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800 einsame Dresdner feierten im Alten Schlachthof zusammen das Weihnachtsfest

800 einsame Dresdner feierten im Alten Schlachthof zusammen das Weihnachtsfest

Helle Aufregung und dichtes Gedränge herrschte am ersten Weihnachtsfeiertag kurz vor 11 Uhr im Alten Schlachthof. Über 400 Dresdner schoben sich durch den Eingang, winkten mit ihren Einladungskarten für das "Weihnachtsfest in großer Familie".

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Uta Bresan und Uwe Jensen singen im Alten Schlachthof Weihnachtslieder.

Quelle: Madeleine Arndt

Zum fünften Mal veranstaltete der Dresdner Unternehmer Jens Ulbricht diese Feier für Alleinstehende. Jeder, der über die Festtage einsam ist, konnte bei der für ihn kostenfreien Veranstaltung ein Showprogramm genießen, Festtagsbraten essen und in geselliger Runde fröhlich sein.

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Viele nutzten die Gelegenheit und fotografierten ihre Schlagerlieblinge.

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Als er vor fünf Jahren zur ersten Feier einlud, wollte er damit einsame Menschen zu Weihnachten aus ihrer Ein-Raum-Wohnung herausholen, sagte Ulbricht, Chef des Essenlieferservices „LaOla". „Wir beliefern so viele ältere Herrschaften, die selbst zu Weihnachten aus der Assiette essen", berichtete er. Von Anfang an war die Resonanz für seine Weihnachtsfeier riesig. 600 Gäste kamen im ersten Jahr, mittlerweile gibt es eine Vormittags- und eine Nachmittagsveranstaltung mit je 400 Plätzen.

„Es sind auch junge Leute dabei, zum Beispiel Studenten", so Ulbricht. Ein Blick durch den Saal zeigte jedoch schnell, wer wirklich zu den Einsamen zu Weihnachten gehört. Es sind die Alten. An der Wand des Saals, wo sonst bei Rockkonzerten Jugendliche lässig mit einem Bier lehnen, parkten an diesem Sonntagnachtmittag Gehhilfen und Rollatoren. Barbara Wehner aus Gorbitz war bis jetzt jedes Weihnachten im Schlachthof gewesen. Die Dresdnerin lebt allein und genoss als eingefleischter Schlagerfan vor allem das bunte Programm. An ihrem Tisch saß Helga Müller aus Dresden-Plauen, die sie von Schlagerkonzerten kennt. Die beiden Damen blühten richtig auf, erzählten von ihren Lieblingssängern wie Jürgen Drews und fieberten der Unterhaltungsshow entgegen.

Durch die dreistündige Veranstaltung führte singend und plaudernd Uwe Jensen gemeinsam mit Uta Bresan. Da die Stadt Dresden die Schirmherrschaft für das „Weihnachten in großer Familie" übernommen hatte, ließ es sich Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) nicht nehmen, ein Grußwort zu sprechen und den Anwesenden Frohe Weihnachten zu wünschen. Auch sprach er Jens Ulbricht im Namen der Landeshauptstadt seine Anerkennung aus: Dieses Engagement könne man gar nicht hoch genug würdigen, betonte Seidel.

Dann wurde in großer Gemeinschaft zu den Liedern von Uta Bresan und Uwe Jensen geschunkelt. Viel Eindruck machte auch der Auftritt von Bernd Warkus, der mit hoher Geschwindigkeit und Musikalität sein Xylophon bearbeitete. Natürlich sang man auch gemeinsam einige Weihnachtslieder. Für das leibliche Wohl gab es Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl, alkoholfreie Getränke und Wein. Und nach der Feier erhielt jeder Gast noch ein kleinen Präsentbeutel. Für den hatte unter anderem die Bäckerei Reimann insgesamt 800 Stollen gesponsert.

Wie viel den LaOla-Chef Jens Ulbricht das alljährliche Weihnachtsfest kostet, möchte er nicht verraten. Für ihn ist und bleibt die Veranstaltung eine sehr emotionale Sache.

Madeleine Arndt

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