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Der Wald ist nicht genug: Ingrid Voigtmann aus Dresden wirkt mit eigenem Projekt dem Klimawandel entgegen

Der Wald ist nicht genug: Ingrid Voigtmann aus Dresden wirkt mit eigenem Projekt dem Klimawandel entgegen

"Pflanz' einen Baum und kannst du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt, bedenke Mensch, es haben deine Ahnen - eh' sie dich kannten - auch für dich gepflanzt.

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Ingrid Voigtmann und ihr Sohn Andreas haben ein Herz für Bäume.

Quelle: Carola Fritzsche

Von annette thoma

" Dieses Zitat unbekannter Herkunft lässt sich auf der Homepage von TreeDD lesen. TreeDD - das ist ein ökologisches Projekt der ganz besonderen Art. Ingrid Voigtmann aus Dresden hat es in Privatinitiative entwickelt, um dem Klimawandel den Kampf anzusagen. Getreu dem Motto "Pflanz' einen Baum - tu was gegen CO2" ruft sie alle Dresdner Bürger dazu auf, Bäume für ein besseres Klima in der Stadt zu pflanzen und Baumpate zu werden.

Die Idee beschäftigt sie schon über zehn Jahre. Ende 2010 hat sie ihre Pläne in die Tat umgesetzt und bewarb sich beim Nachhaltigkeitswettbewerb "Ideen, Initiative, Zukunft" der Drogeriemarkt-Kette dm. Damals wurde ihr Klimaschutz-Projekt nominiert - heute fördert dm die Baumpflanz-Aktion in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission. "Darüber bin ich sehr glücklich", meint Ingrid Voigtmann. "Das zeigt die Machbarkeit des Projekts."

Ihr Sohn Andreas unterstützt sie in ihrer Arbeit und steht der Projektinitiatorin beratend zur Seite. Obwohl er anfangs etwas skeptisch war. Doch nachdem er begonnen hatte, sich mit der Thematik näher zu beschäftigen, war auch er überzeugt, dass etwas getan werden müsse. "Es gibt Studien, die belegen, dass in Dresden eine schlechte Luft herrscht", so Andreas Voigtmann. Eine davon ist die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2008. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Dresden die Stadt mit der größten Luftverschmutzung in ganz Deutschland ist. Die Voigtmanns wollen ein Zeichen setzen und "wenigstens versuchen, etwas zu verbessern. Wir stehen mit dem Projekt noch am Anfang und wollen in den Köpfen der Leute etwas verändern", so Andreas Voigtmann.

Die beiden wollen die Dresdner dazu anregen, sich mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu beschäftigen. Dabei ist es aber ein Anliegen, keine großen Firmen mit ins Boot zu holen, sondern einzelne Leute mit Eigeninitiative. "Die Bürger als Privatpersonen sollen sich dabei beteiligen", so Klimaschützerin Voigtmann. Andreas Voigtmann könne sich auch "prominente Zugpferde" vorstellen, um mehr Akzeptanz und Unterstützung in der Bevölkerung zu finden.

Dass die Landeshauptstadt schon eine Menge Bäume hat, ist der Initiatorin bewusst. "Dresden ist eine grüne Stadt und es gibt auch sehr gute Programme für das Klima", lobt Ingrid Voigtmann. "Aber nicht jeder Baum in der Stadt ist gesund. Trotz Pflege sind viele Bäume erneuerungsbedürftig." Außerdem gehe die Zahl der Baumpflanzungen in Dresden beständig zurück. Wurden 2009 noch 900 Bäume gepflanzt, sank die Zahl 2010 auf 825 und 2011 auf 690 Bäume. In diesem Jahr ist es vorgesehen, nur noch 350 Bäume neu zu pflanzen. Dazu kommt, dass beispielsweise Bauarbeiten und der Autoverkehr viele Bäume belasten. "Dabei wirken Bäume sehr regulierend auf das Klima", erklärt die Diplom-Ingenieurin. Der Prozess der Photosynthese, bei dem Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff umgewandelt wird, gilt als einer der wichtigsten biologischen Vorgänge auf der Erde. Ein 100-jähriger Laubbaum beispielsweise produziert 1,7 Kilogramm Sauerstoff pro Stunde. Das ist so viel Sauerstoff, wie 50 Menschen benötigen, um genau so lange zu atmen.

Als zukünftiger Baumpate kann man den Standort allerdings nicht frei wählen, auch wenn man "seinen" Baum gerne in der Nähe hätte. "Wo welcher Baum gepflanzt wird, obliegt der Stadt", weiß Voigtmann. Aber das hat sie bei TreeDD alles bedacht. Findet sich ein Interessent, der Baumpate werden möchte, nimmt Voigtmann mit dem Grünflächenamt Dresden Kontakt auf. Dort erfährt sie, welche Baumsorte wo gepflanzt werden könne, schließlich muss die Art des Baumes auch zum Standort passen.

Dem Interessenten kann Ingrid Voigtmann nun eine Auswahl an Möglichkeiten unterbreiten und einen entsprechenden Spendenbetrag aushandeln. Sie fungiert quasi als Vermittlerin zwischen Privatperson und Behörde. Die Baumpflanzung erfolgt symbolisch, das heißt, dass diese von Fachfirmen vorgenommen wird. Die Baumpaten vollenden im Anschluss daran die Pflanzung, indem sie den Baum angießen oder enthüllen. Bei einem Spendenbetrag von 50 Euro geht es los, der Pate erhält ein Zertifikat für seine Bereitschaft, auf welchem auch der Anlass der Pflanzung vermerkt ist. Ab 250 Euro wird zusätzlich ein Spendenschild angebracht.

Einen Anlass, einen Baum zu pflanzen gäbe es immer, lächelt Ingrid Voigtmann. Die Geburt eines Kindes, die Einschulung oder das Abitur beispielsweise. Auch generationenübergreifend lasse sich ein Grund finden, Großeltern können ebenfalls das Angebot für ihre Enkel wahrnehmen.

Die erste symbolische Baumpflanzung von TreeDD findet in Koopera- tion mit dm statt. Diesen Freitag um 10.30 Uhr finden sich Ingrid und Andreas Voigtmann und die Leiterin des dm-Drogeriemarktes der Prager Straße auf dem Spielplatz des Kleingärtner-vereins "Erholungsheim" ein, um den Baum, eine Amur-Kirsche, anzu- gießen, das Spendenschild zu enthül-len und das Zertifikat zu übergeben. Über die Weinböhlaer Straße 40 gelangt man durch die Kleingärten hindurch direkt zum Ort des Geschehens.

www.treedd.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2012

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