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Verschiebebahnhof an Dresdner Schulen - 59 Prozent der Viertklässler bekommen Empfehlung fürs Gymnasium

Verschiebebahnhof an Dresdner Schulen - 59 Prozent der Viertklässler bekommen Empfehlung fürs Gymnasium

Noch nie haben sich die Anmeldezahlen an den Gymnasien und Oberschulen so unterschiedlich verteilt wie in diesem Jahr: Während sich 248 Kinder für das Gymnasium Bürgerwiese interessieren, sind es am Gymnasium Prohlis nicht mal ein Dutzend Schüler.

Ein riesiger Verschiebebahnhof steht bevor. Und die Unsicherheit währt lang: Erst am 5. Juni bekommen die Eltern Bescheid, an welcher Schule ihr Kind angenommen wird. 59 Prozent der Dresdner Viertklässler erhielten eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium, die anderen für die Oberschule, teilt Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur Regionalstelle Dresden, mit.

So viele Fünftklässler wollten mit Sicherheit noch nie auf ein und dasselbe Gymnasium: Sage und schreibe 248 Anmeldungen hat Jens Reichel, Leiter des Gymnasiums Bürgerwiese, für die neuen 5. Klassen vorliegen. Nicht einmal Schulen in freier Trägerschaft verzeichnen so viele Interessenten. "Erst mal freuen wir uns sehr über den Zuspruch, mit einem solchen Ansturm haben wir wirklich nicht gerechnet", zeigt sich Reichel überrascht. Er führt das enorme Interesse nicht nur auf die Eröffnung des lang ersehnten Neubaus im Sommer zurück, sondern auch auf die zentrale Lage und das Schulkonzept, das auf Gesundheit und Nachhaltigkeit setzt. 162 Fünftklässler kann Reichel aufnehmen. Sechs 5. Klassen starten im neuen Schuljahr. Angefangen hat er im Übrigen 2008 mit gerade mal 19 Kindern. Der Schulleiter verspricht den Eltern eine faire Auswahl: "Wir schauen uns den Notendurchschnitt jedes Kindes an, nehmen natürlich Geschwisterkinder bevorzugt auf und lassen ansonsten das Los entscheiden."

25 Interessenten weniger als Reichel, nämlich 223 Anmeldungen, verzeichnet Gabriele Füllkrug, Leiterin des Kreuzgynasiums. 107 Fünftklässler, davon 20 Kruzianer, kann sie aufnehmen. Wer das ist, steht längst fest. "Wir haben gleich nach den Winterferien drei Tage lang von morgens bis abends Aufnahmegespräche geführt", berichtet die Schulleiterin. 15 bis 20 Minuten nehme man sich für jeden Schüler Zeit. Wer Geschwister in den Klassen 5 bis 8 hat, werde automatisch angenommen. "Ansonsten verschaffen wir uns einen Eindruck von jedem Kind und schauen, wie es zu den anderen passt", erklärt Füllkrug. Das evangelische Kreuzgymnasium nimmt 70 Prozent getaufte und 30 Prozent nicht getaufte Kinder auf. Vier Klassen starten dann im neuen Schuljahr - zwei Französisch-Klassen, eine Latein- und eine Kruzianer-Klasse.

Auch die Hoga Schloss Albrechtsberg hat ihre Anmeldungen schon lange in trockenen Tüchern: "145 Viertklässler haben sich für die Oberschule und 71 fürs Gymnasium beworben, weitere 77 Kinder waren sich noch unschlüssig", berichtet Geschäftsführerin Regina Kirschstein. Jeweils drei 5. Klassen à 23 Schüler wird sie in beiden Schularten eröffnen.

Was die staatlichen Schulen angeht, haben insgesamt 3666 Viertklässler am 7. März ihre Bildungsempfehlung in Empfang genommen - 2164 von ihnen fürs Gymnasium. Macht 59 Prozent. Die Zahl werde sich noch erhöhen, weil auch am Ende des Schuljahres noch Bildungsempfehlungen fürs Gymnasium erteilt würden, erläutert Sprecherin Reis. Kleiner Vergleich zum Vorjahr: Im Schuljahr 2013/14 waren es mit 2018 Schülern noch 58,9 Prozent. Ein Blick auf den sachsenweiten Durchschnitt ergibt folgendes Bild: Nur 47,3 Prozent der Viertklässler haben eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen.

Nicht umsonst erhielten Eltern die Möglichkeit, eine Zweit- und Drittwunsch-Schule für ihr Kind anzugeben. Denn jetzt beginnt in Dresden erneut der große Verschiebebahnhof. Eine ganze Menge Kinder müssen auf die beiden neuen Gymnasien Südwest und Prohlis umgelenkt werden. Hier hatten sich nur 15 bzw. 11 Schüler angemeldet. Kein Wunder: Das Gymnasium Südwest z.B. startet im Sommer zunächst im alten Gorbitzer Plattenbau am Leutewitzer Ring. Fünf 5. Klassen werden sich das Gebäude mit dem BSZ "Franz Ludwig Gehe" teilen. Das bedeutet, dass etwa 125 Fünftklässler dorthin umgeleitet werden müssen. Erst 2018 sollen die Schüler in das ehemalige Fritz-Löffler-Gymnasium an der Bernhardstraße ziehen, das bis dahin saniert wird.

Sehr unterschiedlich werden auch die Oberschulen angenommen: Großer Beliebtheit erfreuen sich die 116. Oberschule mit 132 Anmeldungen und die ehemalige Gemeinschaftsschule in Pieschen (126 Anmeldungen). Die 46. Oberschule hingegen verzeichnet nur 17 Interessenten. Das dürfte sich ändern, wenn die Schule 2016 für knapp zehn Millionen Euro saniert sein wird (DNN berichteten).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.03.2014

Richter, Katrin

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