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„Totenschein“ für Gymnasium Dresden-Prohlis

Post vom Schulbürgermeister „Totenschein“ für Gymnasium Dresden-Prohlis

Das Gymnasium Prohlis ist endgültig vom Tisch. Die Stadt will alle Gründungsversuche einstellen, teilte jetzt Schulbürgermeister Peter Lames (SPD) den Stadträten mit. Die Anmeldezahlen seien zu gering. Die CDU hält diese Argumentation für zynisch.

Abschied vom Gymnasium Prohlis: Die Stadt stellt die Gründungsversuche ein.
 

Quelle: DNN

Dresden. Die Stadtverwaltung hat sich von der Gründung eines Gymnasiums Prohlis endgültig verabschiedet. Das geht aus einem aktuellen Schreiben von Schulbürgermeister Peter Lames (SPD) an die Stadträte hervor. Darin heißt es: „Die Gründungsversuche für das Gymnasium Dresden-Prohlis auf der Boxberger Straße 1 in 01239 Dresden müssen eingestellt werden.“

Lames begründet seine Auffassung mit zu geringen Anmeldezahlen. So seien für das Schuljahr 2014/2015 nur zwölf Schüler und für 2015/2016 nur neun Schüler angemeldet worden. „Auch für das kommende Schuljahr 2016/2017 ist davon auszugehen, dass die Anmeldezahlen auf diesem zu niedrigen Niveau bleiben“, erklärt Lames. Für eine Gymnasiumsgründung seien mindestens 40 Schüler notwendig. Es sei nicht zu erkennen, dass Schüler, die an überlaufenen Gymnasien angemeldet werden, rechtskonform nach Prohlis umgelenkt werden könnten.

Heike Ahnert, schulpolitische Sprecherin der CDU-Stadtratsfraktion, macht das Schreiben des Schulbürgermeisters fassungslos. „Das ist der Totenschein für das Gymnasium Prohlis“, erklärte sie. Die Begründung, wegen zu geringer Schülerzahlen das Gymnasium nicht zu gründen, sei „an Zynismus nicht zu überbieten“. Die Stadtverwaltung stelle der Schule seit Jahren kein geeignetes Gebäude zur Verfügung. „Wie sollen sich da Eltern für das Gymnasium Prohlis entscheiden?“

Das Gymnasium sollte nach früheren Plänen in der Auslagerungsschule auf der Boxberger Straße gegründet werden. Diese war in ihrem unsanierten Zustand alles andere als attraktiv. Mittlerweile sind Asylbewerber in das Gebäude eingezogen. Die CDU-Fraktion hat deshalb als Alternative einen Neubau an der Windmühlenstraße vorgeschlagen. Doch diese Pläne scheiterten an der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit. Auch der Vorschlag, das Gymnasium Prohlis im Schuljahr 2016/2017 am Standort Marienberger Straße zu gründen, wurde abgelehnt.

„Das Gymnasium Prohlis wird verhindert“, konstatiert Ahnert und verweist auf eine fraktionsübergreifende Initiative vom Juni 2015, bei der CDU, Linke, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und FDP/Freie Bürger die Verwaltung aufgefordert hatten, in Prohlis ein Gymnasium zu gründen.

Laut Lames kann auch mit dem Verzicht auf das Gymnasium Prohlis im Schuljahr 2016/2017 jedem Interessenten in Dresden ein Platz an einem Gymnasium angeboten werden. Der Schulbürgermeister kündigte für das Schuljahr 2017/2018 die Gründung des Gymnasiums Tolkewitz an – ein Jahr vor der geplanten Fertigstellung des Schulneubaus im ehemaligen Straßenbahnhof Tolkewitz.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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