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Blitzlichtgewitter und viele Promis: Rauschende Ballnacht in der Dresdner Semperoper

Blitzlichtgewitter und viele Promis: Rauschende Ballnacht in der Dresdner Semperoper

Dresden. 2200 Gäste haben in der Nacht zum Sonnabend eine rauschende Ballnacht in der Dresdner Semperoper genossen. Viele Prominente verliehen dem Ereignis Glanz und Glamour.

Startenor Jonas Kaufmann, die Sächsische Staatskapelle unter der Leitung von Maestro Asher Fish, die Debütanten mit ihrem Tanz, der Chor der Sächsischen Staatsoper, das russische Duo Minasov mit seiner atemberaubenden Verkleidungsshow und natürlich Überraschungsgast Armin Müller-Stahl sorgten für ein rundes Programm.

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Die Frau seines Herzens ist aber Cornelia Eckardt. Sie stammt übrigens aus dem sächsischen Freiberg.

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Der Startschuss fiel pünktlich um 19 Uhr mit der traditionellen Übergabe des Goldenen Schlüssels in Anwesenheit von OB Helma Orosz und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU). 2011 zog das Ereignis so viele Prominente wie noch nie in Sachsens Landeshauptstadt. Über den roten Teppich defilierten viele bekannte Gesichter, etwa die Schauspieler Sir Christopher Lee und Jutta Speidel (in Begleitung ihres Mannes Bruno Maccallini, bekannt aus der Cappuchino-Werbung), Regisseur Dieter Wedel, Gewichtheber Matthias Steiner und Moderatorin Bettina Cramer.

Hochrangigster Gast des Abends war Bundespräsident Christian Wulff, der seine Frau Bettina zu dem Ball begleitete und sich deshalb lächelnd und dezent im Hintergrund hielt. „Wir tanzen gern, kommen aber leider viel zu selten dazu", bekannte seine in schwarze Spitze gewandete Gattin Bettina. Sie sei von der Atmosphäre in und vor der Oper beeindruckt, verriet die 37-Jährige in ihrem kurzen Grußwort. Später drehte sie sich mit ihrem Mann noch auf dem Parkett im Ballsaal. Da das Paar aber dicht von Fotografen umlagert wurde, verließen die beiden wieder schnell die Tanzfläche.

Aufgrund der Teilnahme des höchsten Repräsentanten der Bundesrepublik und angesichts der Terrorwarnungen in den vergangenen Wochen wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die Gäste drastisch erhöht. Schon am Eingang zum Verwaltungsgebäude kontrollierten Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes zahlreiche Taschen.

Dennoch: Es ein fröhlicher Ball. Altbundespräsident Roman Herzog zum Beispiel hatte bei seinen Dankesworten für den verliehenen St. Georgs Orden die Lacher auf seiner Seite. „Ich will gar nicht sagen, dass ich die Auszeichnung verdient habe. Aber jedenfalls nicht verdient habe ich sie auch nicht." Zuvor verkündete er: „Mir ist vorgeschrieben worden, während meiner kurzen Dankesworte diese Schachtel mit Orden hier aufzustellen, damit sie auch gebührend im Fernsehen gezeigt werden kann, und ich unterwerfe mich diesem Befehl."

Schließlich konnte sich Herzog, der wie Preisträger Bob Geldof mit Standing Ovations gefeiert wurde, nicht verkneifen, mit einem Augenzwinkern darauf hinzuweisen, dass der Heilige Georg ja gar nicht mehr heilig sei. Man habe ihn abgesetzt in irgendeiner der kirchlichen Reformen. Doch eigentlich passe das ganz gut. „Er ist kein Heiliger mehr, ich bin keine Bundespräsident mehr, also was soll's."

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Anke Richter, selbstständige Kosmetikmeisterin aus Glashütte (l.), kreiiert für sich jedes Jahr ein anderes außergewöhnliches Kleid und lässt es dann nähen. Unterwegs war sie mit Heike Ahrendt, Produktmanagerin aus Glashütte.

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Zehntausende Gäste feierten und verfolgten auf dem Theaterplatz den Semperopernball 2011 in Dresden.

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Der Temin für den 7. SemperOpernball steht bereits fest. Am 20. Januar 2012 wird hier wieder getanzt.

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Erst einen Tag vor dem Ball hatte der Semper Opernballverein den dritten Preisträger des St. Georgs Ordens - Bob Geldof - bekannt gegeben. Bis zum Schluss unklar war, wer denn nun die Laudatio hält. ZDF-Moderatorin Petra Gerster würdigte die Arbeit von Roman Herzog, Schauspieler Thomas Kretschmann die von Til Schweiger. Der Schauspieler kommentierte den St. Georg mit einem kurzen, einfachen „Woauw!“ Über das unermüdliche Wirken des irischen Musikers Bob Geldofs schließlich hielt Schauspieler Wolfgang Stumph eine Rede.

Das sorgte denn doch für Verblüffung im Publikum, doch „Stumpi", wie ihn die Dresdner liebevoll nennen, lieferte sofort die Erklärung. „Roger Moore wusste gestern Abend noch nicht ob er heute hier sein wird, und ich wusste gestern Abend noch nicht, dass ich hier vorn stehen darf." Ja, Roger Moore habe aus terminlichen Gründen abgesagt, hieß es dann von den Organisatoren. Stumpi hat‘s also gerettet. Auch er engagiere sich für soziale Projekte, sagte uns der beliebte Schauspieler später über seine „Beziehung" zu Bob Geldof, „aber Frisur und lange Haare übernehm` ich von ihm nicht".

Geldof engagiert sich seit den 1980er Jahren für soziale Projekte. So initiierte er die weltweiten Benefiz-Konzerte „Live Aid“ 1985 und „Live 8“ 2005. Der irische Musiker setzt sich dabei für die hungernde Bevölkerung in Afrika und einen Schuldenerlass für die Dritte Welt ein. In seiner Dankesrede mahnte er weiterhin Hilfe für die notleidende Bevölkerung Haitis an. Schauspieler Christopher Lee hatte als Unicef-Botschafter bereits zuvor auf das Schicksal der Menschen auf der Karibik-Insel aufmerksam gemacht und um weitere Spenden gebeten.

Dann endlich hatten die 76 Debütantenpaare – die Damen trugen in diesem Jahr mit unzähligen Pailetten bestickte kirschblütenrote Kleider – ihren großen Auftritt. Die jungen Leute tanzten in einer aufwändigen Choreographie von Sabine und Tassilo Lax zum Strauss-Walzer „An der Elbe“. Dabei formten sie ein großes Herz, das die Brücke schlug zum Motto des Balles „Dresden lächelt“.

Gefeiert wurde in der Oper in insgesamt vier Sälen bis in den frühen Morgen. Neben dem großen Saal war vor allem die Fledermausbar besonders stark frequentiert. Viele von uns befragte Ballbesucher waren begeistert. Es gab jedoch auch kritische Stimmen. „Der erste Ball war der schönste. Da war alles noch ungezwungen und es gab nicht so viele abgesperrte Bereiche, wo man nicht hindarf."

Catrin Steinbach / Christoph Stephan / Anne Sturm

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