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Amsel, Drossel, Fink und Star: Vom 11. bis 13. Mai werden in Dresden Vögel gezählt

Amsel, Drossel, Fink und Star: Vom 11. bis 13. Mai werden in Dresden Vögel gezählt

Es ist Frühling geworden, die Sonne scheint fast sommerlich warm, die Tage werden länger, morgens werden wir durch lautes Vogelgezwitscher geweckt.

Immer mehr Vögel haben in Dresden Quartier genommen. "Anfang März haben sich die Saatkrähenschwärme wieder aus ihrer Heimat Osteuropa auf den Weg zu uns gemacht", sagte Andreas Knoll, Vorsitzender der Fachgruppe Ornithologie Dresden. "Ein anderer Teil, besonders die Langstreckenflieger, sind jetzt ebenfalls angekommen. Die letzten Vögel treffen in der ersten Maihälfte wieder ein, zum Beispiel die Mauersegler, die fast immer pünktlich um den 1. Mai ankommen."

Es lohnt sich also etwas genauer hinzuschauen und hinzuhören, wer sich in der Stadt niederlässt. Manche Vögel sind gar nicht so einfach zu entdecken. Die Nachtigall, die Königin der gefiederten Sänger, ist zum Beispiel bei Tag und besonders bei Nacht nicht zu überhören, aber kaum zu finden. "In den Städten lebt sie nur dort, wo dichte Büsche mit viel Unterwuchs für Schutz sorgen, also nur entlang der Auen, der Bahndämme, in verwilderten Grundstücken sowie in naturnahen Gärten und Parks", erklärt Knoll.

Aber auch in den Gartenanlagen und den Hinterhöfen ist ein reges Vogelleben zu beobachten. Manche Piepmätze haben die belebte Innenstadt für sich entdeckt. Solange sie klein und possierlich sind, finden sie alle "süß", sind sie größer, schwindet bei vielen die Sympathie. "Zu Unrecht wird oft den Krähenvögeln wie Rabenkrähe, Eichelhäher und Elster der Rückgang von Kleinvögeln angelastet, obwohl Eier und Jungvögel nur bis zu zehn Prozent der Gesamtnahrung auf ihrem Speisezettel stehen", erklärt Knoll. "Die Vogelbeute der vielen Hauskatzen wird gar nicht erwähnt. Obwohl die Katzen im Gegensatz zu den Rabenvögeln nicht zwangsläufig jagen müssen, leben sie so erfolgreich ihren Jagdtrieb aus."

Krähenvögel gibt es in der Dresdner Innenstadt viele, andere Vögel sieht man weniger. Nur ist das oft ein subjektiver Eindruck. An einem anderen Ort kann das völlig anders aussehen. Um ein objektives Bild von den Top-Ten der Stadtvögel zu erhalten, führt der NABU deutschlandweit jährlich die "Stunde der Gartenvögel" durch, an der sich jeder beteiligen kann. Vom 11. bis 13. Mai heißt es in diesem Jahr Vögel zählen. Egal ob im Garten, im Park, am Haus oder auf dem heimischen Balkon - innerhalb einer Stunde soll an einem Ort die Zahl der beobachteten Vögel notiert werden. Allerdings sollte jeder Vogel nur einmal gezählt werden. Denselben Spatz dreimal hin- und herflattern zu sehen, macht nicht drei Spatzen, sondern nur einen.

Die Ergebnis werden vom Nabu ausgewertet. So entsteht über die Jahre ein realistisches Bild über die Anzahl der Vögel in den städtischen Höfen und Gärten. Die Top-Ten haben sich dabei in den vergangenen Jahren kaum geändert. Amsel, Mauersegler, Kohl- und Blaumeise nehmen nach wie vor die vorderen Plätze ein. Und auch der gemeine Haussperling, der in den vergangenen Jahren Federn lassen musste, ist noch immer vorn mit dabei.

mehr Informationen im Internet unter der Adresse www.nabu.de/aktionenundprojekte/stundedergartenvoegel.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.05.2012

ml

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