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11.11.11: Narren sind in den Startlöchern - Gänse-Saison startet mit Martinstag - Datum lockt auch Brautpaare

11.11.11: Narren sind in den Startlöchern - Gänse-Saison startet mit Martinstag - Datum lockt auch Brautpaare

Gleich mehrere Bevölkerungsgruppen stehen in den Startlöchern für den 11.11. Während sich die Liebhaber des Gänsebratens auf ihre traditionelle Martinsgans freuen, stehen zahlreiche Heiratswillige vor ihrem großen Tag.

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Ministerpräsident Tillich umringt von zahlreichen Karnevalisten.

Quelle: dpa

Allein in Dresden lockt die Schnapszahl 11.11.11 22 Paare vor den Traualtar. Und auch die Karnevalisten scharren schon mit den Hufen. Sie starten nach langen Monaten des Wartens in die fünfte Jahreszeit.

Ob „Helau" oder „Rabu" - Pünktlich um 11.11 Uhr steigt die närrischen Machtübernahme. „Die Narren stehen in den Startlöchern", sagte der Präsident des Verbandes Sächsischer Carneval, Günter Bührichen. An Themen zur satirischen Verarbeitung herrsche kein Mangel. Diesmal arbeiten sich die Narren vor allem an der Griechenland- und Schuldenkrise ab. Aber auch unpolitische Zirkus- oder Märchenthemen stünden hoch im Kurs.

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Zum Abschluss des Faschingsauftaktes vor dem Rathaus gab es eine Polonaise zusammen mit den Zuschauern.

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In Sachsen gibt es nach Angaben des Landesverbandes rund 200.000 aktive Karnevalisten, die meisten von ihnen sind in den insgesamt 184 Vereinen organisiert. Bis zum Saisonende am Aschermittwoch, der auf den 22. Februar 2012 fällt, stehen vielerorts Festumzüge, Partys in Ballsälen, Prunksitzungen und Kinderfasching auf dem Programm. Einer der Höhepunkte ist die große Gala am 28. Januar 2012 in Chemnitz, mit der das 22-jährige Bestehen des sächsischen Carnevalverbandes gefeiert wird. Los geht es vielerorts am 11.11. um 11.11 Uhr mit dem traditionellen Sturm aufs Rathaus.

Getrübt wird die Vorfreude auf die närrische Saison allerdings von Geldsorgen. „Immer mehr Vereine geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten", sagte Bührichen. Zum einen blieben die Sponsoren aus, zum anderen seien die Mieten vielerorts gestiegen. „Viele Narren können sich die Räume für ihre Veranstaltungen kaum noch leisten, gerade auch in den Großstädten."

In Dresden steht der Spielplan des Dresdner Carneval Clubs derzeit noch auf wackeligen Beinen. „Zum ersten Mal fällt unser traditioneller Veranstaltungsort, das Ballhaus Watzke, weg", erklärte Präsident Michael Thiele. Fieberhaft werde derzeit nach einem Ersatz gesucht, damit Kinderfasching, Prunksitzung und Co. dennoch stattfinden können. In Dresden blasen die Narren aber trotz allem am 11.11. um 11.11 Uhr zum Sturm aufs Rathaus - und das bereits zum 20. Mal. Mit Fanfaren und Pauken übernehmen die Narren vorübergehend den Schlüssel und damit die Macht. Die Saison steht unter dem märchenhaften Motto „Geister, Elfen oder Feen - viele Zauberwesen könnt Ihr seh‘n".

Auch in Sachsens Karnevals-"Hauptstadt" Radeburg steigt das Lampenfieber: Hier treffen sich jedes Jahr am Sonntag vor Fastnacht zehntausende Fans zum größten Faschingsumzug Sachsens. Die Narren feiern zum Auftakt am 11.11.11 auf dem Marktplatz zugleich eine weitere Schnapszahl - ihre 55. Saison in Radeburg. Entsprechend lautet das Motto in diesem Jahr „Mit 55 hat man noch Träume...".

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Die närrische Schnapszahl 11.11.11 lockt am Freitag auch viele Brautpaare vor den Traualtar, darunter einige Karnevalisten. In Leipzig etwa sind sämtliche Termine vergeben - 14 Brautpaare wollen sich an diesem Tag das Jawort geben. In Dresden haben sich 22 Paare angemeldet. „Deutlich mehr als an einem normalen Novembertag", sagte eine Stadtsprecherin. 2010 heirateten im gesamten November 92 Paare.

Einem anderen Brauch folgen viele Christen und auch Gänsefreunde. Denn am 11. November wird auch der Martinstag gefeiert. Zahlreiche Kinder werden sich mit Einbruch der Dunkelheit wieder zu Lampionumzügen auf den Weg durch Dresden machen.

Am Martinstag kommt mit der „Martinsgans" auch traditionell die erste Gans der Saison in den Backofen. Gourmets müssen in diesem Jahr allerdings tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren. In der nur rund zwei Monate dauernden Zeit bis Weihnachten essen die Deutschen pro Jahr 25.000 Tonnen Gänsefleisch, sagte der Chef der Gänsezucht Wermsdorf, Lorenz Eskildsen. Er rechnet in diesem Jahr mit einem Preisanstieg.

Nach den Berechnungen des Marktinformationsdienstes werden sich die Verbraucherpreise für frische Gänse im Einzelhandel zwischen 9,90 Euro und 13,70 pro Kilogramm Euro bewegen. Das wäre etwa ein Euro mehr als im vorigen Jahr. Grund sind unter anderem gestiegene Futterkosten. Auch bei den deutlich günstigeren gefrorenen Gänsen wird sich der Kilo-Preis voraussichtlich von 3,60 Euro auf knapp 4,60 Euro erhöhen.

Der Martinstag war einst der Termin, zu dem in der Zeit des Lehenswesens das Pachtjahr zu Ende ging. „Bezahlt wurde häufig auch in Naturalien", sagte Eskildsen. So könne der Brauch des Martinsgans-Essens entstanden sein. Andere Überlieferungen stellten den Heiligen Martin in den Mittelpunkt.

dpa / sl

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