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100 blaue Schafe werben vor dem Landtag in Dresden für Toleranz

100 blaue Schafe werben vor dem Landtag in Dresden für Toleranz

Dresden. Einen nicht alltäglichen Anblick bekamen Autofahrer und Fußgänger am Freitag unweit des sächsischen Landtags zu Gesicht.

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Bertamaria Reetz (li.) Rainer Bonk und Helma Orosz

Quelle: Stephan Hönigschmid

Auf einer Wiese standen dort plötzlich 100 blaue Schafe. Allerdings handelte es sich nicht um echte Tiere, sondern um die Figuren einer Kunstinstallation.

Diese sollen eine Botschaft übermitteln: „Alle sind gleich – jeder ist wichtig. Wir möchten mit dem Kunstprojekt für ein friedliches Miteinander, Toleranz und ein Wir-Gefühl werben“, sagt das Künstlerehepaar Bertamaria Reetz und Rainer Bonk, das seit vier Jahren mit den Schafen durch die Lande reist. Obwohl die Ausstellung keinen religiösen Hintergrund hat, sind die Schafe als „Lamm Gottes“ bewusst gewählt worden. „Sie symbolisieren die Menschheit, die ebenfalls gewöhnlich in Herden lebt“, so Bonk. Erst durch die Einsicht, dass man Teil einer großen Herde sei, entstehe seiner Meinung nach tolerantes Denken.

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100 blaue Schafe haben am Freitag in Dresden unweit des Landtagsgebäudes für Toleranz und ein friedliches Miteinander geworben.

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Die blaue Farbe wählten die Künstler, weil sie die Farbe von Institutionen wie der Europäischen Union, der Uno oder der Unesco ist und somit etwas Verbindendes habe. Zudem sei sie ein guter Blickfang. „Durch die eindringliche Farbe werden die Menschen auf die Schafe aufmerksam und bemerken erst anschließend, dass alle Tiere identisch sind“, betont der 68-jährige Aktionskünstler.

Über ein eigenes blaues Schaf konnte sich Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) freuen, die das Präsent am Freitag persönlich in Empfang nahm. „Es ist schön, dass Dresden die 100. Stadt ist, wo die Schafe zu sehen sind“, sagte sie bei der Übergabe.

2009 war die Kunstaktion der deutsche Beitrag für die „Open 12“ in Venedig, einer groß angelegten internationalen Ausstellung für Skulpturen und Installationen. Neben Gastspielen im Ausland war die Installation bereits in zahlreichen deutschen Landeshauptstädten zu sehen. Dass Dresden die 100. Stadt ist, hat seine Auswirkungen auf die Größe der Herde. „Die Herde ist stetig gewachsen. Mit jeder Station ist ein Schaf hinzugekommen. Aus diesem Grund stehen hier heute 100 Schafe auf der Wiese“, erklärt Rainer Bonk. Sein Plan sei es, 250 Stationen zu absolvieren und damit am Ende 250 Schafe ausstellen zu können, sagt der 68-Jährige.

Zu Ende gehen soll die Schau im Jahr 2014 dort, wo sie ihren Anfang genommen hat: in Venedig. Am Sonnabend wechselt die Schafherde von der Altstädter auf die Neustädter Seite. Unweit des Glockenspiels am Canaletto-Blick ist sie am Wochenende den ganzen Tag zu bestaunen. Nächste Woche ziehen die Künstler nach Magdeburg weiter. Dort kann sich Bischof Gerhard Feige ebenfalls über ein blaues Schaf freuen, das ihm die Künstler schenken wollen.

Stephan Hönigschmid

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