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Weitere Gespräche mit Ministern über juristische Fakultät in Dresden

Juristenausbildung Weitere Gespräche mit Ministern über juristische Fakultät in Dresden

Trotz der ablehnenden Haltung der Universität in Dresden geben die Landtagsabgeordneten der CDU noch nicht auf. Kommende Woche soll es weitere Gespräche mit Ministern der schwarz-roten Koalition geben.

Trotz der ablehnenden Haltung der Universität in Dresden geben die Landtagsabgeordneten der CDU noch nicht auf.

Quelle: dpa

Dresden. Trotz der ablehnenden Haltung der Universität in Dresden geben die Landtagsabgeordneten der CDU noch nicht auf. Kommende Woche soll es weitere Gespräche mit Ministern der schwarz-roten Koalition geben. Das kündigte der Dresdner CDU-Landtagsabgeordnete Martin Modschiedler auf DNN-Anfrage an.

Kürzlich hatten über 50 sächsische Rechtsanwaltskanzleien, Notariate und Steuerberatungs- sowie Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, in denen mehr als 400 führende Juristen Sachsens tätig sind, der Juristischen Fakultät der TU Dresden zwei neue Professuren gestiftet. Sie wollen damit die Juristenausbildung in Dresden retten und durch ein spezielles Ausbildungsmodell auch die Staatsexamensausbildung in der Landeshauptstadt wieder aufleben lassen. Der Freistaat will dagegen die Juristen-Ausbildung weiter in Leipzig konzentrieren. Dafür sollen Professoren-Stellen von Dresden nach Leipzig verlagert werden, was faktisch das Aus für die juristische Fakultät bedeutet. Das wollen die Juristen mit den Stiftungsprofessoren, für die eine Million Euro zur Verfügung gestellt werden, vermeiden.

Bei der TU Dresden stieß die Offerte jedoch auf sehr viel Zurückhaltung, in der Endkonsequenz könne sie sogar die Bewerbung der Hochschule bei der nächsten Exzellenzinitiative gefährden. Die Hochschule bedankte sich zwar für die „nicht selbstverständliche Initiative“. Dann kam aber das große Aber. Zwei Stiftungsprofessuren „klingen auf den ersten Blick sehr verlockend, lösen aber leider in keiner Weise das Problem“, hieß es.

Nach aktuellem Stand würden für die Wiedereinführung des Staatsexamens an der TU insgesamt mindestens 15 Professuren benötigt. Derzeit verfügt die Juristische Fakultät aber nur über neun planmäßige Professuren, von denen fünf für einen Wechsel nach Leipzig bestimmt sind. Auch angesichts der zwei in Aussicht stehenden Stiftungsprofessuren würden immer noch vier Professuren einschließlich Folgepersonal fehlen. Diese Stellen müssten entweder vom Freistaat Sachsen zusätzlich an die TU gegeben oder an anderen Fakultäten der TU abgebaut werden müssten, konstatierte die Hochschule. Ein Umbau innerhalb der TU würde bedeuten, dass strategische Überlegungen und Entwicklungen der Universität der letzten Jahre zurückgenommen werden müssten. Da alle strategischen Überlegungen auch mit einem Focus auf die kommende Exzellenzbewerbung erfolgten, könnte ein solcher Umbau der Professuren und Stellen anderer Fakultäten im schlimmsten Fall auch die Chancen der TUD in der nächsten Runde der Exzellenzinitiative schmälern. Zwangsläufig werden damit Stellen- und Kapazitätskürzungen in MINT-Fächern und der Lehrerbildung verbunden sein und damit eine Reduzierung des Lehrangebots der TU Dresden. Trotzdem bleibt bei allen genannten Problemen die Initiative, zwei Stiftungsprofessuren zu schaffen, großartig und absolut begrüßenswert. Die TU bedanke sich ausdrücklich. Um aber tatsächlich das von den Initiatoren genannte Ziel zu erreichen, schnell und nachhaltig mehr Volljuristen für Sachsen auszubilden, erlaubt sich die TU Dresden den Vorschlag, ob es nicht sinnvoller wäre, diese beiden Stiftungsprofessuren für die Universität Leipzig zu finanzieren.

CDU-Politiker Modschiedler zeigte sich „nicht begeistert“ von der Reaktion der Hochschule, wollte aber nicht mit weiteren Äußerungen für „Störfeuer“ sorgen. Die Initiative der Juristen sei ein „tolles Zeichen“. Das gebe es nicht alle Tage. Alles weitere müsse nun besprochen werden. Dazu soll es in der kommenden Woche ein Treffen mit Finanzminister Georg Unland (CDU) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) geben. „Dann werden wir weitersehen“, sagte Modschiedler.

Von Ingolf Pleil

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