probiert sich bei Dresdner Triathleten aus

Bei mehr als 30 Grad im Schatten wird schon der Gang zur Lieblingseisdiele zur schweißtreibenden Angelegenheit. Wer würde da noch an Sport denken? Niemand, außer eine ganz besondere Spezies von Sportbegeisterten: Triathleten! Pünktlich zum Startschuss der Freibadsaison schwimmen, radeln und laufen sie jedes Jahr zur athletischen Höchstform auf.

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Im Fahrradsattel Richtung Birkwitz-Pratzschwitz hat Lisa noch gut lachen, ihr Rücken und Hintern melden wegen der ungewohnten Belastung schon erste Beschwerden an. Fotos (3): Lisa Kirsten

Quelle: Lisa Kirsten

Das trifft auch für die eifrigen Sportler des Triathlonvereins Dresden (kurz TV Dresden) zu. Seit fast 30 Jahren trainieren hier junge und junggebliebene Triathleten gemeinsam für neue Bestleistungen. Und das mit Erfolg. Egal, ob in der Regional-, Landes- oder sogar in der Bundesliga: Die Dresdner mischen das Feld auf. Doch um das zu schaffen sind straffe Trainingseinheiten notwendig. Bei einer durfte ich dabei sein.

Ein wilder Haufen

Ein kleines silbern funkelndes Rennrad darf ich für einen Nachmittag mein Eigen nennen. Martin Flehmig, der Leistungssportwart des TV Dresden, macht es möglich. Er kümmert sich um die organisatorischen Dinge des Vereins, darunter auch die Einweisung von neugierigen Jugendfrei-Reporterinnen. Elegant schwinge ich mich auf den Sattel. Immerhin, das klappt schon mal. Und los geht's: Auf zum Treffpunkt an der Elbe! Dort begrüßen mich erstmal 15 durchtrainierte Sportskanonen zwischen 13 und 37 Jahren. Was für ein einschüchternder Anblick. Und sie bilden gerade mal einen Bruchteil von den insgesamt mehr als 150 Vereinsmitgliedern. "Ein wilder Haufen ist das", verrät mir Tilo Samper, der Trainer der Nachwuchsgruppe des TV Dresden. Doch ein sehr herzlicher wilder Haufen, denn sofort werde ich in Position gebracht und in die kompakte Formation aus Zweier-Reihen integriert.

Nach den ersten Rennradminuten meines Lebens fallen mir lustige Zeichen auf, die dominoartig von vorne nach hinten im Team weitergeleitet werden. So bedeutet ein gestreckter Arm nach oben: "Achtung! Rote Ampel!" Der Arm nach unten zeigend: "Achtung! Schlagloch!" Bis ich das übersetzt habe, bretter ich schon mit vollem Schwung durch das Schlagloch und spüre den Schmerz in meinem werten Hinterteil. Auch mein Rücken protestiert so langsam, aufgrund der ungewohnt horizontalen Körperhaltung. Und meine Arme erst! Aber nein, jammern gibt's nicht. Ein Triathlet kennt keinen Schmerz!

Die Gesundheit geht vor

Nach knapp einer Stunde haben wir endlich unser Ziel erreicht, die Kiesgrube Birkwitz-Pratzschwitz. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt dort nicht. Schnell schlüpfe ich in meinen Bikini, inklusive schicker Badekappe und Schwimmbrille, und laufe mit den anderen zum Ufer. Dann gibt Martin den verbalen Startschuss: "Drei, zwei, eins, los!" Baywatchartig stürzen wir uns ins Wasser. Da fällt mir plötzlich ein, dass ich gar nicht kraulen kann! Zu spät. Schon schwimmen die ersten muskulösen Körper über mich und meine kläglichen Brustschwimmbewegungen hinweg. Peinlich, peinlich.

Während die anderen bereits Boje für Boje umrunden, bekomme ich meine erste Kraulstunde. Und wie es scheint, bin ich ein kleines Naturtalent. Acht Kraulzüge bekomme ich auf Anhieb hin - mit viel Seewasser im Mund. Aber davon mal abgesehen, ist es ein richtiges Erfolgserlebnis! Zeit für eine Verschnaufpause.

Während sich der ganz harte Kern der Gruppe mit Turnschuhen bewaffnet auf die Laufstrecke begibt, erlaubt mir Martin ein bisschen Ruhe, schließlich soll ich es beim allerersten Training nicht gleich übertreiben. Gesundheit geht vor. Das gilt für alle, besonders aber für den Triathlon-Nachwuchs. Bis zu zehn Trainingseinheiten meistern die 11- bis 16-Jährigen jede Woche. Ein festgelegter Ruhetag ist deshalb ein genauso wichtiger Bestandteil des Trainingsplans wie die zahlreichen Schwimm- und Laufstunden, das Koppeltraining und die Athletikeinheiten. Das erfordert viel Selbstdisziplin und ein ausgeklügeltes Zeitmanagement. "Viel Zeit neben der Schule und dem Sport bleibt da nicht", verrät mir Nachwuchstriathlet Philipp (15). Doch das nimmt er in Kauf, um seine sportliche Leidenschaft auszuleben.

Nach der Laufsession an der Kiesgrube geht es mit dem Rennrad wieder ab nach Hause. Nach mehr als vier Stunden habe ich es dann überstanden: Mein erstes Triathlontraining. Es war aufregend, anstrengend, aber vor allem abwechslungsreich. Und das macht den Reiz der Sportart aus. Die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen ist das perfekte Training für Körper, Seele und die müden grauen Alltagszellen. Also an alle Wasserratten, Hobbyradler und gelangweilten Marathonläufer: Probiert es selbst aus! Ihr werdet Spaß haben.

@www.triathlon-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.08.2013

Lisa Kirsten

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