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Verbände und Gewerkschaften fordern mehr Lehrer für Dresden - Aufruf zu Streiks im September

Verbände und Gewerkschaften fordern mehr Lehrer für Dresden - Aufruf zu Streiks im September

Als Reaktion auf die von Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) am Donnerstag verkündete Neueinstellung von 650 Lehrern sowie der Bemerkung, dass in Sachsen die Unterrichtsversorgung für das nächste Schuljahr damit ausreichend sei, rufen Lehrerverband, dbb tarifunion und GEW am 7. September zu einem Warnstreik auf.

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Dresdens Schüler hoffen, dass bald ausreichend Lehrer eingestellt werden.

Quelle: Jane Jannke

Obwohl die zusätzlichen Lehrer von den Verbänden grundsätzlich positiv gesehen werden, halten sie die ergriffenen Maßnahmen für unzureichend.

Auch Konrad Degen vom Sächsischen Landesschülerrat sieht die Situation kritisch: „Wir begrüßen zwar die Neueinstellung der 650 Lehrer, dennoch ist das noch immer viel zu wenig, weil man nur die Lehrer ersetzt hat, die ausgeschieden sind.“ Gerade in Dresden habe es in den vergangenen Jahren einen starken Anstieg bei den Schülerzahlen gegeben. Doch anstatt neue Lehrer einzustellen, seien die Klassen einfach auf 28 und mehr Schüler erweitert worden. Dieser Zustand werde sich auch im neuen Schuljahr nicht ändern, betont Degen.

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Rund 1000 Schüler, Lehrer und Eltern demonstrierten am Mittwochnachmittag in Dresden für eine Reform des sächsischen Bildungssystems. Lehrermangel, Unterrichtsausfall und übervollen Klassen sagen sie den Kampf an.

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Große Sorgen bereiten ihm vor allem die Auswirkungen auf den Unterricht: „Ich habe Schüler kennengelernt, die für bestimmte Fächer auf dem Zeugnis nicht einmal eine Note bekommen haben, weil es so viel Ausfall gab. Zudem konnten einige nicht die Fremdsprache erlernen, die sie interessiert hätte. Sie wurden per Los einer Sprachklasse zugeteilt, für die es genügend Lehrer gab“, so Degen. Weitere Probleme gibt es zudem beim Wechsel von einer Schulart zur anderen. Weil Dresdens Schulen überbelegt sind, ist es nach Angaben des Landesschülerrates nicht jedem Schüler möglich, in der 5. oder 6. Klasse noch von der Mittelschule zum Gymnasium zu wechseln. Nur durch lange Fahrwege kommt manch einer doch noch ans Ziel.

Neben dem Problem der überfüllten Klassen sieht der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes Jens Weichelt in Zukunft auch Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von benötigten Fachkräften: „In Dresden werden Lehrer in den Naturwissenschaften benötigt. Leider wurden sie bisher kaum oder nur unzureichend eingestellt, so dass wir viele Bewerber ziehen lassen mussten, die uns in den nächsten Jahren fehlen werden“, ärgert sich Weichelt. In Hinblick auf die 650 von Brunhild Kurth erwähnten Lehrerstellen merkt er an, dass viele Lehrer, die jetzt als Neueinstellungen verkauft werden, bereits vorher befristet im Schuldienst waren.

Einen Tropfen auf den heißen Stein nennt die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Sabine Gerold, die von Brunhild Kurth verkündeten Zahlen. „Ab 2016 gehen in Sachsen 1000 Lehrer pro Jahr in Rente. Gleichzeitig gibt es derzeit talentierte Lehramtsabsolventen, die keine Stelle finden. Daher bräuchten wir eigentlich 800 bis 1000 Neueinstellungen pro Jahr, um uns zukunftssicher aufzustellen.“ Wenn man hingegen zu spät reagiere, werde es mühsam sein, die abgewanderten Absolventen wieder zurück zu gewinnen.

Zufrieden zeigte sich indes Katrin Reis von der Regionalstelle Dresden der Sächsischen Bildungsagentur. „Im Großen und Ganzen ist das Schuljahr im Regionalstellenbereich gut vorbereitet. In Dresden haben wir 126 Lehrer neu eingestellt. Damit sind alle Stellen, die im Rahmen des Budgets zur Verfügung standen, ausgeschöpft.“

Insgesamt habe es im gesamten Einzugsgebiet der Bildungsagentur, zu der neben der Stadt Dresden auch die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen gehören, über 600 Bewerbungen gegeben. Darunter seien jedoch auch einige Bewerber gewesen, die über keinen pädagogischen Abschluss verfügen und daher nicht in Frage gekommen seien.

Wie im vergangenen Jahr war es auch diesmal schwierig, Lehrer für den Grund- und Förderschulbereich zu finden. „Für diese Schularten werden weiterhin Bewerber, unter anderem für das Programm ‚Unterrichtsgarantie’, gesucht“, erklärt Katrin Reis.

Stephan Hönigschmid

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