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Volkshochschule Dresden: Gebäude steht vor Schließung

Hoffen auf schnelle Lösuung Volkshochschule Dresden: Gebäude steht vor Schließung

Das Hauptgebäude der Volkshochschule am Schilfweg steht vor der Schließung. In den nächsten Wochen besichtigt die Stadt mehrere auf eine Ausschreibung hin angebotene Mietobjekte. Schuldirektor Jürgen Küfner hofft auf eine schnelle Lösung. Das Herbstsemester steht vor der Tür.

Direktor Jürgen Küfner sucht ein zentral gelegenes Schulgebäude.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Auf den ersten Blick sieht das Hauptgebäude der Volkshochschule Dresden am Schilfweg in Seidnitz gar nicht so übel aus. Doch der zweite Blick fällt auf eklatante Mängel: Die Fenster sind zugenagelt und lassen sich nicht öffnen. Die Fassade bröckelt. Nicht zu sehen sind die gravierenden Brandschutzmängel. Sie führen dazu, dass die hochgelobte und oft ausgezeichnete Bildungseinrichtung Ende 2016 aus ihrem Hauptgebäude ausziehen muss. Aber wohin?

„Wir benötigen ungefähr 5000 Quadratmeter Fläche“, sagt Schulleiter Jürgen Küfner. Das Problem ist bei dem für Liegenschaften verantwortlichen Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) angekommen. Drei Objekte ließ er prüfen – das ehemalige Arbeitsamt auf der Budapester Straße, das ehemalige Bundesbankgebäude an der Synagoge und das frühere Gebäude der Dresdner Bank am Dr.-Külz-Ring. „Ungeeignet“, befand der Finanzbürgermeister drei Mal und senkte den Daumen. Er sucht nun per Ausschreibung nach einem geeigneten Objekt.

Angebote gebe es, ließ Vorjohann kürzlich die Stadträte wissen, nun müsse der Umbauaufwand geprüft werden. „Keines der Gebäude ist für die Zwecke einer Schule eingerichtet.“ Küfner versteht die finanziellen Zwänge der Stadt, will aber einen Aspekt betont wissen: „Wir sind wohl die einzige Volkshochschule, die nicht über Räume in einer zentralen Lage verfügt.“ Küfner hat einen zweiten Wunsch: Bisher hat die Volkshochschule kein Auditorium. „Wir bräuchten einen Saal für größere Vortragsveranstaltungen.“ Mit Raumteilern könnte auch ein Auditorium multifunktional genutzt werden, wirkt der Direktor Befürchtungen entgegen, er wolle sich Luxus leisten.

Die Volkshochschule könnte auch ein Begegnungs- oder Wissenscafé mit integrierter Bibliothek gut vertragen, glaubt Küfner. „Wir brauchen einen Ort, an dem Menschen jenseits eines Klassenzimmers miteinander lernen können.“ Der Direktor hat die Hoffnung, dass sich unter den jetzt angebotenen Immobilien der neue Standort der Volkshochschule befindet. „Wir werden die Objekte in den nächsten Wochen begutachten und sind zuversichtlich.“

Der Unterstützung von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) kann sich Küfner gewiss sein, sie ist Vorstandsvorsitzende der Volkshochschule und sehr an einer Lösung interessiert. Dass es eine schnelle Lösung möglichst bis März sein muss, hängt mit dem Kursprogramm der Bildungsinstitution zusammen: Die Arbeiten für das Herbstsemester laufen auf Hochtouren, und das geht bis zum Frühjahr 2017. „Wir sollten frühzeitig wissen, über welche räumlichen Möglichkeiten wir verfügen“, findet der Schulleiter. und verweist darauf, dass etwa die Hälfte der rund 90 000 Unterrichtsstunden pro Jahr im Hauptgebäude am Schilfweg gegeben werden.

Wer die Volkshochschule als Fass ohne Boden bezeichne, sei völlig auf dem Holzweg, kämpft Küfner gegen ein Vorurteil an. „Wir sind der größte Träger allgemeinbildender Angebote in der Stadt. 70 Prozent unserer Kosten erwirtschaften wir selbst.“ Der Bundesdurchschnitt bei der Kostendeckung liege bei 42 Prozent. Schüler aus 50 Nationen habe die Volkshochschule und sei damit ein großer Integrationsträger. 1100 Dozentinnen und Dozenten seien unter Vertrag. „Wir wollen diese Erfolgsgeschichte gerne in einem neuen Gebäude weiterschreiben“, appelliert Küfner an alle Beteiligten bei der Suche nach dem neuen Standort für das Hauptgebäude.

Die Kosten für eine Sanierung des Gebäudes am Schilfweg betragen rund 4,5 Millionen Euro. Es könnte vom Schulverwaltungsamt als Auslagerungsstandort für zu sanierende Schulen genutzt werden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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