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Debütanten trainierten Stunden für den Semperopernball

Debütanten trainierten Stunden für den Semperopernball

Der Wiener Walzer ist zur Zeit in aller Munde, denn er wird der Tanz sein, mit dem heute Abend der Semperopernball eröffnet wird. Für 72 Paare spielt der Standardtanz im Dreivierteltakt aber eine ganz besondere Rolle: Die Debütanten dürfen vor einem riesigen Publikum die große Ballnacht offiziell eröffnen.

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Paul Berger und Sophia Watzke trainieren in der Börse Coswig für die Eröffnung des Semperopernballs.

Quelle: Martin Förster

Dabei werden ihnen Millionen Menschen vor und in der Semperoper, aber auch zu Hause vom Fernseher aus zuschauen.

Auf diesen Auftritt wurde lange hingearbeitet. Bereits im Oktober vergangenen Jahres suchten die Tanzschule Lax und das Veranstaltungsteam des Semperopernballs Paare zwischen 16 und 29 Jahren. "Es war uns wichtig, dass sie die Rechts- und Linksdrehungen beherrschten. Auch das Rundendrehen in einem großen Saal sollte man können. Ebenfalls erforderlich sind natürlich Musik- und Taktgefühl", erklärt Sabine Lax, die zusammen mit ihrem Mann Tassilo seit über zehn Jahren erfolgreich eine eigene Tanzschule führt. Das Ehepaar war nicht nur bei der Suche der Debütanten dabei, sondern fungierte in der vergangenen Woche auch als Trainer für die jungen Tänzer. Seit Montag übten die 144 Damen und Herren von 17 bis 22 Uhr die eigens für den Semperopernball zusammengestellte Choreographie.

"Am ersten Tag haben wir uns vor allem die Schritte angeschaut und versucht sie nachzumachen", erzählt Sophia Watzke, eine der 72 Debütantinnen. Die 18-Jährige tanzt für ihr Leben gern. Begonnen hat sie im Alter von sechs Jahren, angeleitet durch ihre Eltern, die früher selbst einmal tanzten. Den Auftritt der Debütanten verfolgte sie in den vergangenen beiden Jahren mit großer Begeisterung. Freundinnen aus ihrem Tanzsportverein Silberpfeil Pirna waren bereits dabei und schwärmten von dem einmaligen Erlebnis. "Für 2012 habe ich mir vorgenommen, mich auch zu bewerben", so die Pirnaerin. Gesagt, getan: Im Oktober 2011 meldete sie sich zusammen mit ihrem Tanzpartner Paul Berger beim Casting an. Die Zusage kam schnell. Wenig später wurden die Maße für das traditionelle rote Kleid genommen. Kurz danach ging es zur Anprobe. Am Montag wurde es dann richtig ernst. "Das Training macht auf jeden Fall Spaß. Frau und Herr Lax sind zwar streng, aber machen auch hin und wieder einen kleinen Witz", verriet Sophia.

Auch Sabine Lax ist mit den diesjährigen Debütanten zufrieden: "Die Proben liefen sehr gut. Die Tänzer haben schnell die Schritte verinnerlicht und ihr Bestes gegeben." Natürlich sind fünf Stunden Training am Tag sehr anstrengend. Auch die Tanzlehrerin weiß, dass es ein Höchstmaß an geistiger und körperlicher Anstrengung ist. Die Walzer-Choreographie geht über zehn Minuten. Thematisch ließ sich das Ehepaar Lax von Paris und dem Moulin Rouge inspirieren. Für Debütantin Sophia war die Woche eine wertvolle Erfahrung. Obwohl sie professionelle Tänzerin ist - 2007 sogar Sachsenmeisterin - lernte auch sie noch einiges dazu: "Mein Partner und ich mussten uns erstmals auch nach anderen Tänzern orientieren. Beim Turniertanz ist das anders. Nur das Paar steht im Mittelpunkt." Doch bei dem Eröffnungswalzer müssen die Paare möglichst geradlinig in einer Reihe tanzen. Auch das Kleid mit dem Reifrock verspricht noch ein spannendes Thema zu werden: "Ich habe noch nie mit so einem Rock getanzt. Ich bin gespannt, wie der Unterschied zu meinen Turniertanz-Kleidern ist."

Besonders freut sich die 18-Jährige auf den Abend danach und hofft, dass sie auch den einen oder anderen Promi sehen wird.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.01.2012

Nadine Steinmann

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