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Von São Paulo nach Dresden zum Praktikum

Von São Paulo nach Dresden zum Praktikum

"Wir betrachten ausländische Studenten, die uns viele positive Impulse geben, als wichtigen Bestandteil unserer internationalen Unternehmenskultur", sagt die AMTC-Personalreferentin Stefanie Heinrich.

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Seit Juni arbeitet Eduardo Barretto bei AMTC; sein Praktikum bei dem Chipmaskenwerk im Dresdner Norden dauert ein halbes Jahr.

Quelle: Stephan Gieb

Praktikanten aus anderen Ländern bedeuten nicht nur ein Sprachtraining für die Mitarbeiter, sondern bringen auch neue Ideen in den Arbeitsablauf ein und helfen mit ihren Kenntnissen über Land und Leute bei der Erschließung neuer Märkte.

Das war ein Grund, warum das Dresdner Unternehmen Advanced Mask Technology Center GmbH & Co. KG (AMTC) zum 1. Juni den Informatik-Studenten Eduardo Barretto aus São Paulo für ein halbes Jahr als Praktikanten einstellte. Viele Unternehmen haben großes Interesse an ausländischen Praktikanten. Personalchefs sehen jedoch aufgrund des hohen bürokratischen Aufwands oft von der Einstellung ab. Wer kümmert sich um das Visum? Wer organisiert die Arbeitsgenehmigung? Und wo soll der Praktikant überhaupt wohnen?

Fragen über Fragen, über die sich AMTC jedoch keine Gedanken machen musste. Der Fotomasken-Hersteller wandte sich bei der Suche nach einem geeigneten Praktikanten an die Studentenorganisation Aiesec (Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales). Aiesec vermittelt jährlich etwa 13 000 Studentenpraktika in 110 Länder. "Wir sind die weltweit größte Studentenorganisation", erklärt Sebastian Schulz, Vorsitzender von Aiesec Dresden. Genau wie an der TU Dresden betreiben an fast jeder Universität engagierte Studenten ein lokales Komitee. Die 1948 gegründete Organisation hebt sich jedoch in vielerlei Hinsicht von anderen Praktikabörsen ab.

Vor der Aufnahme in die Aiesec-Datenbank musste sich Eduardo Barretto wie jeder andere Bewerber in einem Auswahlverfahren gegen zahlreiche andere Studenten, die einen Praktikumsplatz ergattern wollten, behaupten. Das Aiesec-Komitee an seiner Universität in São Paulo prüfte seine fachliche Qualifikation, seine Englischkenntnisse und seine soziale Kompetenz. AMTC konnte also im Vorfeld - genau wie jedes andere Unternehmen, das seine Praktikanten über Aiesec rekrutiert - davon ausgehen, einen motivierten und fachlich kompetenten Mitarbeiter zu bekommen.

Nach der Praktikumszusage übernahmen dann Dresdner Aiesec-Mitglieder sämtliche Formalitäten rund um die Arbeitserlaubnis und die Unterkunft für Eduardo Barretto. Eine weitere Serviceleistung besteht darin, während der gesamten Praktikumsdauer sowohl AMTC als auch Eduardo mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Der Aufwand für AMTC im Vorfeld war gering. Das Unternehmen musste lediglich eine genaue Job-Beschreibung für die Aiesec-Datenbank bereitstellen. Von dort aus konnten sich dann registrierte Studenten, die sich für die Stelle bei AMTC interessierten, bewerben. Auf Wunsch der Unternehmen suchen Aiesec-Mitglieder vor Ort gezielt nach bestimmten Persönlichkeitsprofilen. Auch die anfallenden Kosten für einen Aiesec-Praktikanten scheinen vertretbar. AMTC zahlt Eduardo Barretto eine monatliche Praktikumsvergütung und direkt an die Organisation pro Monat circa 100 Euro. Damit finanziert das Dresdner Aiesec-Komitee für seine Mitglieder Workshops und Weiterbildungsmaßnahmen.

Verglichen mit dem finanziellen Aufwand, der für ein Unternehmen bei eigenständiger Praktikantensuche oder in der Regel bei anderen Praktikumsorganisationen anfällt, hält sich der Kostenbeitrag für Aiesec also offenbar im Rahmen. Da Eduardo Barretto von seiner Heimatuniversität eine Bescheinigung vorlegen kann, dass es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, muss AMTC auch einen geringeren Arbeitgeberanteil bei den Sozialkosten aufbringen.

Die Entscheidung für Aiesec hat sich für Eduardo Barretto und AMTC nach eigener Einschätzung offenbar als gewinnbringend erwiesen. "Das Lokalkomitee hat mir in den ersten zwei Monaten hier sehr geholfen", bestätigt Eduardo. Auch die AMTC-Personalreferentin Stefanie Heinrich kann über den Vermittler nur Positives berichten: "Dass Aiesec bereits eine Vorauswahl trifft und sich um die gesamte Organisation kümmert, schätzen wir als Unternehmen sehr."

Interessierte Unternehmen, die mit Aiesec zusammenarbeiten möchten, können sich telefonisch (0351/28718590) oder per Mail (lcp.dresden@aiesec.de) an das Dresdner Aiesec-Lokalkomitee wenden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.08.2012

Stefan Hackel

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