Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Ausgefallene Hobbys eines Dresdners: Autos aus Holz und Luchs als Schmusetier

Ausgefallene Hobbys eines Dresdners: Autos aus Holz und Luchs als Schmusetier

Wenn er mit seinem Wohnwagengespann durch die Lande fährt, klappt vielen Passanten vor Staunen erst einmal die Kinnlade runter. "Halte ich an einer Ampel oder einem Fußgängerüberweg, streichen die Leute im Vorübergehen über die Karosse, schmunzeln und zeigen dann anerkennend den Daumen", freut sich Lutz Weißbach.

Der Tischler aus Kleinzschachwitz ist Meister der Täuschung. Denn was aussieht, wie aus Holz gebaut, ist nur ein Fake.

Der 53-Jährige baut und restauriert nicht nur Fenster, Türen und Möbel, sondern hat sich auch der Holzstrukturmalerei verschrieben. "Auf die alte Technik gestoßen bin ich durch Tischlereiaufträge in der Neustadt. In sanierungsbedürftigen Häusern habe ich Türblätter gesehen, die aus schadhaften Holz gearbeitet waren. Um sie hochwertiger erscheinen zu lassen, hatte man sie überstrichen und eine Holzstruktur aufgemalt."

Lutz Weißbach fand das faszinierend, buchte prompt einen Schnupperkurs und beschäftigte sich fortan intensiv mit der Technik. "Lernen durch Handeln" ist seine Devise, an Geduld mangelt es ihm nicht. Mittlerweile hat er nicht nur sein eigenes Rezept für die Lasur, sondern auch ein Gefühl dafür entwickelt, wie er mit verschiedenen Kämmen und mit Pinseln die Holzstruktur erzielt. Bis zu sieben Lasurschichten sind nötig, damit Holzmaserung und Astlöcher echt erscheinen. Autos, Motor- bzw. Fahrräder, aber auch Kühlschranktüren, Felgen, Armaturen, Lenkräder, Küchenfronten und sogar Urnen "verwandelte" der Kleinzschachwitzer bislang.

Auch sonst hat er viele verrückte Ideen - und ein ungewöhnliches Haustier. Maxy heißt das und ist eine Luchsdame. Die prächtige Katze mit den Pinselohren wurde 2001 im Wildgehege Moritzburg geboren und lebt seit vielen Jahren in einem Gehege auf Weißbachs Grundstück an der Kyawstraße. Durch einen vergitterten Gang kann Maxy in der kühleren Jahreszeit Lutz Weißbach in der Tischlerwerkstatt besuchen.

Damit er die Großkatze auf seinem Grundstück halten darf, hat der Luchsliebhaber extra einen Lehrgang absolviert. Zudem besteht Kontakt zum Veterinäramt und zur Unteren Jagdschutzbehörde. Zwei Mal sei er von Tierschützern in all den Jahren angezeigt worden. Doch von Amts wegen sah man keinen Grund, Lutz Weißbach seine "Prinzessin", wie er sie nennt, streitig zu machen. An sechs Tagen der Woche bekommt sie jeweils 800 Gramm rohes Rindfleisch oder Suppenhuhn. Dann ist einen Tag fasten angesagt. "Mäuse und andere Kleinlebewesen würde Maxy nur zerspielen, denn da wäre sie nicht hungrig genug."

Früher ist Weißbach mit seinem Luchs hin und wieder in Kleinzschachwitz und an der Elbe spazieren gegangen. "Heute wäre das nicht mehr möglich", weiß der Besitzer von Maxy. Die schmust mit ihm zwar wie eine Hauskatze. Aber sie bleibt ein Wildtier. In die Freiheit entlassen werden kann sie nicht mehr. "Sie hat keine Scheu vor Menschen. Das gäbe arge Probleme", ist sich Weißbach seiner Verantwortung bewusst.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Catrin Steinbach

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Boulevard