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Warnstreiks in Sachsen mit starker Beteiligung - mehrere Tausend Demonstranten in Dresden

Warnstreiks in Sachsen mit starker Beteiligung - mehrere Tausend Demonstranten in Dresden

Rasseln, Plakate, Luftballons: Lautstark und bunt haben Tausende Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Sachsen für mehr Gehalt und eine bessere Altersvorsorge demonstriert.

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Mehrere Tausend Lehrer beteiligten sich an Demonstration und Kundgebung in Dresden

Quelle: Stephan Lohse

Vor allem Lehrer, aber auch Feuerwehrmänner, Polizisten, Beschäftigte der Finanzverwaltung, Forstwirte und Rechtspfleger erhöhten damit im aktuellen Tarifkonflikt den Druck auf die Arbeitgeber.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung und haben ein deutliches Zeichen gesetzt“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, am Mittwoch in Dresden. Während der Lehrerverband von insgesamt 15.000 Teilnehmern sprach, meldete die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 18.000 Beschäftigte, die in Dresden, Leipzig und Chemnitz auf den zentralen Kundgebungen protestiert hätten.

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In Dresden sind am 11. März mehrere Tausend Lehrer auf die Straße gegangen

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„Wenn dieses Zeichen dem Finanzminister nicht reicht, werden wir in weiteren Kampfaktionen noch deutlicher werden“, sagte ein GEW-Sprecher. An etwa 75 Prozent der Schulen im Freistaat gab es den Angaben zufolge keinen regulären Unterricht. Der Lehrerverband hatte mehr als 40 Busse organisiert, um Lehrer aus ganz Sachsen zu einer zentralen Kundgebung vor dem Dresdner Finanzministerium zu bringen, darunter auch eine Lehrerin vom Herdergymnasium in Pirna. „Den Luxus, uns nicht zu verbeamten, hat sich Sachsen geleistet. Jetzt muss die Regierung damit rechnen, dass wir für unsere Rechte kämpfen“, sagte sie.

Während die meisten Lehrer mit Plakaten, bunten Luftballons und Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft machten, hatten einige Forstwirte sogar ihre Kettensägen dabei. Immer wieder ließen sie die Geräte vor dem Ministerium lautstark aufheulen. „Gute Leistung braucht Anerkennung“, forderte Weichelt. Attraktive Arbeitsbedingungen seien die beste Werbung für den Lehrerberuf in Sachsen. „Lehrernachwuchs gewinnt man nicht, indem man seine Lehrer schlechter eingruppiert, nicht verbeamtet und sie als Kostenfaktor betrachtet“, hieß es.

Die Lehrer werfen den Arbeitgebern vor, Einschnitte bei der Altersvorsorge anzustreben. Am Vormittag versammelten sich auf dem Leipziger Augustusplatz rund 4000 Menschen. Unter anderem wurden Stopp-Schilder mit der Aufschrift „Hände weg von unserer Rente“ in die Höhe gehalten. In Chemnitz kamen rund 5300 Beschäftigte zusammen. „Das sind deutlich mehr als wir erwartet haben“, sagte eine Verdi-Sprecherin.

Die Gewerkschaften fordern unter anderem 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr. Den Lehrern geht es zudem um eine tarifliche Eingruppierung. Nach einer gescheiterten Verhandlungsrunde Ende Februar sind die nächsten Gespräche für den 16. und 17. März geplant. Der sächsische Finanzminister Georg Unland (CDU), der zu den Verhandlungsführern auf Seiten der Arbeitgeber zählt, lehnte die Forderungen bisher als „nicht finanzierbar“ ab.

Die Grünen appellierten an die Regierung, den Wettbewerb um die besten Köpfe nicht zu verschlafen, und forderten eine faire und gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte. Die Linke kritisierte, dass Sachsen in anderen Bundesländern mit Russisch Brot um Lehrernachwuchs werbe - anstatt bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Von der aktuellen Tarifrunde sind in Sachsen insgesamt 113 358 Beschäftigte im öffentlichen Dienst betroffen, darunter 83 376 Arbeitnehmer und 29 982 Beamte. Davon entfallen rund 31 800 Arbeitnehmer auf den Bereich Schule, bei den Beamten sind es mit 1100 Beschäftigten deutlich weniger.

dpa

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