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Büros, Essen, Jobs oder Autos: Sharing-Angebote weiten sich immer mehr aus

Büros, Essen, Jobs oder Autos: Sharing-Angebote weiten sich immer mehr aus

Wer Geschwister hat, hat eins mit Sicherheit gelernt: teilen. Glücklicherweise liegt man damit jetzt im Trend. Längst haben sich Projekte durchgesetzt, bei denen es genau darum geht - etwas mit anderen zu teilen.

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foodsharing.de ist die erste Internetseite weltweit, die das Teilen von Essen möglich macht. Bisher wurden 5000 Tonnen Lebensmittel gerettet.

Quelle: Peter Kneffel, dpa

Nur heißt das dann nicht so, sondern nennt sich ganz englisch-modern Sharing. Ich selbst zum Beispiel bin ein Jobsharer, teile mir also mit einer Kollegin eine volle Arbeitsstelle.

Car-Sharing, also das Konzept, bei dem sich mehrere ein Auto teilen, ist wohl das bekannteste Projekt dieser Art. Erst jüngst hat das Unternehmen teilAuto in Dresden fünf weitere Stationen, an denen Teilautos zur Verfügung stehen, eingerichtet. Mehr als 15000 Kunden nutzen das Angebot in 15 Städten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens.

Dass man nicht nur Autos oder Jobs, sondern auch Büros teilen kann, beweist Werner Grießhaber. "Office-Sharing ist im Gegensatz zu einer herkömmlichen Anmietung eine hochflexible, rasche, einfache und kostengünstige Lösung ohne großen administrativen Aufwand und mühsames Mieter-Auswahlverfahren", beschreibt der Geschäftsführer von DasNet.MS die Vorteile. office-sharing-dresden.de ging Anfang 2012 in Betrieb. Die zur Verfügung stehenden Büros befinden sich in Wilsdruff. Das Prozedere ist laut Grießhaber simpel: "Kontakt aufnehmen, fragen, ob etwas frei ist, den Umfang und den Zeitrahmen abklären, eine Kurzanmietung abschließen, loslegen."

Den größten Vorteil sieht Grießhaber in der Laufzeit der Mietverträge. Üblicherweise müsse man diese über einen Zeitraum von fünf Jahren abschließen. Rechne man Personalkosten des Sekretariats und des Putzdienstes zur Miete dazu, sei man bei einer Geschäftsgründung schnell im sechsstelligen Bereich. "Bei uns mieten Sie ein Einzelbüro mit 24/7-Zugang zum monatlichen Pauschalpreis inklusive Nebenkosten und Internetzugang zum Beispiel ab 400 Euro im Monat." Wobei 24/7 bedeutet, dass der Mieter sein Büro sieben Tage die Woche rund um die Uhr nutzen kann. "Unsere Mindestlaufzeit für ein Einzelbüro beträgt drei Monate", so der Geschäftsmann. Seine Büros sind voll ausgestattet, es gibt Meetingräume und eine Teeküche. Die Erstinvestition in eine Büroausstattung entfalle also.

Fluktuation ist dabei Teil des Geschäftskonzeptes, die Kunden kommen und gehen. Warum diese sich für Office-Sharing entschieden haben, kann Grießhaber genau beantworten. "Oft höre ich: 'Mein Arbeitsplatz war bis jetzt im Kinderzimmer - aber der/die Kleine braucht jetzt mehr Platz.' Oder: 'Bei jedem Essen baue ich mein Büro in der Küche ab.' Unsere Kundenschicht bestand bis jetzt hauptsächlich aus Menschen, die sich in Dresden und Um-gebung ein Standbein aufbauen, Projektmanagern, Internetbloggern aber auch klassischen Handelsvertretern."

Arbeiten ist natürlich wichtig, Essen allerdings ist wichtiger. Und auch in diesem Bereich gibt es mittlerweile ein Sharing-Angebot, das sich dem Motto "Verwenden statt Verschwenden" verschrieben hat. Ein knappes halbes Jahr gibt es die Seite foodsharing.de. Vorsitzender des gemeinnützigen Foodsharing-Vereins ist der Dokumentarfilmer Valentin Thurn, der mit seinem Film "Taste the Waste" 2011 eine öffentliche Debatte um die Lebensmittelverschwendung in Deutschland losgetreten hat. Das Konzept der Seite: Wer Lebensmittel übrig hat, schmeißt sie nicht in den Müll, sondern bietet sie auf der Datenbank an. Wer sich dafür interessiert, reserviert sie sich und holt sie ab. Es ist die weltweit erste Seite, die das Essenteilen möglich macht. "Wir haben Millionen von Seitenaufrufen, schon 18000 Menschen, die sich registriert haben und bisher fast 5000 Kilogramm Essen gerettet", bilanziert Thurn.

Wer von Deutschland komplett die Nase voll und eine Auswanderung im Blick hat, kann wiederum auf ein weiteres Sharing-Konzept zurückgreifen. Unter containersharing.org findet man den passenden Partner, mit dem man sich einen Container für alle Habseligkeiten teilen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.05.2013

Christin Grödel

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