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Von der Mädchenschule zum Sprachgymnasium - Das Dresdner Romain-Rolland-Gymnasium wird 100 Jahre alt

Von der Mädchenschule zum Sprachgymnasium - Das Dresdner Romain-Rolland-Gymnasium wird 100 Jahre alt

Das traditionsreiche Romain-Rolland-Gymnasium wird in dieser Woche 100 Jahre alt. DNN sprachen mit Schulleiter Alfred Hoffmann über die wechselvolle Geschichte des ehrwürdigen Erlweinbaus und die Festtage.

Der 57-Jährige leitete von 1990 bis 1999 das später geschlossene Fritz-Löffler-Gymnasium in der Südvorstadt und anschließend die Deutsche Schule in Toulouse, bevor er 2002 das RoRo übernahm.

Wie feiern Sie 100 Jahre RoRo?

Morgen beginnen ja unsere Schulfesttage. 35 ehemalige Schüler werden sich in den Klassen den Fragen der Schüler stellen. Besonders freuen wir uns auf den Autor Thomas Wendrich, der 1990 das Abi hier gemacht hat und am Freitag aus seinem Buch "Eine Rose für Putin" lesen wird. Und wir hoffen, dass im Laufe des Jubiläumsjahres beispielsweise auch andere Ehemalige wie die Bürgerrechtlerin Freya Klier zu Veranstaltungen kommen werden.

Das Romain-Rolland-Gymnasium hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Was wissen Sie darüber?

Die Schule wurde 1915 erbaut, um auch Mädchen ein Universitätsstudium zu ermöglichen. Der Entwurf stammte von Stadtbaurat Hans Erlwein. 119 Schülerinnen sind hier anfangs unterrichtet worden. 1937 waren es dann bereits 830 Gymnasiastinnen. Bei der Bombardierung Dresdens wurde das Gebäude glücklicherweise kaum zerstört. 1966 wurde die Erweiterte Oberschule (EOS) Nord, wie sie nach dem Krieg hieß, in die EOS "Romain Rolland" umbenannt und bot mehr sprachliche Fächer an - Französisch, Englisch, Russisch und sogar Spanisch und Tschechisch. Insbesondere in den 1970er Jahren hat man verstärkt Lehrer aus politischen Gründen reglementiert und an andere Schulen versetzt. Das war ein trauriges Kapitel Schulgeschichte. Die 1990er Jahre waren dann von Umbrüchen und häufigen Schulleiterwechseln geprägt.

1997 gab es sogar Pläne, das RoRo mangels Schülern zu schließen, oder?

Genau. Das hat damals hohe Wellen geschlagen. Dagegen haben Schüler, Lehrer und Eltern erfolgreich Druck gemacht. Selbst der damalige französische Präsident hatte sich mit einer diplomatischen Note an die Stadtväter gewandt.

In welchem Zustand fanden Sie die Schule vor, als Sie sie vor 13 Jahren übernommen haben?

Sie versprühte einen morbiden Charme und bot zu wenig Platz, um alle Schüler unterzubringen. Abgesehen von den äußeren Bedingungen hat mich als "Rückkehrer" aus Frankreich das RoRo aber natürlich schon gereizt. Es war und ist das Dresdner Sprachgymnasium. Bereits seit 1993 gibt es ja den bilingualen - also vertieften sprachlichen - Zweig.

Was haben Sie empfunden, als die Schule 2011 nach zwei Jahren im Prohliser Ausweichquartier wieder zurück in die sanierte Schule ziehen konnte?

Das war schon ein bewegender Moment. Mit der Kombination aus dem sanierten Erlweinbau und den neuen Gebäuden ist ja wirklich ein großer Wurf gelungen. Aber die tollste Schule ist nichts wert, wenn sie nicht mit Leben erfüllt wird. Unsere Schüler heimsen zum Beispiel regelmäßig Preise bei bundesweiten Fremdsprachenwettbewerben ein.

Das RoRo bietet drei verschiedene Abiture an - das sächsische, das mit der vertieften sprachlichen Ausbildung und das deutsch-französische Doppelabitur Abibac. Wieviele Schüler entscheiden sich für den bilingualen Zweig?

Wir haben 710 Schüler. Tendenz steigend. Die Hälfte von ihnen nimmt nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung die vertiefte sprachliche Ausbildung auf und hat dann nach der 9. Klasse die Möglichkeit, sich für das Abibac zu entscheiden. Dieser Bildungsgang ist sehr anspruchsvoll. Die Schüler müssen ja den Stoff für zwei Länderabiture bewältigen und haben außerdem Geografie und Geschichte auf Französisch. Ein Regierungsbeauftragter aus Frankreich nimmt dann u.a. die mündliche Prüfung ab. Mit dem Abibac in der Tasche können die Schüler wie richtige Franzosen in Kanada, Belgien oder Frankreich studieren.

Wieviele Schüler schlagen denn tatsächlich eine berufliche Laufbahn auf sprachlichem Gebiet ein?

30 bis 40 Prozent. Aber exzellente Sprachkenntnisse sind immer ein Bonus.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.04.2015

Katrin Richter

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