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anuela Rühle leitet das BSZ für Gesundheit und Sozialwesen mit 1640 Schülern

anuela Rühle leitet das BSZ für Gesundheit und Sozialwesen mit 1640 Schülern

Ein Pappschild fällt auf dem Schreibtisch von Manuela Rühle auf: "Lächeln" steht da in Schönschrift drauf. Die neue Leiterin des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) für Gesundheit und Sozialwesen hat die freundliche Aufforderung selbst verfasst - für Kollegen, die morgens mürrisch zur Tür hereinschneien.

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Manuela Rühle leitet seit September das BSZ. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne, 11 und 15 Jahre alt.

Quelle: Carola Fritzsche

Denn: "Lächle und alles wird leichter", ist sie überzeugt. Seit September leitet die 42-jährige gebürtige Großenhainerin das BSZ an der Maxim-Gorki-Straße mit 1640 Schülern und 100 Lehrern.

Frage: Wie wird man denn Leiterin einer solch großen Schule?

Auf einem kleinen Umweg. Nach dem Abi habe ich in Halle Lehrer für Deutsch und Geschichte studiert, dann das Referendariat am Gymnasium in Baden-Württemberg gemacht. Zurück in Sachsen habe ich Versicherungsfachfrau gelernt, bin dann ans BSZ in Großenhain gewechselt und war zweieinhalb Jahre bei der Bildungsagentur, bevor ich im September angefangen habe.

Warum haben Sie denn zur Versicherungsfachfrau umgesattelt?

Mitte der 1990er Jahre gab es ja einen Einstellungsstop an den Gymnasien. Ich wollte nicht zu Hause sitzen, sondern weiter mit Menschen zusammenarbeiten. Ich habe aber nie den Lehrerberuf aus den Augen verloren und mich wieder beworben. Am BSZ in Großenhain hat es dann auch geklappt.

Warum sind Sie Schulleiterin geworden? Ist es nicht verdammt nervenaufreibend, jeden Tag für 1740 Menschen verantwortlich zu sein?

Darin liegt doch gerade der Reiz. Da ist Leben drin! Wissen Sie, an einem BSZ haben Sie mit ganz unterschiedlichen Schülern und Lehrern zu tun. Die lehrkräfte, die studeinqualifizierenden Fachrichtungen unterrichten, ticken zum Beispiel völlig anders als Lehrer, die mit Schülern der Berufsausbildung umgehen. Es kommt drauf an, alle Interessen wieder unter einen Hut zu bringen. Diesen Spagat hinzubekommen, das ist meine Vision.

In Dresden werden so viele Kinder geboren wie sonst nirgendwo in Deutschland. Erzieher für die Kitas bildet auch das BSZ aus. Wie viele junge Leute bewerben sich denn da?

Wir haben hier lange Warteschlangen. 500 Bewerber gab es für die Erzieherausbildung an unserer Fachschule. Aufnehmen konnten wir nur drei Klassen mit je 28 Schülern. Es wollen nicht nur ganz junge Leute Erzieher werden. Es gibt auch jemanden in der Klasse, der jetzt Silberhochzeit gefeiert hat.

Irgendwann aber wird der Bedarf an Erziehern zurückgehen. Was dann?

Hier in Dresden werden wir wahrscheinlich noch ein bisschen länger verschont bleiben. Trotzdem strecken wir jetzt schon unsere Fühler aus. Eine Möglichkeit: Wenn die Erzieher zum Praktikum in die Kitas gehen, werden sie von auswärts ausgebildeten Mentoren angeleitet. Wir überlegen, ob wir diese Mentoren nicht gleich in unserem Haus ausbilden können.

Wo gibt es denn noch freie Plätze?

An der Berufsfachschule Pflegehilfe. Das sind Leute, die später in der Altenpflegehilfe in den Pflegeheimen arbeiten. 28 Schüler hätten wir aufnehmen können. 22 sitzen jetzt in der Klasse.

Wird heute anders unterrichtet als vor zehn Jahren?

Auf jeden Fall! Früher haben die Lehrer in der Berufsausbildung einzelne Fächer unterrichtet. Heute gibt es diese Schubkästen nicht mehr, sondern Lernfelder. Das heißt: Die Schüler bekommen immer eine berufliche Handlungssituation vorgegeben und beleuchten die dann in alle Richtungen - nach juristischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten. Das ist ja auch das, was draußen gelebt wird.

Wie lang ist Ihr Arbeitstag?

Oftmals länger als zehn Stunden, weil ja auch alles neu ist. Ich staune manchmal selbst, wie schnell die Zeit rum ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.10.2013

Katrin Richter

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