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Der Mann hinter dem Riesenstollen: René Krause ist verantwortlich für den Anschnitt

Der Mann hinter dem Riesenstollen: René Krause ist verantwortlich für den Anschnitt

René Krause ist ein viel beschäftigter Mann: er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern, Inhaber der sieben Dresdner Bäckereien "Krause" mit 45 Angestellten, Beauftragter des Riesenstollens und Mitglied in der Bäcker-Nationalmannschaft.

"Ja, Sie haben richtig gehört, wir haben eine Nationalmannschaft der Bäckermeister, zu der insgesamt zehn Mitglieder gehören", so Krause. Ihre Aufgaben: Repräsentation des Handwerks in der Öffentlichkeit und die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen.

"Die Idee entstand vor einigen Jahren. Bis dahin waren durch das Fernsehprogramm immer nur Starköche bekannt, also warum sollte es keine Star-Bäcker geben?", erklärt der 36-Jährige. Und so gründete sich 2008 die Nationalmannschaft aus damals noch sechs Bäckern.

Erst im vergangenen September nahmen sie bei der Weltmeisterschaft im Rahmen der Internationalen Backausstellung (IBA) in München teil. Dort mussten sie sich in den vier Kategorien Brot, Brötchen, Schaustück - die Kunst, Gebäcke für Schaufenster zu einem ansprechenden Bild zusammenzustellen - und gezogene Teige, wie Blätter- oder Plunderteig, beweisen. In den Kategorien Brot und Brötchen konnte sich die deutsche Nationalmannschaft erfolgreich gegen Länder wie Chile, China, Australien, Polen, Portugal sowie Frankreich durchsetzen und den Weltmeistertitel ergattern. "Deutschland steht im Bereich des Brotes einfach für gute Qualität und vor allem für Vielfalt. Wir haben ja insgesamt 1200 verschiedene Brotsorten", erzählt der Dresdner.

Deswegen soll nun auch an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim ein deutsches Brotregister eingeführt werden. Ziel: "Wir wollen alle Sorten sammeln und einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde schaffen", erzählt Krause. Der Antrag dafür ist bereits gestellt und solange er bearbeitet wird, sammeln die Innungsmitglieder weiterhin Rezeptideen. "Ich denke, wir werden sogar noch mehr als die bisherigen 1200 Sorten zusammenbekommen", zeigt sich Krause zuversichtlich. Aber nicht nur Preise und Urkunden bringen die Bäcker von den internationalen Wettkämpfen mit, auch neue Ideen für eigene Kreationen entstehen aus dem Erfahrungsaustausch mit anderen Bäckern. So kann man beispielsweise derzeit bei der Bäckerei Krause auch einen neuen Stollen probieren. Das Außergewöhnliche: Er wird in einer Dose gebacken und enthält untypische Zutaten. "Ich habe bei der WM gesehen, dass die Amerikaner sehr viel mit Cranberries arbeiteten. Die Chilenen dagegen rührten oft Macadamia-Nüsse in den Teig. Ich hab beides vereint und daraus einen neuen Stollen kreiert", erklärt der Bäckermeister.

Aber wie bereits erwähnt, ist René Krause nicht nur Mitglied der Nationalmannschaft, sondern seit drei Jahren auch verantwortlich für die Produktion des Riesenstriezels, der beim Stollenfest am 8. Dezember auch von ihm angeschnitten wird. "Jede Bäckerei, die sich beteiligt, muss mindestens zehn Stollenplatten backen. Am ersten Advent werden sie dann zu einem Gebäck in der Sachsengarage zusammengesetzt", sagt der zweifache Vater. Auch seine Bäckerei wird zehn Platten backen. Doch nebenher muss sich Krause noch um zahlreiche andere Dinge kümmern: "Es ist ja viel Organisatorisches zu klären. Ich muss dafür sorgen, dass genug Zucker und Butter da ist oder darauf achten, dass sämtliches Werkzeug für den Bau des Karrens vor Ort ist", berichtet der Bäckerei-Inhaber.

Wenn dann aber zum Stollenfest um 11 Uhr am Theaterplatz die Prozession mit August dem Starken und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) loszieht, hat sich die viele Arbeit wieder einmal gelohnt. Ankunft soll übrigens gegen 11.30 Uhr am Altmarkt sein. "Und wenn wir wieder so gut arbeiten, wie im vergangenen Jahr, dann wird der zweieinhalb bis dreieinhalb Tonnen schwere Stollen innerhalb von drei bis vier Stunden wieder verkauft sein", vermutet der gelernte Bäcker und Konditor.

Natürlich läuft der Verkauf auch in diesem Jahr wieder über die Stollentaler für vier Euro. Dafür erhält jeder Gast des Festes rund 500 Gramm des Riesenstollens. Der Erlös der Aktion kommt traditionell einem gemeinnützigen Verein zu Gute.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.11.2012

N. Steinmann

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