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Bürger Lars Dietrich ist Dresdens neues Brückenmännchen

Nach vier Jahren Pause: Neue Kinderrevue am Boulevardtheater Bürger Lars Dietrich ist Dresdens neues Brückenmännchen

Nach vier Jahren Zwangspause kehrt das Brückenmännchen zurück auf die Bühne. Bürger Lars Dietrich schlüpft in die Rolle des abenteuerlustigen Kerlchens. Die Kinderrevue feiert am 9. Juli im Boulevardtheater Premiere.

Bürger Lars Dietrich spielt das Brückenmännchen.

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Eigentlich hat das Brückenmännchen seit 800 Jahren im Pfeiler der Augustusbrücke auf der Altstädter Seite seinen angestammten Sitz. Es war in den 1970ern, da verließ der Kleine sein steinernes Domizil, machte sich bühnenfein und begeisterte in den Sommerferien mit seiner Revue im Kulturpalast Tausende Kinder. Als der Kulturpalast schloss, zog sich das Brückenmännchen vorübergehend auf seinen Brückenpfeiler zurück und kehrt nun – vier Jahre nach seinem letzten Auftritt – zurück auf die Bühne. Eine neue Heimat gefunden hat es im Boulevardtheater. Bürger Lars Dietrich – Musiker, Komiker, Moderator und Schauspieler – wird ihm in den kommenden Sommerferien Gestalt und Stimme verleihen.

„Das Brückenmännchen feiert mit: Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf“ heißt die Kinderrevue, die am 9. Juli Premiere haben wird. Es handelt sich um eine Art Stück im Stück: „Weil Ferien sind und keine Schauspieler da, will das Brückenmännchen gemeinsam u.a. mit dem Hausmeister und drei Kindern ,Pippi Langstrumpf’ spielen, denn Pippi ist genauso lustig, clever und beliebt“, erklärt Marten Ernst, Leiter des Boulevardtheaters, die Konzeption der Produktion. Er selbst hat das Brückenmännchen von 1998 bis 2003 verkörpert. Zwischen 2004 und 2012 schlüpfte dann Torsten Pahl in die Rolle des abenteuerlustigen Kerlchens. Die Glanzzeiten brachen für den kleinen Mann in den 1970er Jahren an: Seit 1973 lief im Kulturpalast jedes Jahr eine neue Folge des Brückenmännchens – fast immer vor ausverkauftem Haus. Ab 1975 übertrug das DDR-Fernsehen die Geschichten. „Auch Wolfgang Stumph, Achim Menzel und Rainer Bursche von der Herkuleskeule haben damals mitgespielt“, erinnert sich Marten Ernst.

Das Stück eignet sich für Kinder ab vier Jahre. Es dauert zweimal 45 Minuten und hat eine Pause. Und so viel steht auch schon fest: Es wird bei jeder Vorstellung blaue Zuckerwatte zu kaufen geben – so blau wie die Theatersessel. Ob er sich für die Rolle seinen Bart abnehmen lässt, verrät Hauptdarsteller Lars Dietrich allerdings noch nicht. Das Geheimnis wird erst zur Premiere gelüftet. Die Kinderrevue im Sommer soll im Übrigen keine Eintagsfliege bleiben: Das Boulevardtheater plant auch in den kommenden Jahren Kinderrevuen mit dem Brückenmännchen.

Das steinerne Original selbst hat eine 800-jährige, recht wechselvolle Geschichte hinter sich: Es ähnelt dem Baumeister Matteo Foccio, der im 13. Jahrhundert an dieser Stelle die erste steinerne Elbbrücke erbaute, und trägt die Kleidung des 14. Jahrhunderts: einen anliegenden Rock mit Knöpfen und Stutzkragen, eine Pluderhose mit Zugstiefeln und eine Mütze. Die gelockten Haare sind schulterlang. Das Kerlchen überstand unbeschadet den von Matthäus Daniel Pöppelmann geleiteten Umbau der Brücke in den Jahren 1727 bis 1731. Die Sprengung des Bauwerks von 1813 überlebte es allerdings nicht. Bildhauer Christian Gottlieb Kühn schuf eine Nachbildung, so dass der Kleine auch die folgenden Jahrhunderte erlebte. In den Jahren 1910 und 1967 wurde er einer Verjüngungskur unterzogen.

„Das Brückenmännchen feiert mit: Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf“, 9. bis 17. Juli, Boulevardtheater, Maternistraße 17, Karten ab 9,95 Euro

Von Katrin Richter

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