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Trotz 500 Millionen Euro Investition: Geld reicht nicht für alle Dresdner Schulen

Trotz 500 Millionen Euro Investition: Geld reicht nicht für alle Dresdner Schulen

Für den Neubau und den Erhalt von Schulen will Dresden in den kommenden fünf Jahren rund 500 Millionen Euro in die Hand nehmen. Doch auch eine halbe Milliarde Euro wird nicht reichen, gab Bürgermeister Winfried Lehmann (CDU) auf einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend zu.

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Die Bürgerversammlung zum Thema Schulbau blieb spärlich besucht.

Quelle: Stephan Lohse

Grüne und Kreiselternrat fordern ein klares und transparentes Konzept für die Zukunft.

Aufgrund der steigenden Geburtenzahlen und der Zuzüge nach Dresden steigt die Zahl der Schulanfänger von 4168 in diesem Jahr auf fast 6000 Erstklässler im Jahr 2023, prognostiziert die Stadtverwaltung. Für die Menge an Schülern reicht der Platz in den aktuell 68 Grundschulen, 26 Oberschulen und 15 Gymnasien bei Weitem nicht aus. Daher werden zum einen größere Klassen gebildet, zum anderen wird gebaut. Einige einst stillgelegte Schulen werden reaktiviert, bestehende erweitert und einige komplett neu errichtet.

Laut Lehmann sind 37 Um- und Neubauten bereits abgeschlossen, 22 laufen und 31 weitere Projekte sind in Planung, beispielsweise auf der Gehestraße in Pieschen oder an der Wehlener Straße in Tolkewitz.

500 Millionen Euro reichen nicht aus

Das Problem dabei: Obwohl Dresden dafür etwa eine halbe Milliarde Euro in die Hand nimmt, reicht die Summe nicht aus, um alle bestehenden Schulen in Schuss zu halten. So beschwerten sich zur Bürgerversammlung im Romain-Rolland-Gymnasium mehrere Elternvertreter, dass „ihren“ Schulen jede Perspektive fehle. In vielen Schulen bröckelt der Putz von den Decken, fehlt es am Nötigsten.

Lehmann gab zu, bei der Frage, welche Schule saniert wird, gehe es aktuell vorrangig darum, wo die Stadt zusätzliche Plätze schaffen kann. Sei dann noch Luft da, spielten Brandschutz, Fluchtwege und die Möglichkeit einer energetischen Sanierung eine große Rolle.

„Wir begrüßen es sehr, dass die Stadtverwaltung 500 Millionen Euro investiert und an vielen Stellen schon jetzt und in nächster Zeit gebaut wird“, sagt Gerit Thomas, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Stadtrat. „Allerdings wird noch einmal die gleiche Summe benötigt, wenn alle sanierungsbedürftigen Schulen mit einbezogen werden. Wir brauchen jetzt dringend eine Liste aller Schulen, die noch nicht saniert sind und die auch in keiner Haushaltsliste auftauchen. Zudem brauchen wir genaue Angaben darüber, wie viele Schulen in welchem Zeitraum noch saniert oder gebaut werden müssen, nur dann ist aus unserer Sicht eine verantwortungsvolle Planung der nächsten städtischen Haushalte möglich.“

Furcht vor Spannungen zwischen den Schulen

Auch Annett Grundmann, Vorsitzende des Kreiselternrates, forderte am Donnerstag von Bürgermeister Lehmann eine transparente Planung und eine Perspektive für die noch unsanierten Schulen. Lehmann versprach hier Bewegung, gab aber zu verstehen, dass ein Zeitplan dafür wegen der völlig unsicheren Finanzen absolut offen sei. Zudem fürchtet Lehmann Spannungen, wenn herauskommt, welche Schule wann gemacht wird.

Es sei jetzt schon so, dass einige Schulen in sozialen Brennpunkten freie Kapazitäten haben. Als Beispiel nannte er die Oberschule auf der Pfotenhauer Straße. Wenn Eltern schwarz auf weiß haben, dass ihre Wunschschule erst saniert wird, wenn die eigenen Kinder längst raus sind, könne es auch da zu Wanderungsbewegungen kommen. Zudem, so Lehmann, könne es Streit und Begehrlichkeiten zwischen den Schulen und Eltern geben.

„Mit diesem Druck müssen wir leben“, entgegnete Grundmann. Der Kreiselternrat werde bei entsprechender Kritik auch fest an der Seite der Verwaltung stehen. Das Entscheidende sei eine Perspektive für die Schulen.

Stephan Lohse

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