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Auf gut Glück durch Afrika - Dresdner Student reist von Kapstadt nach Kairo

Auf gut Glück durch Afrika - Dresdner Student reist von Kapstadt nach Kairo

Wer studiert, entdeckt die Welt. Man ist ungebunden und Semesterferien schenken viel Zeit. Für den Dresdner Studenten Alexander Bernhardt lautet dabei die Devise: Nur nicht zu viel planen! "Mit Karten schleppst du dich eh nur tot.

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Was man in 100 Tagen auf dem Weg von Kapstadt nach Kairo so alles erlebt, hat Alexander Bernhardt in seinem Buch "Bravado" festgehalten.

Quelle: Carola Fritzsche

Und Kirchen kann man sich auch mit 60 anschauen." Seine Unbedarftheit stürzte ihn vor fünf Jahren in sein Abenteuer in Afrika, das jetzt als Buch erschien.

Zum Reisen kam Alexander durch sein Sprachenstudium. Zuletzt verbrachte er zwei Auslandssemester auf der Insel La Réunion und zog danach durch Osteuropa, von Budapest nach Istanbul. Jetzt ist er wieder in Dresden gestrandet - ohne Wohnung und Telefon, dafür mit neuen, unbezahlbaren Erfahrungen. "Ich habe Asyl bei meinen Freunden gefunden", erzählt der 27-Jährige. Obwohl er noch auf Wohnungssuche ist und aus dem Koffer lebt, schreibt er schon an seiner Magisterarbeit. Mit Provisorien kommt Alexander gut klar. Da passt es auch, dass er irgendwann mal nur mit Lederjacke und Zahnbürste losstiefeln will.

Das Reisefieber begann mit einem Studienjahr in Kapstadt und damit, dass man nicht schon für ein Jahr im Voraus ein Rückflugticket buchen konnte. Als es wieder nach Deutschland zurückgehen sollte, kam dem damals 22-Jährigen eine Idee. Er wollte es auf eigene Faust vom Kap bis nach Kairo schaffen. "Das Leben dort unten war mir zu einfach. Ich musste mich noch rumtreiben", erklärt heute Alexander. Also schickte er seine Habseligkeiten per Post nach Deutschland und erklärte Mutter und Oma, dass er wohl etwas später nach Hause komme.

Mit Rucksack und viel Vertrauen in das Gute im Menschen machte sich Alexander auf den Weg. In 100 Tagen durchquerte er mit Bus, per Anhalter und zu Fuß neun Länder, darunter Uganda, Kenia und den Sudan. Bis auf eine Magen-Darm-Geschichte blieb es gemütlich: Keine Begegnungen mit gefährlichen Tieren, keine Nahtoderfahrung in gleißender Sonne, dafür Fußballspielen mit einheimischen Kindern, leckeres Essen, gastfreundliche Familien.

Dem kenianischen Grenzbeamten, der ihn wegen des abgelaufenen Visums einbuchten wollte, begegnete Alexander mit stoischer Gelassenheit. Es half, er durfte weiter. Beim Trampen nahmen ihn manchmal Militär-Jeeps mit. "Vier Jungs mit Kalaschnikow - so sicher bin ich noch nie gereist", meint Alexander. Empfehlen will der Student seine Aktionen aber lieber nicht. "Ich weiß nicht, ob es je gefährlich war. Ich bin in meiner jugendlichen Naivität einfach weiter."

Wegen seines schlechten Gedächtnisses, so Alexander, hielt er damals seine Eindrücke in einem Tagebuch fest. Bravado (Draufgängertum) hat er seine Aufzeichnungen genannt, die jetzt als Buch erschienen sind. Dabei handelt es sich weniger um einen Reisebericht als um Reflexionen über den afrikanischen Kontinent - mit vielen persönlichen Ansichten, die man nicht unbedingt teilen muss, und vielen alltäglichen Bedürfnissen, an denen nicht jeder unbedingt teilhaben möchte. Madeleine Arndt

Bravado. Abenteuer Afrika - Allein vom Kap nach Kairo, Ontour-Verlag, Berlin 2011, ISBN: 978-3-9811312-4-6, Preis: 14,90 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.11.2011

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