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"Unsere Lehrer haben keine Ferien" - DNN-Gespräch mit Günther Portune, Leiter der Dresdner Semper-Schulen

"Unsere Lehrer haben keine Ferien" - DNN-Gespräch mit Günther Portune, Leiter der Dresdner Semper-Schulen

Seit fünf Jahren leitet Prof. Günther Portune die privaten Semper-Schulen. Geboren auf der Schwäbischen Alb, war der 68-Jährige zehn Jahre Kultus-Staatssekretär unter Kurt Biedenkopf, anschließend im Kosovo für den Aufbau des Bildungsausschusses im Parlament zuständig, hat dann für die Regierung in der Mongolei gearbeitet und dort eine Jugendstiftung aufgebaut.

Im DNN-Gespräch erzählt er, was die Fünftklässler am Semper-Gymnasium erwartet, warum die Lehrer dort auch in den Ferien arbeiten und wie die Job-Chancen für Grafik- und Mediendesigner stehen.

Welche Schularten gehören zu den Semper-Schulen?

Prof. Günther Portune: Eine ganze Reihe. Wir sind jetzt an drei verschiedenen Standorten vertreten. Hier an der Semperstraße im ehemaligen Arbeitsamt gibt es ein zweizügiges Gymnasium mit 182 Schülern, das jetzt bis zur zehnten Klasse hochgewachsen ist, sowie eine ein- und eine zweijährige Fachoberschule für Gestaltung. Außerdem bilden wir momentan 92 Erzieher und 47 Grafik- und Mediendesigner aus. Die beiden anderen Schulgebäude an der Jordan- und der Antonstraße sind später hinzugekommen.

Wieso?

Zum einen haben wir das private ESB Mediencollege an der Jordanstraße in der Neustadt übernommen. Das Privatschulzentrum für Grafik, Medien und Kommunikation hatte Anfang 2013 Insolvenz anmelden müssen. Die Oberschule mit 147 Schülern und ein Berufliches Gymnasium bestehen nach wie vor. Beide Schularten wollten wir in Abstimmung mit der Bildungsagentur natürlich erhalten - ebenso wie die dortige Fachoberschule für Grafik und Design.

Anders verhält es sich mit dem Schulgebäude an der Antonstraße gegenüber vom Neustädter Bahnhof. Die Europäische Wirtschafts- und Sprachenschule hat ihren Betrieb in Dresden eingestellt und wir haben die Immobilie übernommen. Dort lernen ab September die Fachoberschüler für Wirtschaft/Verwaltung, für Sozialwesen und für Technik. Man muss bedenken, dass wir inzwischen deutlich gewachsen sind. Als ich angefangen habe an den Semper-Schulen, gab es im Sekundarbereich gerade mal drei Fachoberschulklassen, jetzt sind es 15.

Inwiefern unterscheidet sich das Semper-Gymnasium von anderen privaten Schulen?

Es ist ein Angebot an Schüler, die nicht unbedingt auf die Waldorf- oder die Internationale Schule wollen. Sie suchen dennoch ein Gymnasium, das die Kreativität nicht vernachlässigt. Deshalb bieten wir das künstlerische Profil an. Doch wir wollen keine Künstler ausbilden. Wir wollen künftige Mathematiker, Naturwissenschaftler, Ingenieure und von mir aus auch Juristen in der Schule so ausbilden, dass sie im Studium auch noch Dinge neben der Norm sehen.

Wieviele Gymnasiasten sitzen bei Ihnen in einer Klasse?

Nicht mehr als 24. Wir brauchen kleine Klassen. Bei uns gibt es Lerngruppen - ähnlich wie Trainingsgruppen in der Leichtathletik. Lehrer und Schüler sollten sich gegenseitig inspirieren.

Gab es mehr Bewerber, als letztlich aufgenommen werden konnten?

Ja, etwa 90 Viertklässler haben sich auf die 48 Plätze beworben. Es gibt bei uns immer ein kleines Aufnahmegespräch, wir lassen die Kinder eine Geschichte aufschreiben, zeichnen und an einer Matheaufgabe knobeln.

Haben Sie ausreichend Lehrer?

Ja, es sind alles in allem 100 Lehrer. Eine Besonderheit ist, dass unsere Lehrer keine Ferien haben, sondern um die 30 Tage Urlaub im Jahr wie andere Arbeitnehmer auch. Das bedeutet, dass sie auch jetzt in den Sommerferien zum Teil in der Schule anwesend sind. Jeder Lehrer hat bei uns einen Arbeitsplatz mit Computer, kann hier korrigieren, kann seine Unterrichtsvorbereitungen machen. Die Gleichsetzung der Ferien mit dem Lehrerurlaub ist meines Erachtens eine der größten Schwächen im deutschen Schulsystem.

Stichwort Berufsausbildung: Wie stehen die Chancen beispielsweise für Grafik- und Mediendesigner, einen Job zu finden?

Gut. Viele gehen in die Selbstständigkeit, entwerfen Homepages oder Spiele. Dann gibt es Absolventen, die einen Job bekommen - in der Spieleindustrie zum Beispiel. Und einige schaffen auch den Sprung an die Kunsthochschule.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.08.2014

Katrin Richter

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