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Clown-Legende Oleg Popov kommt nach Dresden – Ab 1. April gegenüber vom Elbepark

Clown-Legende Oleg Popov kommt nach Dresden – Ab 1. April gegenüber vom Elbepark

Dresden.Wie ein Clown sieht Oleg Popov am Dienstagnachmittag nicht wirklich aus. In braunem Sacco, mit schwarzem Hut und geknickter Haltung tapst der 83-Jährige über den Teppich des Dresdner Sarrasani-Zelts.

Der wahrscheinlich berühmteste Clown der Welt ist zu Gast in Dresden und scheint erstaunlich müde. Nach 70 Jahren auf der Bühne wäre ihm der Ruhestand auch nicht zu verübeln. Doch Popov macht weiter. „Solange meine Beine mich noch tragen, solange werde ich auch nicht ans Aufhören denken“, sagt die russische Zirkus-Ikone mit einem sanften Lächeln.

Dass Popov einmal der größte Clown seiner Zeit werden würde, daran hatte damals niemand geglaubt, als er im Moskau der Dreißiger Jahre geboren wurde. Es lebte sich damals schlecht in der russischen Hauptstadt. Armut und Hunger gehörten zum Alltag, die Familie teilte sich eine Wohnung mit einer anderen. 1937, Popov ist sieben Jahre alt, kehrt der Vater nicht aus der Uhrenfabrik zurück. „Man erzählte, dass er eine Uhr für Stalin machen sollte und dass sie nicht so richtig ging“, berichtet Popov. Die sichere Klempnerlehre schmeißt er 1944, als er heimlich die Aufnahmeprüfung der Artistenschule meistert. Seine Mutter hält Artisten bis dato für Alkoholiker. Erst mit seinem Lohn beim russischen Staatszirkus, Essensmarken für Fleisch, kann er sie für den Zirkus erweichen.

1954 dann der Durchbruch: Eine Kollege bricht sich die Rippe, Popov springt ein - und badet von nun an im Erfolg. Doch mit Klamauk kann sich der „Sonnenclown“ wenig identifizieren. Seine Nummern leben von träumerischer Poesie und leiser Komik. Die führte ihn bereits zu Ostzeiten um den gesamten Globus: Frankreich, USA, Kuba, Japan. 1981 gewinnt er beim Zirkusfestival in Montecarlo mit dem goldenen Clown den Oscar der Zirkuswelt.

Heute wohnt Oleg Popov in Oberfranken mit seiner 32 Jahre jüngeren Ehefrau. Charlie Chaplin, Gerhard Schröder und die Königin der Niederlande  schüttelten ihm die Hand. Putin und Medwedjew gratulierten Popov zu seinem 60. Bühnenjubiläum. Und jetzt doch noch die erste eigene Show.

Mehr als dass „Magic Life“ seine persönliche Geschichte erzählen wird, will Popov nicht verraten. „Zirkus muss man erleben, nicht darüber reden“, sagt er. Dabei umgibt ihn auf einmal tatsächlich so etwas wie die Aura des Sonnenclowns. Im Blitzlicht-Gewitter hat er sich Pappnase und die blonde Perücke aufgesetzt. Schelmische Grimassen zaubern ihm weiche Gesichtszüge. Oleg Popov ist eben doch der beste Clown der Welt.

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Oleg Popov und seine Crew gastieren ab 1. April in Dresden

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Neben dem Altmeister Popov sollen auch weitere Artisten sowie die Sieger des russischen Supertalents auf der Bühne stehen, teilten die Veranstalter mit. Popov gastiert ab dem 1. April auf der Freifläche am Elbepark in Dresden-Kaditz. Vom 1. April bis 6. April wird er täglich mit seiner Show auftreten, am 2. April ist eine Kindervorstellung, am 3. April eine Familienvorstellung geplant. Karten gibt es je nach Platzkategorie für 27 Euro bis 47 Euro im Internet und an allen bekannten Vorverkaufstellen.

Susann Schädlich/JV

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