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Debütanten fieberten ihrem großen Auftritt beim Semperopernball entgegen

Debütanten fieberten ihrem großen Auftritt beim Semperopernball entgegen

„Schaut her, damit ihr mal von der Seite seht, wie ihr dasteht. Das ist nicht der Schwan, sondern das kleine, hässliche Entlein, das schon gestorben ist." Der Mann auf der Bühne krümmt den Rücken, lässt die Arme baumeln und setzt eine Beerdigungsmiene auf.

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In der Börse Coswig proben die Debütenten für den Semperopernball.

Quelle: Catrin Steinbach

Gelächter im Saal. „Leute, wir werden weder den Glöckner von Notre Dame geben noch das Biest!" Die fast 80 Pärchen in der Börse Coswig nehmen schmunzelnd Aufstellung und die Tanzhaltung ein, wiederholen erneut hochkonzentriert die Tanzsequenz im Dreivierteltakt. Schritt und zack, Schritt und zack...Schritt nach vorn, anschließend Drehung, Schritt nach vorn...

Der Entertainer auf der Bühne ist Tassilo Lax und in seinem Element. Ehefrau Sabine Lax wuselt im Saal zwischen den jungen Leuten hin und her und gibt Einzelnen geduldig Hilfestellung. „Die Elbe sieht nur gut aus, wenn das hier hinten grade ist."

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Ob alles geklappt hat - alle wissen es erst Freitagabend.

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Das Tanzlehrerpaar Lax, das 2010 Deutscher Meister und Vizeweltmeister im Standard wurde, hat nur drei Tage (jeweils fünf Stunden) Zeit, um mit Damen und Herren im Alter zwischen 16 und 29 Jahren den Eröffnungswalzer für den Semperopernball einzustudieren. Jedes Jahr denken sich die beiden Profitänzer eine neue Choreographie für den Formationstanz aus.

Knapp sieben Minuten lang ist der Auftritt diesmal. Getanzt wird zum Strauss-Walzer „An der Elbe" - gespielt von der Staatskapelle. „,An der Elbe‘ haben wir jetzt zwar schon zum vierten Mal als Eröffnungswalzer. Aber trotzdem ist das nie das Gleiche", sagt Sabine Lax. „Die musikalische Umsetzung ist bei jedem Dirigenten anders. Diesmal ist es es durch die vielen Tempiwechsel besonders anspruchsvoll."

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Vorcasting für Debütanten in der Leipziger Tanzschule Jörgens

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Hochsteckfrisuren seien an solchen Abenden beliebt, verriet Daniel Thomas. Müssen aber nicht sein. Wer's kann, dürfe das Haar auch offen und "in Bewegung" tragen.

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Impressionen vom Casting zum Semperopernball.

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Kein Grund zum Verzagen, denn die jungen Leute aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, die es durch das Casting geschafft haben (darunter ist diesmal auch eine schwangere Tänzerin), sind hochmotiviert und wollen unbedingt am Freitagabend eine gute Figur machen. Manche schreiben sich die Choreographie mit, andere nehmen Sequenzen mit dem Handy auf, um dann zu Hause noch mal zu üben.

„Nö, wir haben nichts mitgeschrieben. In der Nacht zum dritten Trainingstag hat sich das eingeprägt und heute klappt es ganz gut", sagt Sebastian Seurig. Der 16-jährige Schüler aus der 10. Klasse des Hans-Erlwein-Gymnasiums in Dresden tanzt mit seiner Klassenkameradin Josephine Moser beim Eröffnungswalzer mit. Auch eine weitere Schülerin aus der 10/3 ist dabei. „Meine Mami hat einen Zeitungsartikel über das Casting gelesen und da sind wir spontan hingegangen", erzählt Josephine. Tanzen ist ihr Hobby, gemeinsam mit Sebastian belegt sie Kurse in der Tanzschule Nebl. In die Schule müssen die beiden an den Trainingstagen natürlich trotzdem gehen. „Man ist da zwar körperlich anwesend, aber geistig...naja", gibt Sebastian zu. Doch Lehrer und Klassenkameraden seien stolz auf die Teilnehmer am Semperopernball.

Dass es gesundheitlich allen Debütanten gut geht, darauf hat übrigens bei den Proben und beim Ball der Dresdner Kardiologe Dr. Ulrich Gerk, ein Freund der Familie Lax und selbst Hobbytänzer, ein Auge. „Schon seine Anwesenheit ist für viele sehr beruhigend", weiß Sabine Lax. „Bis jetzt haben wir nur eine Mandelentzündung."

Bei einem der letzten Bälle musste der Arzt jedoch kurz vorm Ball eine Platzwunde behandeln. Ein Tänzer war beim Gruppenfoto gestürzt. „Ich hab‘s schnell geklebt, die Kosmetikerin hat‘s übertüncht, und dann war‘s wieder gut", sagt Gerk. Ein anderes Mal musste sich kurz vorm Auftritt eine Tänzerin übergeben. „Sie hat schnell das Kleid gewechselt, wir haben sie beruhigt, wieder hergerichtet und los ging‘s mit einem Lächeln auf die Bühne", erinnert sich die Tanzlehrerin.

Catrin Steinbach

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