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Vereine in Not: Stadt streicht Sporthallenzeiten

Vereine in Not: Stadt streicht Sporthallenzeiten

Das klingt nach einem verzweifelten Hilferuf: "All unsere Erfolge beruhen auf dem leistungsorientierten Training. Wenn uns diese Basis, wie in den letzten Jahren geschehen, zunehmend entzogen wird, dann ist das gleichbedeutend mit dem Aus der Sportart Handball in unserer Stadt", schreibt Christian Dietze, Präsident des HSV Dresden, in einem offenen Brief an die Stadtratsfraktionen.

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Barbara Lässig

Quelle: Archiv

In den vergangenen Jahren wären die Trainingszeiten des Vereins in den städtischen Sporthallen immer mehr reduziert worden. Die sieben Nachwuchsmannschaften etwa benötigten 17 Trainingseinheiten pro Woche, könnten aber nur noch elf durchführen, weil kein Platz mehr für sie in den Hallen ist. Eine Mannschaft absolviere ihr Training mittlerweile in Heidenau, erklärt Dietze.

Es gehe aber nicht nur um Hallenzeiten, sondern auch um Platz. Das Flächenangebot habe sich in den vergangenen Jahren stark reduziert. Teilweise müssten sich zwei Mannschaften eine Halle teilen. "Mit mehr als 30 Sportlern kann von einem qualifizierten, leistungsorientierten Training keine Rede sein", schreibt der Vereinspräsident.

Die Sportpolitikerin Barbara Lässig, die für die FDP im Stadtrat sitzt, hat den Hilferuf vernommen und in einem Antrag verarbeitet, der demnächst im Ausschuss für Allgemeine Verwaltung des Stadtrates behandelt werden soll. "Es ist höchste Zeit zum Handeln", sagt die Stadträtin und verweist auf 52 Trainingszeiten, die den Vereinen im vergangenen Schuljahr gekündigt wurden. "Die Zahl dürfte jetzt noch deutlich höher liegen", vermutet Lässig, aktuelles Material habe die Verwaltung aber nicht vorlegen können.

Häufigster Grund für die Kündigungen, von denen neben dem HSV Vereine wie der Dresdner SC, der FV Laubegast oder der Post SV betroffen sind: Eigenbedarf der Schulen. "Ich habe nichts gegen Ganzstagsangebote an den Schulen", sagt Lässig, "aber dadurch werden die Sportvereine aus den Hallen gedrängt." Der Neubau von Schulsporthallen werde da keine Entlastung bringen, denn wegen der geburtenstarken Jahrgänge würde auch die Zahl der Nachwuchssportler steigen. Entlastung könne es nur durch den Bau von städtischen Sporthallen geben, die ausschließlich den Vereinen zur Verfügung gestellt werden.

"Ich bin Realistin und weiß, dass gegenwärtig die Kulturbauten höchste Priorität genießen", so die Stadträtin. Deshalb fordert sie in ihrem Antrag ein transparentes Vergabekonzept für die Hallenzeiten, das sportstrategische und bedarfsgerechte Schwerpunkte setzt. Lässig betont das Stichwort Transparenz. "Es gibt bis jetzt keine Übersicht, wer wann welche Halle nutzt. Das muss sich ändern, das muss ins Internet gestellt werden, damit es jeder einsehen kann." Transparenz heißt für sie auch, dass die Ganztagsangebote der Schulen regelmäßig kontrolliert werden. "Wenn für drei Schüler Trainingszeiten von 20 Nachwuchssportlern oder mehr geopfert werden, steht das in keiner Relation mehr."

Laut der Stadträtin müsse auch den Begehrlichkeiten der Volkshochschule (VHS) Dresden Einhalt geboten werden. Die VHS werde mit ihren Bildungsangeboten bevorzugt behandelt. "Da dürfen dann fünf Teilnehmer an einem Yoga-Kurs in die Halle und der Sportverein bleibt draußen."

Da der Sportstättenbetrieb den Mangel verwalte, müssten Prioritäten gesetzt werden, fordert Lässig: "Wir müssen die überregionale Bedeutung von Sportarten und Vereinen bei der Vergabe der Hallenzeiten berücksichtigen." Schließlich sei es hilfreich, wenn ein Volleyballverein eine Halle mit geeigneter Deckenhöhe zur Verfügung gestellt bekommen würde. "Beim Unihockey darf der Ball nicht besonders hoch springen. Warum müssen diese Sportler dann in den Hallen mit der größten Deckenhöhe trainieren?", nennt Lässig ein Beispiel.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.11.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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