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11. Semperopernball in Dresden: Bunt, aber wenig internationaler Glamour

Semperopernball 2016 11. Semperopernball in Dresden: Bunt, aber wenig internationaler Glamour

Obwohl Sarah Connor wegen Krankheit fehlte und ein St. Georgs Orden weniger als geplant verliehen wurde, kamen die Gäste des Semperopernballes erst mit einer halben Stunde Verspätung zum Tanzen. Doch das bunte Programm sorgte für Begeisterung.

Tanz der Debütanten.
 

Quelle: dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Dresden. Nach 5 Uhr morgens ging am Sonnabend ein stimmungsvoller, vielfältiger 11. Semperopernball zu Ende. In der Fledermausbar sowieso und auch im großen Ballsaal war die Tanzfläche teilweise so proppevoll, dass kaum eine Haarnadel zu Boden ging. So mancher tanzte sich – als mit einer halben Stunde Verspätung gegen 23.30 Uhr endlich Gelegenheit dazu war – die Seele aus dem Leib. Völlig unbeeindruckt davon, was vielleicht der Nachbar von seinem Tanzstil hält.

Die schönsten Kleider beim Semperopernball 2016

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Eine super Stimmung, die ansteckte. Dafür hatte auch das Ballprogramm gesorgt. „Absolut perfekt, grandios. Ich habe so ein Programm in der Form noch nie erlebt“, sagte Ex-Bundespräsident Christian Wulff gegenüber DNN. „Ein unglaubliches Programm, ich bin sehr überrascht“, der Kommentar von Mario Adorf. „Es war diesmal besonders schön und abwechslungsreich“, fand auch Ballgast Angelika Glauer. Die tätowierte Orthopädin aus Dresden sorgte mit ihrem Schneewittchen-Look für Aufmerksamkeit. Begeistert war ebenso Heidi Gnadt aus Weinböhla. „Aber ich finde, die Auszeichnungen, die Reden sind zu lang. Da kommt Unruhe rein und der Unterhaltungswert wird gemindert.“ Das hörten wir ebenfalls von anderen Gästen. Auch dass diesmal „gefühlt weniger Prominente“ dem Dresdner Ball die Ehre gaben. Bekannte Namen fanden sich auf der Gästeliste viele. Doch es fehlte ein bisschen internationaler Glamour.

Vor dem 11. Semperopernball präsentierten sich die Promis auf dem Roten Teppich. Fotos: Anja Schneider

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Das größte Blitzlichtgewitter vor der Fotowand des Semperopernballes ergoss sich über die Ballmoderatoren Mareile Höppner und Guido Maria Kretschmer. Der Designer war auch für viele – vor allem weibliche Gäste – der Star des Abends, mit dem sie gern mal einen kleinen Plausch gehalten hätten.

Impressionen vom Debütantenwalzer beim 11. Semperopernball. Fotos: Anja Schneider

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Die Roben der Damen sind jedes Jahr schon für sich genommen einen Ballbesuch wert. Schlichte Eleganz, atemberaubende Dekolletés, zuckersüße Prinzessinnenoutfits mit opulenten Röcken, pompöse Kleider mit viel Gold, Glitzer, Rüschen ohne Ende, aber auch ein wadenlanger Rock und Hosen waren dabei. „Ich bemühe mich, nicht mit scharfem Blick durch das Publikum zu gehen“, meinte Guido Maria Kretschmer mit einem Augenzwinkern gegenüber DNN. „Da ist ja mein Kleid eher schlicht“, kommentierte Designerin Jette Joop. Sie war als Kinderbotschafterin des DRK auf dem Ball und versteigerte ihr Outfit samt Handtasche für die Flüchtlingsarbeit des DRK in Sachsen. 

Impressionen vom Showprogramm beim 11. Semperopernball. Fotos: Anja Schneider

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Die Auswahl der Preisträger für die Auszeichnung mit dem St. Georgs Orden stieß bei den Gästen des 11. Semperopernballes auf zwiespältige Meinungen. Die Herzen flogen vor allem Opernsänger und Entertainer Gunther Emmerlich als langjährigem Moderator des Balles zu. “Wir haben in Dresden so tolle Menschen, die es verdient haben, einen Orden zu bekommen“, gab es aus den Reihen der Gäste gleich eine Anregung für die Organisatoren.

Umstritten war im Vorfeld die Preisverleihung an den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Ihm sei klar gewesen, „dass sich manche darüber freuen und andere darüber wundern“, sagte er DNN. Nach seiner Rede nahm er Bezug auf die aktuelle politische Situation. „Das 21. Jahrhundert wird nur dann seine Verheißung erfüllen, in Freiheit und Frieden über 100 Jahre auf deutschem Boden zu leben, wenn wir nicht klein denken. Weder in Europa klein denken, noch in Deutschland“. Das einzige, was wir wirklich fürchten müssten, sei die Furcht. „Deshalb freue ich mich, dass Sie den Mut hatten, mich zu ehren. Nach Wulffs Rede klatschten auch die Beifall, die sich nach der Laudatio von EU-Kommissar Günther Oettinger zurückgehalten hatten. Und es gab sogar Bravo-Rufe.

Eindrücke von der After-Show-Party des Semperopernballs 2016. Fotos: Anja Schneider.

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Beeindruckend war für viele das Engagement von Uschi Glas für bedürftige Kinder, das Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel ins Licht rückte. Mit ihrem Verein „brotZeit e. V.“ fördert die Schauspielerin mit über 1000 ehrenamtlichen Helfern die gesunde Ernährung von derzeit 7500 Kindern in Schulen Deutschlands, darunter auch in Sachsen.

Aufklärung über den Oman und die Rolle von Youssef al Alawi Abdullah, seit Jahrzehnten Außenminister des Landes, gab der Journalist und Nahost-Experte Ulrich Kienzle. Er komme „aus einer Welt, die wirklich aus den Fugen ist“, aus einem kleinen Land, das erfolgreich auf Diplomatie setze und ein Hort der Ruhe sei. Youssef al Alawi Abdullah sei ein Mann, der seit vielen Jahren hinter den Kulissen Weltpolitik mache und helfe, Konflikte zu entschärfen. Standing Ovations aus dem Publikum. Ebenso für Schauspieler Mario Adorf. Er bekam eine sehr ungewöhnliche und persönliche Laudatio von Cosma Shiva Hagen. Er habe jetzt wieder vor der Kamera gestanden für einen Film mit Dresden-Bezug. „Olaf Schubert wollte unbedingt, dass ich seinen Vater spiele und ich habe das mit viel Vergnügen gemacht.“ Der Streifen soll im Sommer in die Kinos kommen.

Die Promis beim Semperopernball 2016

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„Dresden ist bunt, international und weltoffen. Das hat der Semperopernball glaubwürdig rübergebracht. Auch dass so viele Menschen den Ball vor der Oper auf dem Theaterplatz gefeiert haben, bringt wieder positive Bilder von Dresden in die Welt“, zieht Bettina Bunge, die Chefin der Dresden Marketing GmbH, das Fazit des Abends.

Von Catrin Steinbach

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